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Ford Mustang Mach-E: Ein wildes Pferd

Der neue Mustang Mach-E ist kein klassisches Muscle-Car mehr. Ford schickt uns direkt in die Zukunft und zaubert ein rein elektrisches Pony-Car SUV.
von Maximilian Lucas

Motorsport-Magazin.com - Die lange Motorhaube, die ausgestellten Radhäuser, eine abfallende Coupé-Dachlinie und die typischen Mustang-Rückleuchten am Heck. Man verspürt sofort Emotionen und will einsteigen. Aber wie? Das Auto hat keine klassischen Türgriffe mehr, denn diese sind nun in die B-Säule des Fahrzeuges integriert. Ein kleiner Touch-Point, ein kleiner Öffner, das wars.

Im Innenraum angekommen, fällt sofort der riesige, vertikal positionierte Touchscreen (15 Zoll) auf - Tesla lässt grüßen. Jeder Fahrer hat ein eigenes Profil, das auch vom Handy gesteuert werden kann. Damit weiß das Fahrzeug automatisch zu jeder Zeit Bescheid, wer der Fahrer ist, welchen Fahr-Modus dieser gerne fährt und passt dementsprechend die Reichweite ganz von selbst an.

Ein weiteres kleineres Display findet man hinter dem Lenkrad. Das macht Ford definitiv besser als Tesla, denn man hat alle wichtigen Infos direkt vor sich, ohne dabei immer auf das große, mittlere Display schauen zu müssen. Auf eine Head-Up-Funktion, wie zum Beispiel beim VW ID.4, wurde aus Kostengründen jedoch verzichtet.

In der Mittelkonsole findet man wenig Spannendes. Cupholder, das typische Ford Gangwahlrad und eine Mittelarmlehne mit Stauraum. Um den Passagieren, vor allem auf der Rückbank, mehr Raumgefühl zu geben, gibt es den Mach-E mit großem Panoramaglasdach.

Die stark abfallende Dachlinie schränkt vor allem die Höhe des sonst doch recht großen Kofferraums ein. Gut macht es das SUV wieder mit seinem sogenannten "Frunk". Ein kleiner Kofferraum vorne, wo normalerweise der klassische Motor sitzen würde.

Elektrische V8-Power

Der 4,71 Meter lange Mach-E strahlt die Power aus, die der Hersteller verspricht. Die Motoren hören sich dabei eher nach großem V8 an als nach E-Versionen. Auch die verschiedenen Fahr-Modi fallen eher unüblich für dieses Segment aus. "Whisper" (flüstern), "Engaged" (mitreißend) oder "Unbridled" (ungezügelt). Klingt nach einem wilden Pferd.

Die Basisversion leistet 198 kW (269 PS) mit einer maximalen Reichweite von 440 Kilometern. Top-Speed ist bei 180 km/h und die 0 auf 100 schafft man in 6,1 Sekunden. Die besonders sportliche Topvariante, die auf den Namen Mustang Mach-E GT hört, kommt mit einem 358 kW (487 PS) starken Motor und einem maximalen Drehmoment von 860 Nm. Beschleunigt wird der GT in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit soll demnach bei 200 km/h liegen und die maximale Reichweite bei 610 Kilometern.

Alle Versionen sind standardmäßig mit Heckantrieb ausgestattet. Zusätzlich gibt es die Option auf Allradantrieb. Hierbei kommt ein Dual-Elektromotor zum Einsatz. Je nach Version beträgt der Verbrauch zwischen 19,5 und 26,5 kWh/100km.

Das Aufladen soll an einer Schnell-Ladestation mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt möglich sein. 80% Reichweite kann man in rund 45 Minuten Ladezeit laut Hersteller schaffen.

Der Mach-E ist eine wirkliche Bereicherung für die Modell-Palette von Ford, vor allem in Europa. Ab 46.900 Euro kann man die Basisversion bereits haben.