Formel 1 - Smedley: Setup schuld an schlechter Rennpace

Würden es im Nachhinein anders machen

Nach drei Podiumsplatzierungen in Folge lief es für William in Ungarn weniger gut. Doch es lag nicht nur an der Streckencharakteristik.
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Motorsport-Magazin.com - Im vergangenen Jahr wäre es noch ein Top-Resultat für Williams gewesen: Felipe Massa auf Fünf, Valtteri Bottas auf Platz neun. In diesem Jahr ist der Traditionsrennstall mit 14 Punkten enttäuscht. 2013 waren es über die ganze Saison hinweg nur fünf Punkte. Die Ansprüche sind nach drei Podiumsplatzierungen in Folge gestiegen. Deutlich. Williams hatte an den letzten Wochenenden das zweitschnellste Auto.

"Es kann sich zwischen dem zweit- und dem fünftschnellsten Auto sehr schnell verschieben", mahnte Rob Smedley bereits mehrfach und erinnerte nach dem Ungarn GP an seine Worte. Auf dem engen, winkligen Kurs nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest konnte der FW36 seine Stärken nicht ausspielen. Schon vor dem Wochenende war vielen im Team klar: Der Hungaroring würde der ultimative Performance-Test werden.

Für Williams lief es leicht durchwachsen - Foto: Sutton

Deswegen führt Smedley das weniger gute Abschneiden weniger auf Fehler bei der Strategie zurück, als vielmehr auf prinzipielle Dinge. "Das Problem war die Pace des Autos", ist sich der Brite sicher. "Im Rennen selbst, glaube ich nicht, dass wir viel falsch gemacht haben. Wir haben beide Autos in den Punkten. Red Bull und Ferrari waren einfach schneller."

Temperatursturz schlecht für Williams

Doch im Qualifying konnte Bottas den Boliden aus Grove noch auf Platz drei stellen, im Rennen ging es nach hinten. Die Bedingungen hatten sich aber dramatisch geändert: Der Asphalt war knapp 20 Grad kühler als noch am Samstag. "Im Nachhinein hätten wir die Autos definitiv ein bisschen anders abstimmen können", gesteht Smedley auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Damit hätten wir mehr Reifentemperatur generieren können." Laut Smedley würde der FW36 sehr gut auf solche Setup-Änderungen reagieren. "Wenn wir das Rennen bei gleichen Bedingungen noch einmal fahren würden, dann wären wir deutlich konkurrenzfähiger", so Smedley selbstbewusst.

Wenn wir das Rennen bei gleichen Bedingungen noch einmal fahren würden, dann wären wir deutlich konkurrenzfähiger.
Rob Smedley

Hätte, wäre, wenn gibt es in der Formel 1 nicht. Trotzdem versucht Williams nun, Positives aus dem falschen Setup zu ziehen. "Wir müssen jetzt verstehen, wie sich die Reifen an unserem Auto bei diesen Bedingungen, bei diesem Asphalt mit dieser Mikro- und Makrorauigkeit verhalten, wie sich diese Mischungen in welchen Arbeitsfenstern verhalten. Diese Situation wird auch in Zukunft wieder kommen und dann sind wir bereit."

FRIC-Verbot kein Problem

Am FRIC-Verbot hätte die Performance in Relation zu den anderen Teams aber nicht gelitten. "An der Hackordnung hat das hier nicht geändert, das lag nur an der Streckencharakteristik selbst, weil man hier viel mehr Downforce benötigt. Luftwiderstand und Motorleistung sind hier weniger wichtig."

Schon in Hockenheim hätte Williams das FRIC-Verbot ganz gut in den Griff bekommen, wie Smedley meint. "Wir sind schon dort zu 80 Prozent damit zurechtgekommen, jetzt arbeiten wir an den restlichen 20 Prozent. Es ist noch nicht komplett aussortiert, aber in Spa oder Italien sollten wir das gelöst haben."

Reifen nicht vorherzusehen

Die Reifenstrategie bei Williams war nicht ideal - Foto: Sutton

Als einziger Pilot fuhr Felipe Massa gleich zweimal auf dem Medium-Reifen. Viele Fahrer sprachen bereits im Vorfeld vom ungeliebten Prime-Reifen, den nicht wenige für zu hart hielten. Im Nachhinein zeigte sich, dass es die falsche Wahl war, zweimal mit den Mediums zu fahren. Doch das war nicht vorherzusehen, wie Smedley meint. "Wir haben den Prime gewählt, weil wir zu diesem Zeitpunkt [beim ersten Safety-Car] dachten, dass der Option nicht lang genug hält. Wir wollten nur noch einen Stopp machen."

Nach den Trainingssitzungen ging Williams davon aus, dass nur 16 Runden mit dem Soft-Reifen möglich wären. Eine falsche Einschätzung. Max Chilton schaffte sogar 37 Umläufe auf dem gelb markierten Pneus, Fernando Alonso verteidigte sich mit mehr als 30 Runden alten Reifen gegen Lewis Hamilton. "Als das Safety-Car kam, dachten wir nicht, dass wir zweimal 25 Runden mit dem weichen Reifen fahren können. Aber man konnte dann doch deutlich mehr fahren", musste Smedley konstatieren.


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