Portrait
Ford blickt auf eine lange Tradition im Langstreckensport zurück - mit vielen Höhen und Tiefen. Schon im Jahr 1963 gründete Ford eine eigene High-Performance-Abteilung mit dem klaren Ziel, einen siegfähigen Langstreckenwagen für Rennen wie die 24 Stunden von Le Mans oder Sebring zu entwickeln. Daraus entstand das GT40-Projekt. 1964 traten die Amerikaner mit drei Ford GT40 bei den 24 Stunden von Le Mans an. Nach einem Jahr Entwicklung waren die Autos noch sehr unzuverlässig und schieden allesamt mit Getriebeproblemen aus. Die Weiterentwicklung ging jedoch rasant weiter und so ging Ford 1966 in Le Mans gleich mit einer Armada von acht Rennwagen an den Start. Damit gelang dem blauen Oval der Durchbruch und sie feierten mit dem neu konstruierten Ford GT40 Mk II einen Dreifachsieg an der Sarthe ein historischer Triumph, der in die Geschichtsbücher einging. 1967 setzte Ford einen drauf und durfte erneut den Gesamtsieg bejubeln. Nach einer Änderung des Reglements zog sich Ford 1968 als Werksteam immer weiter zurück. Zwar feierte die Marke sowohl 1968 als auch 1969 weitere Gesamtsiege in Le Mans, doch schloss Ford- im Jahr 1970 dieses erfolgreiche Kapitel seiner Motorsportgeschichte und beendete sein Werksengagement. . In den Folgejahren fuhren zwar einige Privatteams mit Ford-Motoren, jedoch wurde kein vergleichbares Werksprogramm mehr betrieben.
Rückkehr in die WEC mit dem Ford GT 1960
Genau 50 Jahre nach dem ersten historischen Erfolg bei den 24 Stunden von Le Mans 1966 stieg Ford 2016 wieder mit einem Werksprogramm in die WEC ein. Allerdings in der sogenannten LMGTE-Pro-Klasse. Aber nach nur drei Jahren endete das werksseitige Ford-GT-Programm schon wieder, bis Ford 2024 in der frisch umbenanntenLMGT3-Klasse einen Neuanfang mit einem Ford Mustang GT3 wagte. Der Einsatz erfolgte allerdings nicht direkt durch Ford Racing, sondern durch Proton Competition, die das Auto als Privatteam einsetzten. In der modernen Ära der WEC hat Ford bislang keine großen Erfolge vorzuweisen, stattdessen warendie Jahre geprägt von Aus- und Einstiegen mit einem offiziellen Werksteam. Das soll sich in der Saison 2027 jedoch ändern, wenn das blaue Oval den bislang größten Schritt in der Herstellergeschichte plant.

Größter Schritt der Geschichte: Ford steigt 2027 mit LMDh-Prototypen in die WEC-Hypercar-Klasse ein
Zur Saison 2027 steigt Ford mit einem eigens entwickelten LMDh-Prototypen in die Hypercar-Klasse ein. Das Projekt wird direkt von Ford Racing betrieben, womit Ford nach fast sechs Jahrzehnten in die höchste Klasse des Langstreckensports zurückkehrt. Unter der Leitung von Dan Sayers als Ford Racing WEC Hypercar Programm Manager wollen die Amerikaner an die Erfolge der 60er-Jahre anknüpfen. Das große Ziel ist der Hypercar-Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Dafür entwickelte Ford einen Prototypen mit einem 5,4-Liter-V8-Saugmotor, der in einem Chassis des französischen Herstellers "Oreca" zum Einsatz kommt. Im amerikanischen Deaborn und Michigan baute und entwickelte die Marke den Motor vollständig unter einem Dach. Unterstützung in Sachen Technik und Elektronik erhielten sie von Red Bull Ford Powertrains in Milton Keynes, die ihrerseits für die Formel-1-Power Unit des Red Bull Racing Teams verantwortlich zeichnen. Ein offizieller Name für das Auto, basierend auf dem LMDh-Reglement wurde noch nicht bekanntgegeben.

Ex-Formel-1 und DTM-Piloten 2027: Ford setzt auf reichlich Erfahrung
In der WEC-Hypercar geht Ford 2027 mit zwei Autos an den Start und somit auch mit zwei Fahrertrios. Dabei sicherte sich Ford reichlich Erfahrung aus den höchsten Rennklassen des Automobilsports. Das erste Trio bilden Sebastian Priaulx, Mike Rockenfeller und Logan Sargeant. Rockenfeller wurde 2013 DTM-Champion und gewann 2010 die 24 Stunden von Le Mans in der GT2-Klasse. Auch Logan Sargeant blickt auf zwei Jahre (2023, 2024) in der Formel 1 zurück und war der dort der erste amerikanische Stammfahrer seit Scott Speed 2007. Sebastian Priaulx stößt aus der GTD Pro zum Team hinzu und war dort schon in einem Ford Mustang GT3 unterwegs.
Das zweite Hypercar teilen sich Matt Campbell, Nick Yelloly und Tom Blomqvist. Campbell und Yelloly kommen aus dem Langstreckensport und haben dort einige Erfolge bei diversen 24 Stunden-Rennen vorzuweisen. Campbell belegte 2025 mit Porsche Platz zwei in der Hypercar-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans. Auch Tom Blomqvist fuhr mehrere Siege bei Langstreckenklassikern wie in Daytona, Spa-Francorchamps und Co. ein. Zuvor war er als BMW-Werksfahrer in der DTM aktiv. Alle sechs Fahrer spulten ein intensives Testprogramm ab. Mit einem Elite-Fahrerkader sowie viel Entwicklungs- und Simulationsarbeit möchte Ford erneut um den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans kämpfen.
