Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor):
Unsere Autos funktionieren technisch sehr gut, aber wir haben auf der siebten und achten Etappe viele Rückschläge erlitten. Immer, wenn sich niemand festgefahren oder verfahren hat, waren wir voll konkurrenzfähig und haben an der Spitze mitgemischt. Wir sind nicht mehr vorne und haben 26 Minuten aufzuholen. Das ist zwar machbar, aber sehr schwierig. Im Dünensand macht uns etwas die Tatsache zu schaffen, dass die Motoren schnell warm werden. Im tiefen Sand braucht man die meiste Kühlung, hat aber den geringsten Fahrtwind, weil man oft nur Schritttempo fährt, bei durchdrehenden Rädern jedoch viel Leistung beansprucht. Das ist für alle gleich. Damit der Motor nicht überhitzt, wird bei uns bei Bedarf automatisch die Leistung um einige Prozent reduziert. Das System funktioniert gut, doch wir können es noch verbessern. Vielleicht haben wir zu wenig im tiefen Sand getestet. Jetzt blicken wir nach vorne: Wir haben ein tolles Team und die Motivation ist ungebrochen. Wir wollen nach wie vor diese Rallye gewinnen und werden bis zum Ziel am Lac Rose alles geben.

Peter Utoft (Team-Manager):
Seit dem vergangenen Jahr wurden die Strukturen im Team weiter verbessert und die Abläufe optimiert. Wir haben etwa zehn Prozent mehr Leute pro Rallye-Fahrzeug im Einsatz. Alle wichtigen Schlüsselpositionen wurden doppelt besetzt. Wichtig war, die Teammitglieder auf diese Rallye perfekt vorzubereiten, so zum Beispiel durch Einsätze im Marathon-Rallye-Weltcup. Das hat sich ausgezahlt, wie wir in der ersten Hälfte der Veranstaltung gesehen haben: Die Abläufe sind sehr ruhig, oft war die Mannschaft am Abend sehr früh mit dem Service fertig. Bei einem so gewaltigen Projekt wie der Rallye Dakar profitiert man natürlich von einer guten Vorbereitung, auch dort haben wir einen Schritt vorwärts gemacht. Bei einem so großen Team ist es wichtig, die richtigen Teammitglieder im richtigen Moment am richtigen Ort zu haben. Und das ist uns bisher gelungen.

Bruno Saby:
Der Start der Rallye war so spannend wie nie zuvor. Bis zur sechsten Etappe gab es noch zehn Fahrzeuge, die hätten siegen können. Leider haben wir durch einen Defekt an einer Kraftstoffleitung Zeit verloren. Positiv ist, dass sich die Mannschaft gut weiter entwickelt hat. Volkswagen hat das Potenzial zu gewinnen. Leider haben kleine Fehler Zeit gekostet. An den ersten Tagen war es nicht so, dass Volkswagen vorne war, weil Mitsubishi Zeit verloren hat. Nach der achten Etappe ist hingegen Mitsubishi an der Spitze, weil Volkswagen zurückgefallen ist.

Michel Périn:
Bruno und ich haben uns folgende Strategie vorgenommen: Wir wollten nicht zu langsam sein, aber auch nicht zu schnell, sondern vor den echten Dakar-Prüfungen in Tuchfühlung zur Spitze bleiben. Leider hatten wir einen Defekt auf der siebten Etappe. Doch ermutigend ist, dass der Race Touareg 2 extrem konkurrenzfähig ist. Wir konnten sehr gute Zeiten erreichen, ohne am Limit zu fahren – und wollen das auch weiterhin tun.

Jutta Kleinschmidt:
Die Rallye war bisher von der Strecke sehr schön, eine gute Mischung. Eigentlich etwas, was mir gut liegen sollte. Am Anfang war die Rallye sehr eng, doch als die echten Wüsten-Etappen kamen, hat sich das Feld sehr rasch auseinander gezogen. Aber leider liegen wir jetzt schon eine Stunde hinter der Spitze, weil wir uns festgefahren haben. Ich muss jetzt sehen, was wir noch aufholen können.

