Das Zeittraining der WTCC auf dem Stadtkurs in Porto war schon etwas ganz Besonderes. Mit 45 Minuten war die Sessions ohnehin schon länger als auf normalen Kursen. Dies hatte einen einfachen Grund: Man wollte Verkehr verhindern. Das nutzt aber alles nichts, wenn sich die Fahrer trotzdem in die Quere kommen oder die Streckenbreite nicht richtig einschätzen. Letztlich dauerte die Qualifikation mehr als eine Stunde, denn sie musste mehrfach unterbrochen werden.

Den Anfang machte James Thompson, der seinen Alfa Romeo nachhaltig faltete. Mit hoher Geschwindigkeit flog der Brite in die Mauer. Das Resultat war ein zehnter Startplatz und viel Arbeit für die Mechaniker. Auch Jordi Gené brachte seinem Team eine Menge Arbeit ein. Der Spanier schlug mit dem Vorderrad in die Begrenzung ein, konnte aber aus eigener Kraft in die Boxengasse zurückkehren. Der Vogel wurde in den letzten Minuten abgeschossen. Nein, es war nicht der Vogel, sondern Felix Porteiro. Der BMW-Pilot wurde von Roberto Colciago abgeräumt. Der Seat des Italieners fing danach sogar kurz Feuer. Kommentar von Colciago: "Ich kann es nicht fassen."

Nebenbei wurden auch noch schnelle Rundenzeiten gefahren. Auf der 4,720 Kilometer langen Strecke war Alain Menu mit 2:06.927 Minuten am besten unterwegs. Für den Schweizer ist es die dritte Pole Position in der laufenden Saison. Auch dahinter regierte Chevrolet. Alle drei Lacetti fuhren an die Spitze. Rob Huff belegte Rang zwei, Nicola Larini wurde Dritter. Hinter den Chevrolet landeten gleich drei Seat, der beste von ihnen stammt nicht aus dem Werkslager. Tom Coronel, Gabriele Tarquini und Yvan Muller sicherten sich die Startplätze vier bis sechs. Erst auf den Positionen sieben, acht und neun konnten sich die besten BMW qualifizieren. Weltmeister Andy Priaulx und Alex Zanardi stehen in Reihe vier, dahinter folgt Jörg Müller. Tabellenführer Augusto Farfus belegte nur Platz zwölf.