WRC

Fünfter Saisonsieg für Sebastien Ogier - Dominator Ogier: Es ist unbeschreiblich

Sebastien Ogier gewinnt die legendäre Rallye Finnland zum ersten Mal und stellt einen neuen Rekord auf der Königsprüfung auf.
von Michelle Noah

Motorsport-Magazin.com - Ein breites Grinsen erkannte man am Samstagabend im Gesicht von Sebastien Ogier. Zusammen mit Julien Ingrassia fuhr er seinen fünften Triumph in dieser Saison ein. Die Verfolger hatten am Finaltag so gut wie keine Chance. Ogier erlaubte sich keine Fehler und schoss mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Jost Capito fand nur lobende Worte für seinen Piloten: "Sebastien [Ogier] hat diesmal den Unterschied ausgemacht. Man hat gesehen, dass Ford, Citroen und Volkswagen auf Augenhöhe agieren. Aber mit diesem Sieg hat Sebastien [Ogier] verdient einen großen Schritt in Richtung WM-Titel getan", so der Volkswagen Motorsport-Direktor.

Königsprüfung: Ouninpohja

Die gewaltigen 33 Kilometer durch die Ouninpohja waren das Highlight am Finaltag. Zwei Läufe mussten die WRC-Piloten durch die hügeligen Wälder absolvieren. Den ersten Durchgang entschied Ogier mit 2,6 Sekunden Vorsprung für sich, den zweiten sogar mit 4,6 Sekunden. Am Ende sicherte sich Ogier die Rekordzeit auf der legendärsten Bühne der Rallye. "Auf der WP Ouninpohja habe ich alles gegeben, denn die Prüfung ist einfach fantastisch. Der Herzschlag wird deutlich schneller, man ist voller Adrenalin und genießt jeden Sprung und jeden Meter", so Ogier über die Königsdisziplin.

Der Herzschlag wird deutlich schneller, man ist voller Adrenallin und genießt jeden Sprung und jeden Meter.
Sebastien Ogier

Auch Markenkollege Jari-Matti Latvala legte eine kämpferische Leistung an den Tag. Zufrieden ist er bei seinem Heimrennen aber ganz und gar nicht: "Insgesamt bin ich nicht zufrieden, denn ich hatte mir viel mehr vorgenommen. Die Rallye begann für mich mit einem Ausrutscher am Donnerstag, der mir die Chancen auf einen Platz auf dem Podium nahm. Danach haben wir die Rallye genutzt, um Punkte für die Herstellerwertung einzufahren und schon Abstimmungen für die Rallye Deutschland auszuprobieren. Ich hoffe sehr, dass ich in Deutschland wieder auf dem Podium stehe", sagte Latvala.

Doppelpodium für Qatar-M-Sport

Neuville mehr als zufrieden mit Rang zwei - Foto: Sutton

Die Ford-Youngsters Thierry Neuville und Mads Östberg sicherten sich am letzten Tag der Rallye Finnland in einem harten Duell Rang zwei und drei. Doch der Kampf nahm im zweiten Durchgang der Ouninpohja ein abruptes Ende. Östberg wurde durch einen Stein ausgebremst und verlor wertvolle Sekunden. "Ich hatte die Wahl: entweder überfahre ich den Stein und fahre mein Auto zu Schrott oder ich weiche von der Straße ab", erklärte er. Damit zog Neuville davon und Östberg stand als Dritter auf dem Treppchen. "Das Auto war das ganze Wochenende tadellos und ich hatte das Vertrauen, noch mehr pushen zu können. Ok, wir hatten am Freitag Pech mit dem Reifenschaden aber wir haben einen sehr guten Job gemacht", erklärte Neuville stolz.

Dieses Ergebnis bedeutet mir sehr viel.
Mads Östberg

Östberg freut sich über seinen dritten Platz, aufgrund des beinahe-Aus bei der Begegnung mit dem Stein. "Dieses Ergebnis bedeutet mir sehr viel. Es war eine lange und schwierige Rallye, aber wir hatten wenig Probleme und ich habe mein Vertrauen in das Auto an diesem Wochenende wiedergefunden. Es ist so ein schönes Gefühl, konkurrenzfähig zu sein, denn wir hatten einen schwierigen Start in die Saison. Deshalb freue mich umso mehr, wieder im Spiel zu sein. Es ist wirklich fantastisch", erklärte Östberg voller Freude.

"Es war ein wirklich tolles Wochenende für M-Sport, Fiesta, unsere Fahrer und unser gesamtes Team. Sowohl Thierry [Neuville] als auch Mads [Östberg] schlossen das Wochenende perfekt ab, Thierry bekam sogar die Bestnote in der Power Stage. Er ist nun Zweiter in der WM-Gesamtwertung", so Teamchef Malcolm Wilson. "Die Fahrer kamen voller Zuversicht nach Finnland und diese Woche hat wirklich jeder sein Bestes gegeben, um ein gutes Ergebnis zu sichern. Ich bin sehr stolz auf alle."

Gescheiterte Hoffnungen bei Citroen

Die drei Jungs vor mir waren einfach zu schnell.
Mikko Hirvonen

Mikko Hirvonen hat sich selbst versprochen, alles zu geben und am Ende des Tages einen Platz auf dem Podium zu ergattern. Trotz aller Mühen schaffte der Finne es aber nicht, die Lücke auf seinen Konkurrenten auf Platz drei, Mads Östberg, zu schließen. "Die drei Jungs vor mir waren einfach zu schnell", gab der Lokalmatador zu. "Jeder kennt die Ouninpohja gut genug. Auch ohne den geringsten Fehler, konnte ich die Lücke auf Östberg einfach nicht schließen. Ich hätte natürlich auch ein größeres Risiko eingehen können, aber ich glaube nicht, dass sich das Risiko gelohnt hätte", erzählte Hirvonen.

Hirvonens Markenkollegen Kris Meeke traf es ganz bitter. Der dritte und letzte Tag fing für ihn sehr vielversprechend an. Von Platz fünf startete er in die letzten Etappen der Rallye Finnland. Den gesamten Vormittag blieb der Nordire auch in dieser durchaus guten Position, bis zur zweiten Durchfahrt der Ouninpohja. Meeke überschlug sich mit seinem Citroen und landete weit abseits der Strecke. Für ihn und seinen Beifahrer war die Rallye beendet, glücklicherweise sind beide unverletzt geblieben.

"Es ist natürlich frustrierend, keines unserer Autos auf dem Podium zu haben, vor allem angesichts der Leistung, die Mikko [Hirvonen] zu Beginn der Finnland-Rallye gezeigt hat", so Citroen Teamchef Yves Matton. "Und es ist ziemlich enttäuschend für Kris [Meeke], der eine beeindruckende Leistung auf seiner ersten Rallye im DS3 WRC gefahren ist. Es ist schade, dass er nicht in der Lage war, seine gute Form bis zum Ende umzusetzen", erklärte Matton enttäuscht.

Es ist frustrierend, keines unserer Autos auf dem Podium zu haben.
Yves Matton

Dani Sordo schloss aufgrund des Ausscheidens von Meeke auf und sicherte sich Platz fünf im Endergebnis. Trotzdem war der Spanier nicht zufrieden mit seiner Platzierung. "Meine Endplatzierung kann ich als zufriedenstellend ansehen, aber mit dem Rennen bin ich nicht sehr glücklich. Das Tempo war einfach nicht da. Es war ein Wochenende zum Vergessen, ehrlich gesagt", so Sordo.


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