WEC

Spannender Schlagabtausch mit Toyota und untereinander - Porsche besetzt die erste Startreihe in Brasilien

Ein Qualifying-Kracher in Brasilien lässt eine reine erste Startreihe für Porsche zurück. Die beiden 919 Hybrid rangen die neuen Weltmeister nieder.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Porsche hat nach den dominanten freien Trainings auch im Qualifying eine weiße Weste behalten: Pole Position für den 919 Hybrid von Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley, die auf einen Vier-Runden-Durchschnitt von 1:17.676 Minuten kamen. Das Schwesterfahrzeug von Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb war 0,107 Sekunden langsamer. Toyota steigerte sich gegenüber dem freien Training weiter, aber nur mit einem Fahrzeug: Anthony Davidson und Sebastien Buemi holten mit einem Durchschnitt von 1:18.070 Minuten in die dritte Startposition, setzten Porsche aber ordentlich unter Druck.

Im ersten Schlagabtausch gelang es Anthony Davidson, sich zwischen die Porsche von Neel Jani und Mark Webber zu schieben. Webber war in seinen zwei Runden im Durchschnitt über eine halbe Sekunde langsamer als sein schweizerischer Teamkollege. Im zweiten Anlauf standen sich im Kampf um die Pole dann Timo Bernhard, Sebastien Buemi und Marc Lieb gegenüber.

Bei Rebellion hatten wieder Nicolas Prost, Nick Heidfeld und Mathias Beche die Nase vorn - Foto: Andre Lemes

Diesmal war es Sebastien Buemi, der Federn ließ: Zwei 1:18er-Zetien waren nicht genug, um die Porsche auf Distanz zu halten. Timo Bernhard bügelte die Zeiten von Mark Webber wieder aus und fuhr mit 1:17.442 Minuten die schnellste Runde der gesamten Session. Webber analysierte seine Daten, sprang noch einmal in den 919 mit der Startnummer 20 und brannte zwei 1:17er-Zeiten hin, die zur Pole Position für ihn, Timo Bernhard und Brendon Hartley reichte, eine Zehntel vor dem Schwesterfahrzeug und vier Zehntel vor dem Toyota der Weltmeister.

Lotus in Fahrt gekommen

Hinter den drei Topautos spielte sich ein weiterer Kampf zwischen den beiden Audi und dem zweiten Toyota ab. Dem Joest-Team gelang es tatsächlich, mit dem Fahrzeug von Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer mit einem Durchschnitt von 1:18.889 Minuten einen R18 vor den Toyota von Alex Wurz, Stephane Sarrazin und Mike Conway zu bringen. Diese waren über acht Zehntel langsamer als ihre Teamkollegen. Hinter dem zweiten Audi fuhr der Rebellion R-One von Prost/Heidfeld/Beche zur LMP1-L-Bestzeit in 1:21.127 Minuten - eine halbe Sekunde vor den Teamkollegen. Der Lotus war eine weitere halbe Sekunde langsamer und unterstrich seine gesteigerte Form.

LMP2-Pole für G-Drive Racing - Foto: Adrenal Media

In der LMP2 wurden die Abstände im Vergleich zu den freien Trainings kleiner. G-Drive-Racing holte zwar wie erwartet die Pole Position, doch der Durchschnitt von 1:24.463 Minuten war nur vier Zehntel schneller als derjenige der Zweitplatzierten. Dies war jedoch nicht der SMP-Oreca rund um Titelherausforderer Sergey Zlobin, sondern der Oreca von KCMG von Bradley/Howson/Imperatori. Die beiden Oreca 03 von SMP Racing teilen sich die zweite Startreihe in der P2-Kategorie.

Aston Martin holt beide GT-Poles

In den GT-Klassen wurde die Zeitenjagd durch einen Defekt des Prospeed-Porsche aus dem Rhythmus gebracht. 2 Minuten und 40 Sekunden vor dem Ende musste die Session unterbrochen werden; zu dem Zeitpunkt hatten Stefan Mücke und Darren Turner bereits mit einem Durchschnitt von 1:30.111 Minuten ihre vier Runden zusammen gehabt. Bemerkenswert dabei ist, dass Mücke dabei als einziger Fahrer zweimal unter 1:30 Minuten gefahren ist. Betroffen waren die Ferrari von AF Corse, die ihren zweiten Anlauf abbrechen und beim Neustart noch einmal herausfahren mussten.

Fred Makowiecki und Richard Lietz mischten sich unter die Aston Martin - Foto: Porsche

Es half aber alles nichts; AF Corse erscheint einfach nicht konkurrenzfähig. James Calado und Davide Rigon waren im schnellsten 458er nur siebtschnellstes GT-Fahrzeug und Fünfte in der GTE Pro, Gimmi Bruni und Toni Vilander als Sechste in der GTE Pro gelang gar nur die neuntbeste Zeit. Hinter Mücke und Turner sortierte sich der Manthey-Porsche von Fred Makowiecki und Patrick Pilet ein. Der zweite Pro-Aston-Martin von Alex MacDowall, Darryl O´Young und Fernando Rees startet von der dritten Position.

Die viertbeste GT-Zeit war bereits die Bestzeit in der GTE Am. Die bereits als Meister feststehenden Dänen Kristian Poulsen, David Heinemeier Hansson und Nicki Thiim mussten sich aber mit Platz zwei und der fünftschnellsten GT-Zeit zufrieden geben; die Pole ging an die Teamkollegen Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Christoffer Nygaard. Platz drei in der Amateur-Wertung ging an den Ferrari von Michele Rugolo, Stephen Wyatt und Andrea Bertolini; Emerson Fittipaldi, Alessandro Pier Guidi und Jeffrey Segal gelang die viertbeste Zeit in der GTE Am.


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