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WEC

Hypercar-Einführung in Le Mans: WEC bremst LMP2-Klasse ein

Im kommenden Jahr lösen die Hypercars die LMP1-Kategorie in der WEC und in Le Mans ab. Die Einführung hat direkte Auswirkungen auf die LMP2-Klasse.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - 2021 startet eine neue Ära im Langstrecken-Sport. Dann lösen die Hypercars die LMP1-Klasse in der WEC und bei den 24h von Le Mans ab. Die neue Kategorie gilt als großer Hoffnungsträger für die Organisatoren vom ACO. Sie soll nicht nur großartigen Sport liefern, sondern auch deutlich günstiger sein als die bisherige Top-Kategorie.

Um die Kosten auf einem niedrigen Level zu halten, wurden genaue Parameter vorgeschrieben hinsichtlich Maße und Leistung der Fahrzeuge. Dazu gehören ein Mindestgewicht von 1.030 Kilogramm und eine Maximal-Leistung von 500 KW (ca. 680 PS).

Diese neuen Parameter beeinflussen auch die Performance der neuen Hypercars in der WEC und in Le Mans massiv. Beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe soll die neue Top-Kategorie Rundenzeiten im Bereich von 3:25 Minuten bis 3:30 Minuten erreichen. Dieses beabsichtigte Performance-Fenster hat jedoch auch Konsequenzen für die andere Prototypen-Klasse.

Hypercars sorgen für LMP2-Einbremsung

Denn es sorgt auch dafür, dass die LMP2-Klasse eingebremst werden muss. Die Einführung der aktuellen Fahrzeug-Generation im Jahr 2017 sorgte dafür, dass die LMP2-Rundenzeiten deutlich schneller wurden. Aktuell liegt der Pole-Rekord der kleinen Prototypen in Le Mans bei 3:24.528, erzielt von Paul di Resta in der Hyperpole-Session 2020.

Somit ist es kein Wunder, dass der LMP2-Klasse ein wenig Motorleistung genommen wird, nämlich um 40 PS, wie der ACO offiziell mitteilt. Damit reduziert sich die Leistung der Gibson-Einheitstriebwerke in der LMP2-Klasse von 600 auf 560 PS. Der ACO begründet das in seiner Mitteilung mit der "Abstimmung der unterschiedlichen Performance-Levels zwischen der Hypercar- und der LMP2-Klasse".

Einfluss auch für andere Serien neben WEC

Die geringere Leistung der LMP2-Motoren gilt im Übrigen nicht nur für die Langstrecken-WM und die 24h von Le Mans, sondern auch für alle anderen Serien, in denen LMP2-Autos zum Einsatz kommen. Damit hat die Leistungsreduzierung auch Einfluss auf die entsprechenden Kategorien in der IMSA-Serie und den kontinentalen Le-Mans-Serien.

Die Einführung der brandneuen Hypercars beeinflusst damit nicht nur in der WEC das Geschehen auf der Strecke, sondern in Sportwagen-Serien weltweit. Bleibt zu hoffen, dass die neue Top-Klasse den Erwartungen der Organisatoren gerecht wird.


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