Das Duell an der Spitze

Sébastien Ogier hat die Rallye Japan gewonnen. Gleichzeitig war es der zweite WRC-Sieg für den Franzosen, der bei der Rallye Portugal Ende Mai erstmals triumphiert hatte. Nach dem gestrigen Tag hatte es zunächst nach einem Dreikampf an der Spitze ausgesehen, der sich jedoch schnell zu einem Zweikampf zwischen Solberg und Ogier entwickelte.

Petter Solberg blieb am Ende nur Rang zwei. -
Petter Solberg blieb am Ende nur Rang zwei. -Foto: Sutton

So hatte Hirvonen bereits auf der ersten Etappe Probleme an einer Differentialpumpe verzeichnen, was sowohl das Getriebe als auch die Kraftübertragung seines Focus beeinträchtigte und ihn alle Chancen auf den Sieg einbüßen ließ. So verlor er bereits auf der zweiten Tagesetappe 28 Sekunden auf die Spitze. Im Duell zwischen Solberg und Ogier blieb es hingegen lange spannend.

Auch wenn der Franzose sich bereits auf der zweiten Etappe in Führung schob, konnte Solberg seinen Rückstand zunächst trotz seiner führenden Startposition noch begrenzen. Am Ende der ersten Nachmittagsetappe trennten beide Piloten 4,6 Sekunden. In der Folge bekam Solberg jedoch ein Problem mit dem linkeren vorderen Stoßdämpfer, das zudem seine Lenkung beeinträchtigte. Damit war der Weg für Ogier endgültig frei, der somit gleich seine erste Rallye Japan für sich entscheiden konnte. Petter Solberg konnte sich hingegen nur noch darauf beschränken Rang zwei zu verteidigen, was ihm aber immerhin gelang. Schlussendlich erreichte er 15,7 Sekunden hinter Ogier das Ziel.

Jari-Matti Latvala fuhr noch auf das Podest. -
Jari-Matti Latvala fuhr noch auf das Podest. -Foto: Sutton

Latvala noch auf das Podest

Jari-Matti Latvala wurde nach seinen gestrigen Problemen an der Antriebswelle hinegegen noch mit dem letzten Podestplatz belohnt. Der Finne zeigte auch heute eine starke Leistung und hielt nicht nur Sébastien Loeb auf Distanz, sondern ging am Nachmittag auch wieder an Daniel Sordo vorbei, der seinerseits insgesamt vor allem in langsamen Ecken an Zeit verlor.

Sébastien Loeb fand derweil zwar zumindest zu einem Teil seiner Geschwindigkeit zurück und fuhr zu drei Etappenbestzeiten, allerdings fehlte dem Franzosen auch heute seine gewohnte Konstanz, so verlor er auf beiden Durchläufen der Naekawa Etappe wieder deutlich an Zeit. Damit blieb ihm trotz eines Differentialwechsels in der letzten Nacht am Ende 18,1 Sekunden hinter Sordo nur Rang fünf. Mikko Hirvonen erreichte nach seinen Problemen schlussendlich 20,2 Sekunden hinter dem Rekordweltmeister auf Rang sechs das Ziel.

Henning Solberg beendete die Rallye ungefährdet auf Rang sieben. Damit erzielte er seine beste Platzierung sei der Rallye Neuseeland Anfang Mai, als er ebenfalls den siebten Platz belegt hatte. Am Ende lag er rund drei Minuten hinter der Spitze.

Henning Solberg verbesserte auf Rang acht der Fahrerwertung. -
Henning Solberg verbesserte auf Rang acht der Fahrerwertung. -Foto: Sutton

Ausfall für Räikkönen

Rund sieben Minuten dahinter erreichte Federivo Villagra das Ziel. Der Argentinier profitierte vom Ausfall Kimi Räikkönens, der bereits auf der ersten Tagesetappe in Folge einer falsch verstandenen Anweisung seines Beifahrers von der Strecke abkam. Wie bereits bei Wilson am gestrigen Tag blieb sein C4 dabei unbeschädigt, verkeilte sich aber. Da es an dieser Stelle keine Zuschauer gab, die ihm helfen konnten, sein Fahrzeug wieder auf die Strecke zu schieben, musste er die Rallye danach aufgeben. Jari Ketomaa entschied die S-WRC Wertung für sich und wurde auf Rang neun noch mit zwei WM-Punkten belohnt. Martin Prokop komplettierte die ersten Zehn, während Matthew Wilson nach seinem Neustart nach Super Rallye Reglement auf Rang 23 seinem Stobart-Team zumindest noch einige Konstrukteurspunkte bescherte.

In der Weltmeisterschaft führt Sébastien Loeb nun mit 43 Punkten vor Sébastien Ogier. Damit würde ihm unabhängig vom Abschneiden der Konkurrenz nun ein Sieg bei seiner Heimrallye in Frankreich genügen, um sich seinen siebten Titel in Folge zu sichern. In der Konstrukteurswertung baute Citroen seinen Vorsprung auf 95 Punkte aus. Sollte das französische Team in Frankreich nicht mehr als neun Punkte auf die Konkurrenz von Ford einbüßen, könnte es dabei auch den Konstrukteurstitel vor heimischen Toren feiern. Die Rallye Frankreich findet vom 01. bis 03. September statt.