Moto2 - Interview - Marc Marquez

Die letzten Runden machten den Unterschied

Nach seinem Gewinn des Moto2-Titels in Australien spricht Marc Marquez im Interview über die ausschlaggebenden Faktoren für den Erfolg und die MotoGP-Zukunft.

Motorsport-Magazin.com - Moto2-Weltmeister. Seit zwei Jahren scheinst du auf den Titel zuzusteuern, aber es war nicht einfach. Fühlst du dich jetzt befreit?
Marc Marquez: Ja, es war sehr wichtig, diesen Titel zu bekommen. Ich verdanke ihn meinen Sponsoren, meiner Familie und auch Emilio Alzamora. Sie haben so viel Mühe in meinen Erfolg gesteckt. Vor allem danke ich ihnen für ihre Unterstützung während meiner Genesung im Winter. Es war sehr schwierig für mich, die Enttäuschung über die Verletzung wegzustecken. Jeden Morgen bin ich verzweifelt aufgewacht und wartete darauf, dass ich nicht mehr doppelt sehe. Abgesehen davon ist es hart, dem Druck standzuhalten und immer als Favorit angesehen zu werden. Wenn man nicht an der Spitze steht, wird man da sofort gefragt, was los ist und Zweifel kommen auf. Nach dem Druck das ganze Jahr über war es sehr wichtig, zu gewinnen.

Dieses Jahr war das größte Comeback ohne Zweifel jenes von Japan. Wenn man so ein Rennen gewinnt, ist das eine tolle persönliche Belohnung
Marc Marquez

Estoril 2010, Australien 2011, Japan 2012... zeigst du gerne jedes Jahr ein Rennen mit Comeback, um die Weltmeisterschaft spannender zu machen?
Marc Marquez: Abgesehen von den Comebacks waren das Rennen, bei denen ich zuvor einen Fehler gemacht habe. Weil es aber gut ausging, erinnert sich jeder daran. Dieses Jahr war das größte Comeback ohne Zweifel jenes von Japan. Wenn man so ein Rennen gewinnt, ist das eine tolle persönliche Belohnung.

Was war dein Lieblingsrennen?
Marc Marquez: Ohne Zweifel Japan. Nach dem Fehler beim Start blieb ich ruhig und das war mir sehr wichtig. Mich von der ersten Kurve an zurück zu kämpfen war sehr schwierig, aber das gab dem Sieg eine gewisse Bedeutung.

Was war der wichtigste Moment der Saison?
Marc Marquez: Es gab viele wichtige Momente, aber die meisten geschahen in den Rennen nach der Sommerpause, als ich mit Pol [Espargaro] um den Titel kämpfte. Indianapolis, Brünn, Aragon und Japan waren entscheidende Rennen, in denen ich Kopf an Kopf mit ihm gekämpft habe und keine Punkte auf ihn verlieren durfte. Mir ist eine Weltmeisterschaft viel wert, die in den letzten Runden gewonnen worden ist. Wir hatten viele Kämpfe und vielleicht war davon keiner für sich alleine entscheidend, aber wenn man fünf Mal in der letzten Runde den Sieg rausholt, dann sind diese fünf zusätzlichen Punkte jedes Mal der Unterschied, der für den Titel notwendig ist.

Marc Marquez weiß, wie er seine innere Wut kanalisieren kann - Foto: Repsol

Gab es in diesem Jahr ein bestimmtes Rennen, in dem du dir gesagt hast: "Das will ich um jeden Preis?"
Marc Marquez: Es gab ein paar. Die letzte Runde ist immer, immer am Limit. Estoril, Japan, Misano... es gab einige Male, dass ich meine innere Wut kanalisieren musste, um ein Rennen zu gewinnen.

Gab es ein Podest, das sich wie ein Sieg anfühlte?
Marc Marquez: Das hier auf Phillip Island. Wir wurden Dritter, da ich dank dieses Ergebnisses aber den Titel holte, war es mein liebster dritter Platz überhaupt.

Was haben dich die 125cc-Klasse und die Motor gelehrt?
Marc Marquez: Die 125er hat mir beigebracht, auf einer Maschine schnell zu sein. Die Moto2 ist aber die Klasse der Konstanz. In der Moto2 habe ich gelernt, auf der Maschine nachzudenken: manchmal kann man nicht gewinnen und muss so viele Punkte mitnehmen wie möglich.

In der Moto2 ist es wichtig, Lack auszutauschen, während es in der MotoGP oft darauf ankommt, alleine vorneweg zu fahren und welche Strategie jeder Fahrer hat
Marc Marquez

Jetzt kannst du an die MotoGP denken. Was wirst du an der Moto2 vermissen?
Marc Marquez: Die MotoGP ist eine sehr andere Klasse. In der Moto2 ist es wichtig, Lack auszutauschen, während es in der MotoGP oft darauf ankommt, alleine vorneweg zu fahren und welche Strategie jeder Fahrer hat. Im Moment steht uns aber noch Valencia bevor, also werden wir dort Spaß haben und dann über die Zukunft nachzudenken beginnen.

Doohan, Criville, Rossi, Stoner und Pedrosa sind unter anderem für das Repsol Honda Team gefahren und jetzt kommst du dorthin. Was bedeutet das für dich?
Marc Marquez: Damit wird ein Traum wahr. Mein Traum war es immer, in der MotoGP zu fahren und mich zu den besten Fahrern der Geschichte zu gesellen. Es ist ein Privileg, in meinem ersten Jahr gleich beim besten Team in der MotoGP zu sein. Ich danke allen, dass ich diese Gelegenheit bekomme. Ich werde sie sicher nicht ungenutzt lassen.


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