Während Mitsubishi-Pilot Luc Alphand seine Gesamtführung auf der sechsten Etappe der Rallye Tunesien ausbaut, hat die Volkswagen Werkspilotin Jutta Kleinschmidt auf der anspruchsvollen den dritten Rang erzielt.

Dabei musste sich die Dritte der diesjährigen Rallye Dakar mit ihrem Race-Touareg auf dieser Königsetappe nur um wenige Sekunden dem Spitzenreiter Luc Alphand geschlagen geben. Teamkollege und Weltcup-Tabellenführer Bruno Saby liegt zwei Tage vor Ende der Veranstaltung unverändert auf Podiumskurs.

Der Franzose, der am Tag zuvor den zweiten Etappensieg gefeiert hatte, fuhr auf der 223 Kilometer langen Schleife südlich der Wüstenoase El Borma die fünfte Zeit, obwohl er rund sechs Minuten einbüßte, als sein Auto im Sand steckenblieb. Die vorletzte Etappe, mit 326 Kilometern zugleich die längste Wertungsprüfung, führt die Teams am Sonntag auf die Insel Djerba.

Luc Alphand, 2. Platz Tages- / 1. Platz Gesamt-Wertung:
Bruno blieb stecken, weswegen wir ihn überholen konnten. Die Etappe war nicht allzu schwierig. Es war einfach ein Wüstenrennen. Es gab einen steilen und schwierigen Anstieg, aber der war für uns nicht schlecht. Für einige hintere Fahrer wird es aber hart. Wir setzten auf einen sicheren Reifendruck von rund 2,1 Bar und blieben nicht stecken. Unser Plan war es heute Hiroshi einzuholen und bei ihm zu bleiben. Somit war es ein guter Tag. Nun werde ich am Sonntag hinter Jean-Louis starten, während er die Etappe eröffnen wird. Es wird viele Steine auf der nächsten Etappe geben, weswegen wir eine sichere Pace an den Tag legen werden um keinen Reifenschaden zu riskieren.

Hiroshi Masuoka, 4. Platz Tages- / 2. Platz Gesamt-Wertung:
Wir hatten heute sehr viel Glück. Das Gaspedal blieb stehen und wir konnten nicht bremsen. Wir kamen zu dieser Düne und das Auto überschlug sich fast. Es war keine schöne Erfahrung. Wir blieben aber stehen, bevor wir uns überschlagen konnten. Es war aber nicht gut für mein Herz!

Jutta Kleinschmidt (D), 3. Platz Tages- / 4. Platz Gesamt-Wertung:
"Die Etappe war sehr schnell und hatte weniger Dünen-Überquerungen als wir erwartet hatten. Für uns ist der Tag gut gelaufen, das Tagesergebnis geht in Ordnung.

Bruno Saby (F), 5. Platz Tages- / 3. Platz Gesamt-Wertung:
Nach meinem Etappensieg musste ich heute als Erster auf die Strecke, das hat die Navigation erschwert, da es im Sand keine Spuren gab, denen wir folgen konnten. Zu Beginn der Prüfung habe ich mich erstmals bei dieser Rallye eingegraben. Wir sind beim Bremsen im tiefen Sand eingesunken und mussten die Sandbleche benutzen. Die Aktion hat nur sechs Minuten gekostet, man kann dabei leicht 20 Minuten verlieren. Uns trennen drei Minuten von Rang zwei.

Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor):
Mit Jean-Louis Schlesser hatten wir heute nicht gerechnet, aber er hat den Tagessieg verdient. Die Plätze drei und fünf unserer Fahrer sind nicht zufrieden stellend. Wir wollen an den letzten zwei Tagen der Rallye angreifen, mit dem Ziel, beide Autos unter den ersten Drei zu platzieren. Und das heißt: volle Attacke und Risiko.

Stand nach Etappe 6, El Borma (TN) – El Borma (TN); 223/245 km WP 6/Gesamt

Platz Fahrer (Team) Etappenzeit Zeit/Rückstand
1. L. Alphand/G. Picard (Mitsubishi) 2:13.29 Std. (2.) 13:34.24 Std.
2. H. Masuoka/P. Maimon (Mitsubishi) 2:16.48 Std. (4.) + 8.04 Min.
3. B. Saby/M. Périn (VW) 2:18.08 Std. (5.) + 11.51 Min.
4. J. Kleinschmidt/F. Pons (VW) 2:13.58 Std. (3.) + 14.32 Min.
5. J-L. Schlesser/F. Borsotto (Ford) 2:11.19 Std. (1.) + 26.43 Min.