24 h Nürburgring - Wetterkapriolen und Ölspuren können Asch nicht stoppen

Sebastian Asch erzielt Platz sechs

Sebastian Asch hat beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring Rang sechs erzielt. Mit seinen Teamkollegen von Zakspeed startete er eine Aufholjagd.

Motorsport-Magazin.com - 185.000 Zuschauer verfolgten am vergangenen Wochenende eine rasante Aufholjagd von Sebastian Asch und seinen Teamkollegen Luca Ludwig, Kenneth Heyer und Daniel Keilwitz beim legendären 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Gestartet von Position 14, kämpfte die Zakspeed-Mannschaft im Mercedes-AMG GT3 mit einigen Zwischenfällen und fiel zeitweise aus den Top-20 heraus. Durch eine starke Teamleistung beendeten Asch und seine Teamkollegen den Langstrecken-Klassiker in einem knapp 160 Autos starken Feld auf dem sechsten Rang.

Glückwunsch zu Platz sechs nach einem wirklich turbulenten Rennen. Wie zufrieden bist zu mit diesem Ergebnis?
Wir wussten von vornherein, dass der Kampf um die Spitze für uns sehr schwierig werden würde. Wir hatten uns die Top-8 als Ziel gesetzt. Als wir gegen Hälfte des Rennens allerdings nach einer Strafe und anderen Problemen plötzlich nur noch am Ende der Top-30 lagen, habe ich etwas gezweifelt. In den nassen Bedingungen haben wir es nicht richtig hinbekommen, den Regenreifen ins perfekte Temperaturfenster und damit ans Arbeiten zu bringen. Natürlich haben wir von einigen Ausfällen profitiert, aber wir haben schließlich auf Rang sechs die Zielflagge gesehen und einen tollen Job gemacht. Glückwünsche natürlich auch an AMG. Drei Autos auf dem Podium ist eine eindeutige Aussage und das Ergebnis freut mich sehr.

Sebastian Asch beim 24h-Rennen 2016 - Foto: Mercedes-Benz

Die Bedingungen waren in diesem Jahr mit Hagel und teils Starkregen außergewöhnlich schwierig. Wie bist du damit zurechtgekommen?
Als es kurz nach dem Rennstart zu hageln begann, war Luca im Auto. Ich habe so etwas noch nie gesehen - es war krass. Als das Rennen 2013 nachts durch heftigen Regen abgebrochen werden musste, war ich selbst am Steuer, aber etwas derartiges habe ich noch nie erlebt. Die Autos standen auf der Strecke als wären sie eingefroren, es wirkte wie ein riesiger Schrottplatz. Ein so einzigartiges Bild kann es wirklich nur auf der Nordschleife geben. Selbst ohne Hagel waren die Nacht-Stints jedoch schwierig. Es war nass, dann wieder trocken, und hinzu kam noch Nebel, der die Sicht beeinträchtigt hat.

Abgesehen vom Wetter - vor welche Herausforderungen hat euch das Rennen in diesem Jahr gestellt?
Es war einfach typisch Nordschleife. Nachts bin ich mit 270 km/h über eine Ölspur gefahren - ein brenzliger Moment. Sie war noch ziemlich frisch und nicht gekennzeichnet. Gott sei Dank konnte ich das Auto irgendwie abfangen - ich hatte es eigentlich schon in der Leitplanke gesehen. Auf dieser Strecke muss man als Fahrer auf solche Dinge gefasst sein. Gleichzeitig möchte man auch Speed zeigen und nicht nur mitrollen. Später in der Nacht hatten wir eine leichte Berührung mit einem Konkurrenten und haben dafür leider eine Zeitstrafe erhalten. Zudem war unsere Aerodynamik dadurch nicht mehr ganz wie zuvor. Wenn auf der Nordschleife die Aero-Balance nicht mehr funktioniert, bist du eigentlich im Nirgendwo. Wir haben aber darauf reagiert und das Setup entsprechend angepasst. Auf dem Schlussstint vor dem Ziel musste ich nochmal etwas bibbern, denn unser Benzin für die letzte Runde war eng kalkuliert. Ich bin im Spritspar-Programm gefahren und habe so einen zusätzlichen Boxenstopp vermieden. Damit kamen wir noch an einem Konkurrenten vorbei, der nachtanken musste. Trotz dieser Kleinigkeiten sind wir ohne größere Zwischenfälle bis ins Ziel gefahren und darauf bin ich sehr stolz.

Wie ist es dir gelungen, über die ganze Renndauer die Konzentration aufrecht zu erhalten?
Natürlich habe ich versucht, zwischendurch zu schlafen - zusammengerechnet ist jedoch nicht mehr als eine halbe Stunde dabei herausgekommen. Müdigkeit oder Konzentrationsverlust habe ich während des Rennens aber nicht bemerkt - wir haben alle im Team stets unser Bestes gegeben. Erst als es zu Ende war und der Druck abgefallen ist, kam die Müdigkeit.

Sebastian Asch fuhr auf Rang sechs - Foto: Mercedes-Benz

Viel Zeit zur Erholung bleibt dir nun jedoch nicht. Bereits am kommenden Wochenende geht es mit dem ADAC GT Masters zum Lausitzring. Was erwartest du von diesem Wochenende?
Ich freue mich sehr auf das Zusammentreffen von ADAC GT Masters und DTM - wohl die beiden beliebtesten Rennserien Deutschlands. Es ist toll für die Fans, so viel hochklassigen Motorsport an einem Wochenende geballt erleben zu können. Luca und ich wollen natürlich wie im vergangenen Jahr um den Sieg fahren - Punkte sind aber das Hauptziel. Wir liegen momentan auf Rang zwei der Meisterschaft und wollen daraus schnellstmöglich Platz eins machen. Der Lausitzring sollte unserem Auto sogar noch besser liegen als Oschersleben und der Sachsenring, deshalb bin ich optimistisch.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter