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24 h von Le Mans

24h Le Mans 2020: Toyota verliert Top-Auto im Siegkampf

Toyota kann es bei den 24h von Le Mans wohl nicht ohne Drama: Nach Defekt nur noch ein Auto mit reellen Siegchancen. Wendungen auch in den anderen Klassen.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Bei den 24h von Le Mans 2020 hat Toyota am Morgen nur noch ein heißes Eisen im Feuer: Genau bei Halbzeit gegen halb drei Uhr morgens gab es ein größeres Problem am führenden Auto #7 (Conway / Kobayashi / Lopez), das eine halbe Stunde lang in der Garage repariert wurde. Auch in den anderen Klassen änderte sich in der Nacht das Bild.

Der Toyota #8 ist zum jetzigen Zeitpunkt knapp sieben Stunden vor dem Rennende auf sich alleine gestellt. Nachdem man in einer der Safety-Car-Phasen am Abend für eine längere Reparatur an der Box stand und dabei knapp eine Runde auf das führende Schwester-Auto verlor, hatte den zweiten Toyota #7 ziemlich genau gegen Rennhalbzeit der Defektteufel erwischt.

Kamui Kobayashi steuerte die Box an, wo man ein Problem mit dem Turbolader identifizierte. Es dauerte rund eine halbe Stunde, ehe das Fahrzeug wieder auf die Strecke gehen konnte und der Turbolader gewechselt war. Der Toyota #7 verlor dabei sieben Runden und fährt aktuell mit sechs Runden Rückstand auf das Schwester-Auto auf Platz vier. Auf den schnelleren der beiden Rebellion, das Auto #1 (Senna / Nato / Menezes), hat man vier Runden Rückstand.

Auch in der LMP2-Klasse ist einiges passiert, hier kristallisiert sich ein Kampf um den Sieg zwischen dem United-Autosports-Oreca #22 (Hanson / Albuquerque / Di Resta) und dem Jota-Oreca #38 (Davidson / da Costa / Gonzalez) heraus. Der zweite United-Autosports-Oreca #32 (Owen / Brundle / Van Uitert) steuerte vor rund einer Stunde die Box an und musste für größere Reparaturarbeiten in die Garage geschoben werden.

Darüber hinaus wurde in dieser Klasse der Jackie-Chan-Oreca #37 in der Nacht disqualifiziert. Der Grund ist, dass ein Fahrer beim Stehen neben der Strecke ein Ersatzteil erhalten hat, ohne das die Fahrt an die Box nicht möglich gewesen wäre. Das ist per Reglement verboten.

Ein Zweikampf um den Sieg ist es jetzt auch in der GTE-Pro-Klasse. Hier trennen den Aston Martin #97 (Martin / Lynn / Tincknell) und den zweitplatzierten Ferrari #51 (Pier Guidi / Calado / Serra) aktuell nur rund 15 Sekunden. Der zweite AF-Corse-Ferrari #71 ist in der Nacht zurückgefallen. Rigon / Molina / Bird hatten sich gegen 01:30 Uhr einen Reifenschaden zugezogen und dadurch viel Zeit verloren.

Offener ist noch der Kampf in der GTE-Am-Kategorie - verständlich, da sich durch die Amateure im Feld immer einiges verschieben kann. Doch auch hier ist schon Entscheidendes passiert: Der Aston Martin #98 (Dalla Lana / Gunn / Farfus) mischt nicht mehr ganz vorne mit. Hier wurde das Auto gegen 06:30 Uhr morgens wegen des Verdachts auf Schaden an der Radaufhängung in die Garage geschoben. Schon rund zwei Stunden zuvor fiel man nach Verbüßen einer 10-Sekunden-Zeitstrafe (Slow-Zone-Vergehen) sukzessive zurück.

Damit haben in der GTE-Am-Klasse der Aston Martin #90 von TF Sport (Yoluc / Eastwood / Adam) und der AF-Corse-Ferrari #83 (Perrodo / Collard / Nielsen) die größten Siegchancen. Es mischen inzwischen aber auch die Porsche #77 (Ried / Pera / Campbell) und #56 (Perfetti / Ten Voorde / Cairoli) vorne mit.


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