WRC

Französische Flagge zum Gedenken an Terror-Opfer - Ogier verzichtet nach Wales-Sieg auf Jubel

Sebastien Ogier war nach seinem Sieg beim Saisonfinale in Wales nicht nach Feiern zumute. Kris Meeke und Andreas Mikkelsen verzichteten ebenfalls auf Jubel.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier hat das Debakel der Rallye Spanien aus seinem Kopf verbannt und mit einer sicheren Fahrt auf der Power Stage den Sieg beim Saisonfinale in Wales gesichert. Nach der Zieldurchfahrt legten er und Beifahrer Julien Ingrassia die französische Flagge über die Windschutzscheibe des Polo R WRC, um der Opfer der Terroranschläge von Paris zu gedenken. Das französische Duo verzichtete auf jeglichen Jubel nach dem achten Saisonsieg.

"Okay, der Sieg hier ist die beste Art und Weise, die Saison zu beenden, aber es macht keinen Sinn, heute irgendetwas zu feiern", sagte der dreifache Weltmeister mit ernster Miene. "Wir haben andere Dinge im Kopf. Es war ein schwieriges Wochenende." Der zweitplatzierte Kris Meeke und Ogiers Volkswagen-Teamkollege auf Platz drei, Andreas Mikkelsen, zollten den Opfern der Anschläge ebenfalls Respekt und spannten auf dem Podium die französische Flagge.

Citroen Vize-Champion bei den Herstellern

Ogier hielt sich trotz schwierigster Bedingungen mit viel Regen und starkem Wind über das ganze Wochenende hinweg schadlos und fuhr mit einem komfortablen Vorsprung von 26 Sekunden den Sieg ein. Meeke sicherte mit Platz zwei bei der Rallye Großbritannien Citroen Platz zwei in der Herstellerwertung. Die Franzosen liegen am Saisonende mit 230 Zählern auf dem Konto sechs Punkte vor Hyundai. Volkswagen bewies mit dem Durchbrechen der Marke von 500 Prüfungssiegen seit dem Comeback einmal mehr seine Dominanz.

Es macht keinen Sinn, heute irgendetwas zu feiern.
Sebastien Ogier

Für Mikkelsen ist Platz drei in Großbritannien das neunte Podium der Saison. Auf der Power Stage wurde es für den Überraschungssieger der Rallye Spanien noch einmal brenzlig, als er leicht anschlug. "Ich wollte nur ein kleines bisschen pushen", gestand er.

Für Dani Sordo und Hayden Paddon ging es hingegen nur darum, die Positionen vier und fünf ins Ziel zu bringen, auch wenn Hyundai den Kampf um Platz zwei bei den Herstellern verlor. Probleme mit dem Getriebe bremsten das Duo ein. Platz sechs ging an Lokalmatador Elfyn Evans, dessen Teamkollege Ott Tänak am Morgen des Finaltags auf Platz vier liegend ausgeschieden war.

Latvala Vize-Champion bei den Fahrern

Mads Östberg, der als Siebter ins Ziel kam, hatte das ganze Wochenende über mit Matsch im Auto zu kämpfen, da es Citroen nicht gelang, das Loch im Unterboden des DS3 WRC zu finden. Aufgrund der rutschigen Pedale war der Norweger am zweiten Tag der Rallye sogar in einen Graben gerutscht und hatte dabei viel Zeit verloren. Die Top-10 komplettieren hinter ihm Stephan Lefebvre, Robert Kubica und Lorenzo Bertelli. Kubica gelang auf der abschließenden Power Stage die drittschnellste Zeit.

Einen Saisonabschluss zum Vergessen erlebten Volkswagen-Pilot Jari-Matti Latvala und Hyundai-Pilot Thierry Neuville. Latvala war an Tag eins der Rallye Großbritannien in einen Graben gerutscht, während sich Neuville ein Rad von seinem i20 WRC abriss. Beide starteten an Tag zwei erneut, schieden jedoch ein weiteres Mal aus. Latvala musste wegen technischer Probleme die Segel streichen, während sich Neuville überschlug. Trotz der Rückschläge konnte sich Latvala die Vizemeisterschaft hinter Ogier sichern.

Die Top-10 nach dem Finale:

1. Ogier (Volkswagen) 3:03:02.0 Stunden
2. Meeke (Citroen) +26.0 Sekunden
3. Mikkelsen (Volkswagen) +36.2
4. Sordo (Hyundai) +2:51.3 Minuten
5. Paddon (Hyundai) +3:00.5
6. Evans (Ford) +3:09.1
7. Östberg (Citroen) +4:28.4
8. Lefebvre (Citroen) +5:38.4
9. Kubica (Ford) +6:22.7
10. Bertelli (Ford) +8:05.0


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter