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Formel 1 - Kanada GP: Die Tops und Flops

Drama in Montreal

Was für ein Rennen! Der Kanada GP bot alles, was das Fanherz höherschlagen lässt. Motorsport-Magazin.com präsentiert die Tops und Flops.
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Motorsport-Magazin.com - Der Große Preis von Kanada lieferte einmal mehr allerbeste Unterhaltung. Strahlende Sieger, traurige Verlierer und jede Menge Action - Motorsport-Magazin.com lässt das Rennen in Montreal noch einmal Revue passieren und präsentiert die Tops und Flops vom Circuit Gilles Villeneuve.

Top: Ricciardo triumphiert

Ricciardo setzte sein breitestes Grinsen auf - Foto: Sutton

Selten strahlte ein Sieger so wie Daniel Ricciardo - aber der Australier hätte wohl auch nach einem Ausfall in der ersten Runde ein breites Grinsen auf dem Gesicht gehabt, wie es einfach seine Art ist. Der Red-Bull-Pilot nutzte die Gunst der Stunde und schlug aus den seltenen technischen Problemen von Mercedes Kapital, um in Montreal seinen ersten Grand-Prix-Sieg zu feiern, den er zunächst als "surreal" bezeichnete. Ricciardo ist nach Jack Brabham, Alan Jones und Mark Webber erst der vierte Pilot vom fünften Kontinent, dem dies gelang.

Top: Rosberg macht das Beste draus

Rosberg kam als Zweiter ins Ziel - Foto: Sutton

Nico Rosberg war nach dem Rennen in der Pressekonferenz bester Laune. Das lag zum einen daran, dass er nach der Zieldurchfahrt glaubte, Fünfter oder Sechster und nicht Zweiter geworden zu sein, aber auch Lewis Hamiltons Ausfall dürfte ihn nicht übermäßig traurig gestimmt haben. Rosberg nahm wertvolle 18 Punkte aus Kanada mit, während sein Teamkollege leer ausging. In der Gesamtwertung hat der Deutsche damit schon 22 Zähler Vorsprung auf Hamilton - wer so beständig punktet, hat beste Chancen, Weltmeister zu werden.

Top: Hülkenberg punktet weiter

Hülkenberg hamstert weiter Punkte - Foto: Sutton

Über weite Strecken des Rennens stand nicht Nico Hülkenberg, sondern sein Force-India-Teamkollege Sergio Perez im Fokus. Letztlich schied der Mexikaner aber nach einer ungestümen Attacke gegen Felipe Massa aus, wohingegen der Deutsche die Ziellinie nicht zuletzt dank einer Ein-Stopp-Strategie als Fünfter überquerte. Damit schaufelte Hülkenberg auch im siebten Saisonrennen Punkte auf sein Konto und betrieb einmal mehr beste Werbung in eigener Sache. Bei Ferrari könnte ja gerüchteweise ein Cockpit frei werden…

Top: Glückspilz Vettel

Vettel musste erst einmal einen tiefen Schluck Schampus nehmen - Foto: Sutton

Zwar musste Sebastian Vettel mit ansehen, wie sein Stallgefährte den Grand-Prix-Sieg ausgiebig feierte, doch mit dem dritten Platz konnte der in dieser Saison wenig erfolgsverwöhnte Weltmeister ebenfalls ganz gut leben. Um ein Haar wäre Vettel nämlich nicht einmal ins Ziel gekommen, da der von Perez torpedierte Massa nur haarscharf an ihm vorbeischoss. Insofern kann Vettel mit Fug und Recht als Glückspilz des Rennens bezeichnet werden.

Top: Spannung pur

Schon in der ersten Kurve ging es ordentlich zur Sache - Foto: Sutton

Auf Montreal ist einfach Verlass, Spannung und Action kamen auf dem Circuit Gilles Villeneuve noch nie zu kurz. Von der ersten bis zur letzten Runde reihte sich spektakuläre Szene an spektakuläre Szene und obwohl es einige heftige Abflüge gab, blieben letztlich alle Protagonisten unversehrt. Dass sich mit Ricciardo ein neuer Pilot in die Siegerlisten eintrug, passte dazu perfekt ins Bild. So betrieb die Formel 1 beste Werbung in eigener Sache - und das auch noch im Hauptabendprogramm. Wir freuen uns auf zehn weitere Jahre in Montreal.

