Im Rahmen des Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi stellte Mercedes-AMG ein neues zweisitziges Performance-Fahrzeug namens PureSpeed vor: Ohne Dach, Windschutzscheibe und auf lediglich 250 Exemplare limitiert. Inspiriert wurde das Fahrzeug vom Mercedes-AMG ONE Hypercar und ist geprägt von einer niedrigen Silhouette, einer langen, aerodynamisch optimierten Motorhaube sowie einer tiefsitzenden Frontpartie samt sogenannter „Sharknose“. Sieht man sich den PureSpeed etwas genauer an, so erkennt man teilweise transparente Deflektoren an der Front und an den Seiten, die störende frontale Luftverwirbelungen von Fahrer und Beifahrer fernhalten. Der Kofferraumdeckel und der Heckdiffusor sind ebenfalls aerodynamisch optimiert. Ihre Formgebung berücksichtigt das fehlende Dach. Der ausfahrbare Heckspoiler verändert seine Stellung je nach Fahrzustand. Zusätzlich gibt es ein Aerodynamik-Element im Unterboden vor dem Motor. Dieses rund zwei Kilogramm leichte Carbon-Profil reagiert auf die Stellung der AMG-Fahrprogramme und fährt bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h automatisch circa 40 Millimeter nach unten aus. An den Seiten fallen vor allem die Sichtcarbon-Elemente der unteren Fahrzeugpartie auf. In den großen Radhäusern sind 21-Zoll-Aluminium-Schmiederäder montiert. Dazu gibt es Kohlefaserverkleidungen an Vorder- und Hinterachse. Die hinteren Verkleidungen sind dabei vollkommen geschlossen, was den Luftwiderstand reduziert. Die vorderen sind geöffnet, um den Luftstrom am Vorderwagen und die Bremsenkühlung zu optimieren.

Formel-1-HALO-System statt A-Säule
Das Auffälligste am Mercedes-AMG PureSpeed ist wohl die fehlende A-Säule. Um das Performance-Car dennoch sicher für den Straßenverkehr zu machen, bedient man sich kurzerhand in der Trickkiste der Königsklasse des Motorsports und greift auf das sogenannte HALO-System zurück, welches seit 2018 zu jedem Formel-1-Fahrzeug gehört. Das Sicherheitssystem im Mercedes AMG PureSpeed besteht aus einem stabilen Stahlrohr-Bügel. Er ist gabelförmig mit der Karosserie-Rohbaustruktur des Fahrzeugs fest verbunden. Das aerodynamisch optimierte Bauteil schützt beide Passagiere gleichermaßen. Deshalb erfolgt die Gabelung erst hinter den Insassen. Das Roll-Over-Protection-System enthält außerdem zwei starre Überrollbügel, die unter den aerodynamischen „Scoops“ verborgen sind. Sie sind ebenfalls Teil der Rohbaustruktur. Hinzu kommen zwei in Wagenfarbe lackierte Helme, die über ein Intercom-Kommunikationssystem und eine Smartphone-Einbindung verfügen. Um für die Insassen trotz fehlender A-Säule und Dach ein angenehmes Ambiente zu schaffen, ist der HALO unten indirekt mit zwei schmalen LED-Streifen beleuchtet und führt so das Ambiente-Licht in eine neue Dimension.

Luxuriös-sportliches Interieur
Sitzt man im Fahrzeug, so nimmt man auf AMG-Performance-Sitze mit speziellem Lederbezug und exklusiven Ziernähten Platz. Das Leder reicht über den gesamten Innenraum bis hin zu den Türschweller-Verkleidungen, mehr Carbon wurde hinter den Sitzen verbaut. Das Interieur-Farbschema ist mit den Farben Kristallweiß und Schwarz kontrastreich gestaltet. Mittig sitzt Mercedes-typisch der aufrechte Infotainment-Screen. Ein Highlight findet man auf dem Armaturenträger: Die analoge Uhr wurde von IWC Schaffenhausen entworfen und wirkt auf Grund ihrer Positionierung, als ob sie schweben würde. Dazu gesellt sich das Burmester High End 3D Surround Soundsystem mit 15 Lautsprechern und 1.170 Watt Systemleistung. In der Mittelkonsole ist eine Plakette mit dem Hinweis auf die Limitierung des Sondermodells angebracht.

Die Hinterräder lenken mit
Ein besonderes Fahrzeug braucht natürlich auch einen besonderen Motor. Dazu verbaut der Hersteller ein 4,0-Liter-V8-Aggregat mit 585 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. Damit gelingt der Sprint von null auf 100 km/h in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 315 km/h. Der Motor ist an das AMG Speedshift MCT 9G-Getriebe gekoppelt und sorgt für extrem kurze Schaltzeiten. Eine nasse Anfahrkupplung ersetzt den Drehmomentwandler. Sie reduziert das Gewicht und optimiert durch ihre geringere Massenträgheit das Ansprechverhalten auf Gaspedalbefehle. Des Weiteren ist der PureSpeed mit dem Mercedes Allradantrieb 4Matic+ ausgestattet. Für das sichere Abbremsen sorgt die serienmäßige Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage, für agiles und vor allem stabiles Fahrverhalten die aktive Hinterachslenkung, die je nach Geschwindigkeit die Hinterräder in die gleiche oder in die entgegengesetzte Richtung lenkt.

Der Marktstart sowie die Preise des limitierten Mercedes-AMG PureSpeed sind noch nicht bekannt.

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