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VW-Studie ID.Life ist Elektroauto, Gaming-Lounge und Schlafraum

Der ID.Life soll laut Volkswagen der Einstieg in die Elektromobilität sein. Auf der IAA in München zeigte der Autobauer bereits die Studie des Crossovers.
von Maximilian Stocker

Motorsport-Magazin.com - Im Zuge seiner Elektrooffensive 'Accelerate' wird VW die ID.-Familie ab 2025 um ein Einstiegsmodell im Kleinwagensegment erweitern. Da der e-Up schon bald ausgedient haben wird, wurde es für Volkswagen Zeit, ein neues Fahrzeug in dieser Klasse zu entwickeln. Das Ergebnis ist der ID.Life.

VW ID.Life hat starke Ähnlichkeiten zum Golf I

Das Design des ID.Life hebt sich deutlich von den anderen Modellen der ID.-Familie ab. Sind die aktuellen E-Autos eher rundlich und geschwungen gezeichnet, so kommt der ID.Life kantige und wuchtiger daher. Wer das Fahrzeug aus bestimmten Positionen betrachtet, kann Ähnlichkeiten zum VW Golf I von 1974 erkennen. Das Elektroauto besteht aus drei visuellen Linien und horizontalen Unterteilungen. Dem Karosseriekörper, den Glasflächen und dem Dach. Letzteres ist individualisierbar, besteht aus einem Luftkammer-Textil und kann abgenommen werden. So soll ein Open-Air-Feeling entstehen und Gewicht sparen.

Neben dem Luftkammer-Textildach, für dessen Produktion recycelte PET-Flaschen verwendet werden, sollen auch andere Materialien die Nachhaltigkeit des ID.Life betonen. Im Klarlack für die Karosserie werden Holzspäne als natürlicher Farbgeber und ein biobasierter Härter verwendet. Die Frontabdeckung soll vollständig aus wiederverwerteten PET-Flaschen bestehen. Im Innenraum wird Holz für die Einfassungen von Armaturentafel und Fondsitzbereich mit Artvelours für die Sitzoberflächen und Türverkleidungen kombiniert. Zudem dienen unter anderem Bio-Öl, Naturkautschuk und Reishülsen als Grundstoffe für die Reifen des ID.Life.

ID.Life bietet unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten

Das Auto soll ein Begleiter für unterschiedliche digitale Erlebnisse. So lässt es sich zu einem Kino oder einer Gaming-Lounge umfunktionieren. Spielkonsole und Beamer sind mit an Bord. Als Bildschirm dient eine Projektionsleinwand, die bei Bedarf aus der Armaturentafel ausfährt. Die vordere und die hintere Sitzbank sind umlegbar und erweitern die Flexibilität. So kann der Innenraum zu einem rund zwei Meter langen Bett umgewandelt werden.

Unter der Luftkammer-Textil-Abdeckung vorne am Fahrzeug befindet sich erweiterter Stauraum. Der "Frunk" bietet ein Stauvolumen von 68 Litern. Ein zusätzlicher, kleinerer Stauort von weiteren acht Litern befindet sich ebenfalls dort. Dieser kann als Ablage für das Ladekabel genutzt werden.

Kameras und ein Display ersetzen sowohl die Außen- als auch den Innenspiegel. Wesentliche Fahrfunktionen werden über ein Touch-Bedienfeld auf dem oben offenen Lenkrad gesteuert. Zusätzlich kann ein Smartphone in das Bediensystem eingebunden werden. Über das eigene Device ist es möglich, die Navigation zu steuern sowie Musik, Filme und Spiele auf der Leinwand darzustellen. Ob all diese Features in dieser Form in die Serienproduktion übernommen werden, ist zu bezweifeln.

Bis zu 400 Kilometer Reichweite

Der ID.Life basiert auf einer kleineren, speziell für das Kleinwagensegment entwickelten, Variante des modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) von Volkswagen. Das Fahrzeug wird das erste Modell des MEB-Aufbaus sein, das über einen Frontantrieb verfügen wird. Der ID.Life soll einen 172 kW (234 PS) starken Elektromotor bekommen und von null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden beschleunigen können. Seine 57-kWh-Hochvoltbatterie wird laut dem Autobauer aus Wolfsburg pro Ladung eine Reichweite von rund 400 Kilometer nach WLTP ermöglichen. Der kleine Elektrocrossover soll ab Mitte des Jahrzehnts und ab 20.000 Euro erhältlich sein.