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WRC / Interview

Konstanz in den Zeiten - Thierry Neuville

Thierry Neuville spricht mit Motorsport-Magazin.com über die Dominanz von VW und die Eigenschaften, die er sich gerne von Sebastien Loeb kopieren würde.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Du hast selbst gesagt, dass VW für dich bei der letzten Rallye außer Reichweite war. Was macht sie so stark?
Thierry Neuville: Das ist die Mentalität der Menschen. Deutsche sind dafür bekannt, dass sie immer die besten sein wollen (lacht). Sie arbeiten sehr hart und haben die besten Leute eingekauft. Wie man sieht, funktioniert das super. Selbstverständlich spielt das Budget eine Rolle, aber ich hatte nicht erwartet, dass selbst Citroen nicht gegen sie ankommt. Selbst mit vielen Weiterentwicklungen zum jetzigen Zeitpunkt in der Saison haben sie VW nichts entgegenzusetzen - außer Sebastien Loeb ist dabei.

Würdest du sagen, die zahlreichen Titel für Citroen sind durch den Loeb-Faktor zu begründen?
Thierry Neuville: Es gehören viele verschiedene Faktoren dazu, um eine Rallye zu gewinnen. Die Ausarbeitung der Strategie, die Informationen und die richtige Vorbereitung - das konnte Loeb nicht alles alleine machen. Ohne Zweifel ist er aber eine Klasse für sich. Es gab zwar Rallyes, in denen anderen schneller waren, über eine ganze Saison war das aber nie der Fall. Vor allem machte er die wenigsten Fehler.

Wird es dieses Jahr einen anderen Weltmeister als Sebastien Ogier geben?
Thierry Neuville: Ich denke nicht.

Wäre er deiner Meinung nach auch Weltmeister geworden, wenn Loeb die gesamte Saison bestritten hätte?
Thierry Neuville: Ich denke nicht. VW wird wahrscheinlich noch öfter mit technischen Problemen zu kämpfen haben. Daraus hätte Loeb einen Vorteil ziehen können, denn Citroen hat wenig Schwierigkeiten und kommt meistens an.

Wenn es ein Paradebeispiel für perfekte Fahrweise gibt, ist das Sebastien Loeb. Könntest du dir eine Fähigkeit von ihm kopieren, welche wäre das?
Thierry Neuville: Am einfachsten wäre einfach das ganze Paket (lacht). Im Ernst, es wäre vermutlich die Konstanz in seinen Zeiten. Selbst, wenn er es ruhiger angehen ließ, war er nicht 20 Sekunden, sondern vielleicht vier hinter der Bestzeit. Das war bei ihm aber schon eine sichere Fahrweise. Wenn ich versuche, etwas langsamer zu fahren, bin ich auf 15 km gleich 30 Sekunden hinter der Spitze. In diesem Bereich fehlt mir noch etwas das Gefühl, das er immer hatte. Er verfügte aber auch über die Erfahrung und meiner Meinung nach waren seine letzten Jahre die besten. Obwohl die Konkurrenz stark war, siegte er trotzdem.


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