NASCAR

Hamlin rettet den Sieg - Rennen in New Hampshire

Nur eine halbe Runde länger und Jeff Gordon wäre als Sieger hervorgegangen. Aber so ging die Taktik des Joe Gibbs-Piloten auf.
von Falko Schoklitsch

Motorsport-Magazin.com - Für Denny Hamlin hatte das Warten auf den ersten Saisonsieg im Nextel Cup auf dem New Hampshire International Speedway am Sonntag ein Ende. Dank einer richtigen strategischen Entscheidung und einem etwas zu spät kommenden Angriff von Jeff Gordon konnte der Joe Gibbs-Pilot den Sieg um eine halbe Wagenlänge über die Ziellinie retten. So war Hamlin noch Vierter als 47 Runden vor Schluss eine Gelbphase begann. Wie üblich kamen die meisten Piloten an die Box, um noch einmal frische Reifen und auch Benzin zu holen. Hamlin ließ sich aber nur zwei neue Reifen montieren, weswegen er die Boxengasse als Führender verließ.

Ich wusste, dass Jeff im Anmarsch war, aber Martin hat ihn lange genug aufgehalten, sodass er mich nicht mehr erwischte
Denny Hamlin

Doch der Weg ins Ziel war noch weit und Gordon hatte noch nicht aufgegeben. Sieben Runden vor Schluss setzte sich der Meisterschaftsführende an Martin Trux Jr. vorbei und kam dem Mann an der Spitze näher und näher. Doch er wartete bis zu den zwei letzten Kurven, um ein Manöver zu starten, wobei er es aber nur mehr neben Hamlin und nicht an dessen Auto vorbei schaffte. Der Sieger musste bis zur schwarz-weiß karierten Flagge wegen seiner Taktik allerdings einige sorgenvolle Momente durchleben. "Ich dachte, es war die richtige Entscheidung, bis ich alle hinter mir mit vier neuen Reifen sah. Das hat mich wirklich besorgt und alles, woran ich dachte, war: lass uns das in den Top Fünf zu Ende bringen. Ich wusste, dass Jeff im Anmarsch war, aber Martin hat ihn lange genug aufgehalten, sodass er mich nicht mehr erwischte", berichtete Hamlin im Anschluss.

Er meinte auch, dass es sich um eine halbe Runde ausgegangen war, bevor er auf seinen alten Reifen keine Chance mehr gehabt hätte, die Angriffe abzuwehren. Für Gordon war das nur wenig Trost, obwohl er die Meisterschaftsführung verteidigte. Der Hendrick Motorsports-Pilot musste nach Regelverstößen an seinem Auto ohne Crew Chief Steve Letarte auskommen, der eine Strafe von sechs Rennen bekam - ebenso wie die Crew Chiefs von Dale Earnhardt Jr. und Jimmie Johnson. Irgendwie hatte Gordon trotzdem auch eine gute Zeit. "Das war ein richtiger Spaß. Dass Jeff Meendering eingesprungen ist und diesen Druck als Crew Chief hatte; er hat einen großartigen Job gemacht. Ich habe den Kampf gegen Martin genossen. Wir hatten einen tollen Kampf und ich war froh, an ihm vorbeizukommen. Danach hatte ich nur mehr wenige Runden und Denny ist einfach ein tolles Rennen gefahren", sagte Gordon.

Wir haben mit einem Top Fünf-Auto begonnen und kamen mit einem Top 20-Auto ins Ziel
Juan Pablo Montoya

Truex Jr. wurde sein letzter Reifensatz zum Verhängnis. Denn bis zum letzten Boxenstopp konnte er das Rennen mitbestimmen, doch dann musste er seine Gegner ziehen lassen. "Davor war mein Auto wirklich gut und als ich am Ende dann den Satz drauf tat, wollte es nicht mehr drehen und war in den Kurven wirklich labil." Hinter Truex konnte sich Dale Earnhardt Jr. den vierten Platz sichern. Ein weinendes Auge dürfte bei ihm aber auch zu sehen gewesen sein, denn er war es, der die meisten Führungsrunden während des Rennens anhäufen konnte. Trotzdem war er stolz auf die Leistung seines Teams und auch seines Teamkollegen. "Martin Truex hatte ein gutes Rennen und DEI [Dale Earnhardt Inc.] hatte einen großartigen Tag. Wir fuhren immer vorne mit und das will ich jede Woche. In letzter Zeit kommen wir dahin", sagte Earnhardt Jr., der im kommenden Jahr bei Hendrick Motorsports fahren wird.

Für Juan Pablo Montoya, der vor kurzem seinen ersten Sieg feiern konnte, verlief das Rennen nicht nach Plan. So konnte er zu Beginn gut in den Top Ten mitfahren, doch danach verließ ihn der Grip an der Vorderseite und die Bremsen wurden schwächer, weswegen er am Ende nur auf dem 19. Rang ins Ziel kam. "Das Auto hat wirklich gut losgelegt und wir hatten wirklich den ganzen Tag versucht, es hinzubekommen. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und am im Verlauf des Tages wurde es immer schlimmer. Wir haben mit einem Top Fünf-Auto begonnen und kamen mit einem Top 20-Auto ins Ziel", erklärte er. Deswegen sieht er nun noch viel Arbeit vor sich und dem Team, vor allem über die Renndistanz. "Ich denke, auf den kurzen Runs waren wir wirklich gut. Auf den Longruns waren wir nicht so stark, wie wir das sein müssen. Ich habe aber einige weitere Punkte geholt und das ist wichtig."

Die Top Ten des Rennens in New Hampshire

1. Denny Hamlin Chevrolet 300 Runden
2. Jeff Gordon Chevrolet 300
3. Martin Truex Jr Chevrolet 300
4. Dale Earnhardt Jr Chevrolet 300
5. Jimmie Johnson Chevrolet 300
6. Jeff Green Chevrolet 300
7. Jeff Burton Chevrolet 300
8. Kevin Harvick Chevrolet 300
9. Matt Kenseth Ford 300
10. Ryan Newman Dodge 300


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