Flop: Hamilton von der Technik geschlagen

Hamilton verbuchte den zweiten Ausfall der Saison - Foto: Sutton

Es kommt nicht oft vor, dass bei Mercedes etwas schiefgeht. Wenn dies jedoch der Fall ist, scheint vorrangig Lewis Hamilton der Leidtragende zu sein. Wie schon in Australien schied der Brite auch in Kanada unverschuldet aus, diesmal versagten seine Bremsen den Dienst. Sollte der Defektteufel nicht bald das Lager wechseln und auch Nico Rosberg nachhaltig heimsuchen, der sich trotz technischer Schwierigkeiten ins Ziel schleppen konnte, rückt der zweite WM-Titel nach 2008 für Hamilton in weite Ferne.

Flop: Perez sorgt für Kleinholz

Massa kam mit dem Schrecken davon - Foto: Sutton

Lange Zeit sah es so aus, als könnten Sergio Perez oder Felipe Massa sensationell das Rennen für sich entscheiden - doch es sollte alles anders kommen. In der letzten Runde kollidierte der Mexikaner bei der Anfahrt zu Kurve eins mit dem Brasilianer, was zwei heftige Abflüge zur Folge hatte. Die Stewards sahen die Schuld für den Crash bei Perez und brummten ihm eine Strafe für das nächste Rennen in Spielberg auf. Immerhin entstiegen beide Piloten ihren Wracks unverletzt - nach den harten Einschlägen keine Selbstverständlichkeit.

Flop: Chiltons Serie endet

Viel blieb von Bianchis Wagen nicht über - Foto: Sutton

Als einziger Pilot im aktuellen Fahrerfeld sah Max Chilton in jedem Grand Prix, an dem er teilnahm, die Zielflagge. Zumeist mit mehreren Runden Rückstand, doch der Brite schied noch nie aus. Bis zum Großen Preis von Kanada. Bereits nach wenigen Kurven war das Rennen für Chilton beendet - ausgerechnet nach einer Kollision mit Marussia-Teamkollege Jules Bianchi. Zu allem Überfluss sprachen die Regelhüter dem Briten auch noch die Schuld für den Crash zu, sodass er in Spielberg drei Positionen weiter hinten starten muss.

Flop: Ferrari versinkt im Mittelmaß

Alonso und Räikkönen spielten wieder einmal nur Nebenrollen - Foto: Sutton

Man glaubt es kaum, aber auch Ferrari nahm am Rennen auf der Île Notre-Dame teil, obwohl die roten Boliden so gut wie nie im Bild waren. Allzu viel gab es über Fernando Alonso und Kimi Räikkönen aber auch nicht zu berichten, die Plätze sechs und zehn sind dem italienischen Traditionsrennstall unwürdig. Die Scuderia versinkt mehr und mehr im Mittelmaß und die Abschiedsgerüchte um Räikkönen dürften die Stimmung in Maranello ebenfalls kaum heben.

Flop: Sauber helfen auch Ausfälle nicht

Trist, trister, Sauber - Foto: Sutton

Gerade einmal 14 Autos schienen in Montreal im Endklassement auf - darunter sogar die ausgeschiedenen Perez und Massa -, dennoch gelang es Sauber nicht, die ersten Punkte der Saison zu erzielen. Adrian Sutil wurde bescheidener 13., während Teamkollege Gutierrez zwar als 14. gewertet wurde, seinen Wagen aber bereits einige Runden vor dem Fallen der Zielflagge abstellen musste. Gelingt nicht bald eine merkliche Leistungssteigerung, wird Sauber das Jahr wohl tatsächlich hinter Marussia beenden.


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