Fabrizia Pons:
Ich bin mit unserer momentanen Platzierung nicht glücklich, wir haben auf der letzten Etappe vor dem Ruhetag zu viel Zeit verloren. Doch die Rallye ist noch nicht beendet. Wir wollen um eine bessere Platzierung kämpfen. Was die neuen Regeln betrifft, finde ich, dass das Roadbook bei dieser Veranstaltung nicht gut genug ist, um nach den neuen Regeln zu arbeiten. Denn wenn ein Wegpunkt nicht erscheint, kreist man herum und sucht. Und das ist gefährlich, weil potenziell die Fehlerquote steigt.

Giniel de Villiers:
Die siebte Etappe war mit Sicherheit die schwierigste der Rallye. Es war für mich enttäuschend, auf der achten Etappe stecken zu bleiben. Wir liegen nun 26.16 Minuten hinten, doch die Rallye ist noch nicht vorbei. Wir wollten zu diesem Zeitpunkt natürlich näher an der Spitze sein. Doch noch ist alles möglich, vor allem die Etappe nach dem Ruhetag wird richtig hart.

Tina Thörner:
Ich habe den ersten Teil der Rallye genossen, denn sie hatte viele schwierige und anspruchsvolle Sektionen. Es ist eine klassische Route, eine große Herausforderung. Durch die neuen Regeln wurde die Arbeit für uns Beifahrer noch schwieriger.

Carlos Sainz:
Ich gewinne jetzt ein richtiges Bild von dieser faszinierenden Sportart. Hier herrscht eine tolle Atmosphäre. Sehr gut finde ich, dass es nicht nur auf Tempo ankommt, sondern auch auf Strategie, Navigation, Zuverlässigkeit und Teamarbeit. Sehr enttäuscht bin ich über den Zeitverlust am Samstag. Der Kupplungsschaden war wohl eine Folge vom Vortag, als wir uns festgefahren haben und uns mühselig befreien mussten.

Andreas Schulz:
Unsere Halbzeitbilanz fällt grundsätzlich positiv aus. Carlos fährt seine erste Wüstenrallye und jeder hat gesehen, wie gut seine Leistungen sind. Schade ist, dass wir durch den Kupplungsschaden so weit zurückgefallen sind. Alle Beifahrer erleben, dass die Navigation und die Suche nach den Wegpunkten in diesem Jahr viel mehr mit Zufall zu tun als in der Vergangenheit. Das ist sicher nicht ideal für einen so hochklassigen Sport.

Mark Miller:
Ich bin etwas enttäuscht, denn unsere zwei Überschläge auf der siebten Etappe haben uns um die Siegchancen gebracht. Und jetzt muss ich mein Bestes geben, mich Tag für Tag im Gesamtklassement weiter vorkämpfen und keine weiteren Fehler machen. Ich bin glücklich, dass ich genauso schnell fahre wie die anderen. Das hilft mir für die Zukunft. Es ist schön, für ein so professionelles Team zu fahren – die Volkswagen Mannschaft arbeitet großartig. Ich will mithelfen, dass Jutta und Giniel aufs Podium fahren – hoffentlich ganz nach oben.

Dirk von Zitzewitz:
Es bei der ‚Dakar´ immer krass, wie eng Gut und Böse beieinander liegen. Wir waren nach der sechsten Etappe in einer guten Position, dachten am Tag darauf, wir hätten durch unsere zwei Rollen alles weggeworfen. Wir hatten aber Glück, dass wir trotz des Pechs noch in den Top 10 sind. Am Tag danach lief es wieder sehr gut. Doch es tut weh zu sehen, wie nahe wir an einem richtigen Erfolg waren. Bei einer ‚Dakar´ kann so viel passieren. Wir haben nach dem Ruhetag einen weiteren schwierigen Tag vor uns. Man darf sich hier nie einer Platzierung sicher fühlen. Die Rallye endet erst am Lac Rose.