MotoGP - Test-Formcheck: Wer legt zu, wer lässt nach?

Die MotoGP-Stars im Leistungsbarometer

Die MotoGP-Testfahrten auf Phillip Island haben das Feld durcheinander gewürfelt. Wir zeigen, wie sich die Formkurve der Piloten geändert hat.
von

Motorsport-Magazin.com - Ein konstant starker Marc Marquez, ein schwächelnder Valentino Rossi, ein groß aufzeigender Jonas Folger - bei den MotoGP-Tests in Australien bewegte sich im Vergleich zum Auftakt in Sepang so einiges in den Zeitenlisten. Bei wem die Form für Katar schon stimmt und wer sich Gedanken machen sollte, zeigt unser Formcheck:

Maverick Vinales

Der Yamaha-Neuling ist in dieser Saison schlicht und ergreifend makellos. Bestzeit in Sepang, Bestzeit auf Phillip Island, dazu auf beiden Strecken eine bärenstarke Longrun-Pace. Das es in unserer Leistungskurve für Maverick Vinales keine aufsteigende Tendenz gibt, liegt einfach nur daran, dass Vinales Sepang bereits auf einem derart hohen Niveau verlassen hat, das eine weitere Steigerung nur schwer möglich macht. Der Youngster ist auf jeden Fall bestens gerüstet für die MotoGP-Saison 2017.
Tendenz: =

Jonas Folger

Was war das für eine großartige Vorstellung von Jonas Folger! In Sepang als 15. nach drei Tagen schon stark, in der Rookie-Wertung aber doch nur Dritter hinter Tech3-Teamkollege Johann Zarco und Suzuki-Mann Alex Rins, zeigte Folger auf Phillip Island ganz groß auf. Am dritten Tag fuhr er mit unter einer halben Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Maverick Vinales auf den hervorragenden vierten Platz. Bei seinem ersten Besuch mit einer MotoGP-Maschine auf der Highspeed-Strecke von Phillip Island ist das eine Leistung, vor der man nur den Hut ziehen kann. Daran ändert auch ein Sturz am Freitag nichts.
Tendenz: +

Valentino Rossi hatte in Australien Probleme - Foto: Yamaha

Valentino Rossi

So hatte sich Valentino Rossi die Feierlichkeiten zu seinem 38. Geburtstag sicher nicht vorgestellt. Der Altmeister, der am Donnerstag seinen Ehrentag hatte, begann auf Phillip Island mit Rang zwei an Tag eins zwar sehr gut, kam in Folge aber völlig aus dem Tritt und beendete die Testfahrten in Australien auf dem für ihn enttäuschenden zwölften Platz. Rossi probierte mit seiner Crew viel an der neuen Yamaha M1 herum, alleine fruchten wollte nichts so wirklich. Im Fall von Rossi ist das kein Grund zur Panik, wie schnell er ein Motorrad perfekt auf sich anpassen kann hat er oft genug beweisen. Aktuell ist er davon aber weiter entfernt, als man das nach nur zwei Zehnteln Rückstand in Sepang vermuten konnte.
Tendenz: -

Marc Marquez

Noch vor Beginn der ersten Testfahrten in Malaysia wurde die Konkurrenz nicht müde zu betonen, dass der WM-Kampf 2017 nur über Marc Marquez laufen wird. Der amtierende Weltmeister ist zweifelsohne in bestechender Form, Konkurrent Vinales macht ihm die komplette Dominanz jedoch streitig. Fest steht, dass Marquez sein Niveau seit den Tests in Sepang gehalten hat, nachdem er und sein Team dort kurze Startschwierigkeiten überwinden konnten. Damit ist er dem restlichen Fahrerfeld weit voraus - mit Ausnahme von Maverick Vinales, der es schafft immer ein Tick schneller als Marquez zu sein.
Tendenz: =

Dani Pedrosa

Dani Pedrosa hört auch in seiner zwölften MotoGP-Saison nicht auf zu überraschen. Bei den Testfahrten in Malaysia kerngesund, ließen seine Leistungen dort eher zu wünschen übrig. Erst am letzten Tag konnte er eine signifikante Verbesserung vorweisen. In Australien startete er an Tag eins im vorderen Mittelfeld, an Tag zwei verwies ihn eine Halsentzündung nur auf Rang 16. Am Tag danach überraschte er mit einem Top-3-Ergebnis. Vielleicht braucht Pedrosa einfach extra-schwere Umstände, um aufdrehen zu können. Was auch immer es sein mag, ein Aufwärtstrend war beim Honda-Werkspiloten auf jeden Fall erkennbar. Und das auf einer Strecke, auf der er schon seit einem Jahr nicht gefahren ist.
Tendenz: +

Andrea Iannone kämpfte ebenfalls mit Schwierigkeiten - Foto: Suzuki

Andrea Iannone

Andrea Iannone und Suzuki - die Ergebnisse in Sepang ließen diese neue Konstellation fast wie einen Selbstläufer aussehen. Sowohl am ersten, als auch am zweiten Testtag in Malaysia fuhr der selbsternannte 'Maniac' an die Spitze der Zeitnahme mit höchstens 0.7 aber mindestens 0.4 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Von dieser Form ist in Down Under nicht viel zu sehen gewesen. Am ersten Tag legte Iannone noch solide vor, an den Tagen zwei und drei landete er nicht nur auf Rang zwölf, sondern wurde damit auch noch von Rookie und Teamkollege Alex Rins geschlagen. In Katar muss Iannone seine Form wiederfinden, will er wie angekündigt um Siege kämpfen.
Tendenz: -

Andrea Dovizioso

Während Ducati Neuzugang Jorge Lorenzo im Moment noch eine Schonfrist gönnt, werden von Andrea Dovizioso große Dinge erwartet. Immerhin haben die Roten angekündigt, dieses Jahr konstant um Siege und sogar um den WM-Titel mitzukämpfen. Optimal verläuft dieses Vorhaben aktuell aber nicht. Statt um Bestzeiten zu kämpfen, hielt sich Dovizioso in Malaysia eher im Mittelfeld auf. Von einem Aufwärtstrend auf Phillip Island kann leider auch keine Rede sein, Doviziosos beste Zeit reichte für einen fünften Platz. Verbesserung und vor allem WM-Konkurrenz sieht anders aus.
Tendenz: -

Vor Jorge Lorenzo liegt noch viel Arbeit - Foto: Ducati

Jorge Lorenzo

In Valencia war Jorge Lorenzo noch völlig aus dem Häuschen über sein neues Motorrad. Nach einigen Testfahrten ist der Spanier jetzt auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Es liegt noch reichlich Arbeit vor ihm, um Vinales und Marquez im WM-Kampf gefährlich zu werden. Lorenzo beteuert zwar, viele kleine Schritte zu machen, in den Ergebnissen spiegelt sich das im Moment aber noch nicht wieder. An die Spitze der Zeitnahme hat es Lorenzo weder in Malaysia, noch in Australien geschafft, auf beiden Strecken wurde er höchstens Achter. Damit hält der Neu-Ducatisti zwar in etwa sein Leistungsniveau, zufrieden kann er damit aber nicht sein.
Tendenz: =


Weitere Inhalte:

Wir suchen Mitarbeiter