WRC

Ogier führt, Latvala raus - Freud und Leid bei Volkswagen in Wales

Sebastien Ogier liegt in Wales mit 13,5 Sekunden Vorsprung an der Spitze und sicherte sich seine 400. WP-Bestzeit. Andreas Mikkelsen folgt auf Rang drei.

Motorsport-Magazin.com - Schlammpackung im Rallye-Tempo: Für die Volkswagen Duos Sébastien Ogier/Julien Ingrassia und Andreas Mikkelsen/Ola Fløene hat die Rallye Großbritannien gut begonnen. Beim Saisonfinale der FIA Rallye-Weltmeisterschaft liegen die dreimaligen Weltmeister Ogier/Ingrassia bei extrem tückischen Bedingungen in Führung, die Spanien-Sieger Mikkelsen/Fløene auf der dritten Position. Mit fünf von sechs möglichen Prüfungsbestzeiten erarbeiteten sich Ogier/Ingrassia nicht nur einen Vorsprung von 13,5 Sekunden, sondern auch ihre insgesamt 400. und 401. Karriere-Bestzeit. Typisch Wales: Auf den schlammig-rutschigen Wertungsprüfungen entwickelte sich zwischen Ogier/Ingrassia sowie Kris Meeke/Paul Nagle ein packender Zweikampf um die Führung.

Der Abstand zu Kris Meeke ist nicht groß, er ist schnell unterwegs. Das verspricht ein schöner Kampf für die nächsten Tage zu werden.
Sebastien Ogier

"Es gibt nicht viele Rallyes im Kalender, wo man als Erster auf die Strecke möchte, aber in Wales ist es meist von Vorteil. Für Julien und mich lief es daher auch ganz gut, ich bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Tag", sagte Weltmeister Ogier. "Am Morgen war es nicht einfach den Griplevel einzuschätzen, weil es stellenweise extrem rutschig war. Ich habe dann das Set-up der Dämpfer leicht geändert, danach war das Handling besser. Vor allem auf der dritten Prüfung habe ich ein optimales Gefühl im Polo gehabt. Der Abstand zu Kris Meeke ist nicht groß, er ist schnell unterwegs. Das verspricht ein schöner Kampf für die nächsten Tage zu werden. Auf den freue ich mich."

Teamkollege Andreas Mikkelsen folgt mit 31.4 Sekunden Rückstand zu Ogier auf Rang drei. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Start in die Rallye Großbritannien. Ohne Testfahrten und ohne die Erfahrung aus dem Shakedown, den ich gestern auslassen musste, galt es, zügig in den Rhythmus für diese sehr kniffligen Bedingungen zu finden", schilderte der Norweger. "Das ist uns gut gelungen, auch wenn wir hier und da zu vorsichtig waren und Zeit liegengelassen haben. Auf den Prüfungen heute habe ich einfach nicht so viel Erfahrung wie auf denen am Samstag und Sonntag. Ich freue mich deshalb auf die kommenden zwei Tage und bin gespannt, was wir noch ausrichten können. Platz drei ist jedenfalls keine schlechte Ausgangsposition."

Latvala im Pech

Ein frühes Ende nahm der Arbeitstag dagegen für Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila. Die dreimaligen Saison-Sieger und derzeitigen WM-Zweiten kamen auf der zweiten Wertungsprüfung von der Strecke ab und blieben in einer Senke stecken. Sie können allerdings am Samstag unter Rallye-2-Reglement zurückkehren.

"Das war natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Wir waren gerade erst in die Rallye gestartet und kurz danach schon wieder raus. In der zweiten Wertungsprüfung sind wir kurz nach dem Start von der Strecke abgekommen und im Graben gelandet. Der war leider auch noch so tief, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken war. Das ist besonders ärgerlich, weil wir eigentlich eine gute Abstimmung gefunden hatten und auch das Tempo passte", zeigte sich der Finne frustriert. "Wir waren auf jeden Fall wettbewerbsfähig und hätten um den Sieg fahren können. Aber sowas gehört zu unserem Sport halt dazu. Wir werden versuchen im Rallye-2-Reglement wieder an den Start zu gehen. Für heute ist es natürlich frustrierend, aber morgen sieht die Welt schon wieder anders aus."

Wie schnell Fehler bei diesem schlammigen und rutschigen Untergrund passieren können, haben wir heute bei Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila gesehen.
Jost Capito

Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito war nach dem Ergebnis seiner drei Piloten zwischen Freude und Enttäuschung. "Die Rallye Großbritannien und ihre sehr anspruchsvollen Bedingungen sind alles andere als leicht zu meistern. Bei wechselhaftem Wetter wie heute ist die richtige Dosierung von Vorsicht und Attacke eine Mammut-Aufgabe, die Sébastien Ogier und Julien Ingrassia hervorragend gemeistert haben. Auch Andreas Mikkelsen und OIa Fløene haben eine solide Leistung abgerufen. Wie schnell Fehler bei diesem schlammigen und rutschigen Untergrund passieren können, haben wir heute bei Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila gesehen, die schon früh rausgerutscht sind", sagte Capito.


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