Bis zur achten Runde des ersten Rennens des Saisonfinales in Macau sah Yvan Muller wie der sichere Weltmeister aus. Von der zweiten Startposition konnte der Franzose noch vor der ersten Kurve die Führung übernehmen und fuhr dem Sieg entgegen. Andy Priaulx quälte sich währenddessen im Mittelfeld herum und lag außerhalb der Punkteränge. Alles sprach demnach für Muller und Seat.
Doch dann passierte das, was ihm keiner wünschte. Kurz vor dem Ende des Rennens wurde Muller plötzlich langsamer und blieb dann sogar stehen. Motoraussetzer seines so hoch gelobten Dieselmotors zwangen den Franzosen zur Aufgabe. Nur wenige Momente später schickte Gabriele Tarquini Augusto Farfus in die Leitplanken. Durch die Ausfälle im letzten Renndrittel rückte Priaulx noch bis auf den achten Rang nach vorne und sicherte sich nur einen Zähler, sondern auch die Pole-Position für den folgenden zweiten Lauf.
Dort hatte der Brite keine Schwierigkeiten, sich am Start in die Führung zu setzen. Dahinter profitierte James Thompson von einem guten Start und lag auf dem zweiten Platz, als es zum ersten Mal durch die Lisboa-Kurve ging. Nach zwei Runden klärten sich die Kräfteverhältnisse an der Spitze. Priaulx konnte sich im engen und winklingen Stadtteil der sechs Kilometer langen Strecke immer weiter von Thompson absetzen. Der Landsmann von Priaulx konzentrierte sich in der zweiten Rennhälfte verstärkt auf den hinter ihm fahrenden Nicola Larini.
Nach einem Quersteher von Thompson in der schnellen Mandarin-Kurve konnte Larini auf der Innenbahn vorbeiziehen. Für den Alfa-Piloten hatte dieser Fehler schwerwiegende Folgen. Der dritte Platz im zweiten Rennen sollte nicht für den Vizemeistertitel reichen. Am Ende fehlten zwei Punkte auf Yvan Muller, der im zweiten Lauf gar nicht mehr antrat.
Den Defekt von Muller im ersten Rennen konnte Alain Menu nutzen. Der Chevrolet-Fahrer holte sich nach der Pole-Position auch den Rennsieg in den Straßen von Macau. Hinter Gabriele Tarquini, gegen den BMW wegen der Kollision mit Farfus noch protestierte, landete Rob Huff ebenfalls auf dem Podium.
Am Ende war also wieder alles so, wie man es gewohnt ist. Andy Priaulx holte sich den dritten WM-Titel in Folge, auch wenn dieses Jahr eine gehörige Portion Glück mit im Spiel war. Aber auch das gehört dazu. Bei BMW darf man die Korken übrigens uneingeschränkt knallen lassen. Auch die Markenwertung konnten die Münchner für sich entscheiden.

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