Groß, eigenwillig und flexibel: Das ist der neuen Tasman von Kia. Das Rezept ist nicht unbedingt neu, doch für Kia ist der 5,38-Meter-Pickup der erste seiner Art. Vor allem beim Styling tobten sich die Designer aus und schufen teilweise ungewöhnliche Formen. Die Front ist geprägt durch die gewölbte Motorhaube und einem Grill, der irgendwie an Autos aus den 50er-Jahren erinnert. Die Leuchten sind weit außen positioniert. Die Stoßstange wirkt massiv, ist an den Seiten für einen verbesserten Böschungswinkel abgeschrägt und besitzt zudem robuste Abschlepphacken. Die Radkästen beherbergen entweder 17- oder 18-Zöller und sind nach oben hin abgeflacht. Besonders eigenwillig kommen die darüber platzierten schwarzen Paneele daher. Die Doppelkabine sitzt mittig auf dem traditionellen Leiterrahmen-Aufbau. Alternativ ist auch eine Einzelkabine zu haben. Dahinter ist wahlweise eine klassische Ladefläche oder ein Pritschenaufbau montiert. Die Rückleuchten in der klassischen Pickup-Version sind in einem Gehäuse an den Flanken untergebracht und erinnern stark an den Jeep Gladiator. Groß in die Heckklappe eingestanzt liest man den Markennamen „Kia“.

Außen Truck, innen PKW
Im starken Kontrast zum Außendesign präsentiert sich das Interieur. Dieses besteht aus drei Screens mit 12,3 Zoll für die digitalen Instrumente, dem ebenfalls 12,3 Zoll großen Infotainment-Bildschirm sowie einen kleineren 5-Zoll-Display dazwischen. Auf dem senkrechtstehenden Armaturenträger findet man nach wie vor noch vereinzelt Tasten und Regler für eine erleichterte Bedienung. Die Mittelkonsole baut hoch auf und bietet viel Stauraum sowie zwei Ladeflächen für Smartphones. Ein praktisches Detail: Der Deckel der Armlehne lässt sich umklappen und zu einer Ablagefläche erweitern oder als Tisch nutzen. Der Gangwahlhebel sitzt dafür hinter dem Lenkrad. In der Version mit Doppelkabine lassen sich zudem die Rücksitze hochklappen. Darunter findet man weitere Staumöglichkeiten.

Motoren je nach Markt verfügbar
So vielseitig wie die Karosserieversionen, gestaltet sich auch das Motorenangebot für den Tasman. Am südkoreanischen Heimatmarkt wird der Kia-Pickup beispielsweise von einem 2,5-Liter-Benziner angetrieben. Dieser leistet 281 PS. Für den australischen Markt steht ein 2,2-Liter-Diesel mit 210 PS zur Verfügung. Im Nahen Osten und in Afrika werden beide Motoren erhältlich sein. Je nach Antriebsart und Konfiguration verbaut man eine Sechsgang-Schaltung oder eine Achtgang-Automatik. Immer an Bord ist ein 80-Liter-Treibsstofftank. Die maximale Anhängelast wird von Kia mit 3,5 Tonnen angegeben. Die Nutzlast hängt von der jeweiligen Version des Tasman ab und befindet sich im Bereich von 1.017 und 1.195 Kilogramm. Die Watttiefe beträgt bis zu 80 Zentimeter und wird unter anderem durch wasserdichte Anschlüsse erreicht. Für noch mehr Offroad-Tauglichkeit wird Kia zahlreiche Zubehörteile wie Trittbretter, Tonneau-Abdeckungen, Dachträger, ein Dachzelt oder Überrollbügel anbieten.

Kein Platz in Europa
Pickups sind schon lange nicht mehr nur reine Nutzfahrzeuge, sondern werden immer mehr zu Lifestyle-Automobilen, mit denen man die ganze Familie rumkutschiert, am Wochenende in die Berge oder auch abends zu einem Restaurantbesuch fährt. Der Trend ist seit Jahren in den USA angekommen und schwappt nach und nach auch nach Europa über. Jetzt würde man meinen, dass Kia genau in diese Lücke mit dem neuen Tasman will, doch wie man von Seitens des Herstellers nun erfährt, verfolgt man eine ganz andere Strategie. Die USA und Europa werden den Pickup leider nicht offiziell bekommen. Verkauft wird der Tasman nur auf dem Heimatmarkt in Südkorea, in Australien, dem Nahen Osten und in Teilen Afrikas.

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