NASCAR

NASCAR Talladega: Brad Keselowski siegt im Demolition-Derby

Brad Keselowski gewann zum fünften Mal in Talladega. Nur zwei Playoff-Fahrer waren im Ziel noch in der Führungsrunde. Viele Unfälle sorgten für ein Chaos.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Das zweite Playoff-Rennen der 'Round of 12' auf dem Talladega Superspeedway war mit einem 'Demolition-Derby' zu vergleichen. Nur zwölf Fahrer lagen nach 188 Runden noch in der Führungsrunde. Nach vier Stunden und 30 Minuten Rennzeit übernahm Brad Keselowski bei seinem 300. Jubiläums-Rennen in der letzten Kurve die Führung und gewann zum fünften Mal in Talladega. Ryan Newman wurde knapp geschlagen Zweiter vor Trevor Bayne. Mit dem dritten Saisonsieg qualifiziere sich Keselowski damit vorzeitig für die nächste Playoff-Runde. Es war gleichzeitig der 24. Sieg in seiner Karriere. Es gab einen 'Big One' und weitere heftige Unfälle in denen zehn Playoff-Fahrer verwickelt waren. Nur Denny Hamlin erreichte neben dem Sieger mit Platz sechs die Ziellinie ohne Rundenrückstand.

Vor dem Start: Zweite Restrictor-Plate-Pole in Folge für Dale Earnhardt Junior

Erste Talladega-Pole für Junior - Foto: NASCAR

Nach Daytona sicherte sich Dale Earnhardt Junior die zweite Pole Position in Folge beim Qualifying zu einem Restrictor-Plate-Rennen. Teamkollege Chase Elliott startet als schnellster Playoff-Teilnehmer ebenfalls aus der ersten Reihe. Joey Logano, der vor zwölf Monaten auf dem Talladega Superspeedway siegte, wurde Dritter Im Qualifying. Fünfter wurde Ricky Stenhouse Junior, der die letzten beiden Restrictor Plate-Rennen gewinnen konnte. In seinem 300. Jubiläums-Rennen geht Keselowski ebenfalls aus der dritten Reihe in das zweite Playoff-Rennen der 'Round of 12'.

Nur die Hälfte der verbliebenen zwölf Meisterschaftskandidaten erreichte Q2 im Qualifying. Der bereits für die nächste Playoff-Runde qualifizierte Martin Truex Junior und Kevin Harvick beginnen das Rennen nur aus der elften Startreihe. Die Startpositionen sind allerdings auf dem Superspeedway unwichtig. Meistens wurde das Rennen in den letzten beiden Runden entschieden. Drei der letzten vier Austragungen gingen in die Verlängerung und von Ford-Piloten gewonnen. Auch im 31. Saisonrennen starten sieben Ford-Fahrer aus den Top-9. Harvick, Kurt Busch, D.J. Kennington und der 66-jährige Mark Thompson verloren ihren Startplatz und mussten von hinten starten.

Start/Stage 1: Das frühe Aus für Jamie McMurray - Brad Keselowski gewinnt die Stage

Joey Logano übernahm nach dem Start die Führung - Foto: LAT Images

Polesetter Earnhardt Junior wählte beim Start die untere Linie und verteidigte die Führung in der ersten Runde bis kurz vor der Ziellinie, als Logano Platz eins übernahm. Gleich in den ersten Runden wurde heftig um die Führung gefahren. Logano und Teamkollege Keselowski kämpften gegen die Hendrick-Fahrer Earnhardt Junior, Elliott und Jimmie Johnson hart um die vorderen Positionen. Bereits in Runde 14 gab es durch alle Ford-Piloten die ersten Boxenstopps unter Grün. Dadurch lag Earnhardt in den nächsten Runden in Front.

In Runde 21 war Elliott der neue Leader, während sich die Gibbs-Truppe langsam Richtung Spitze bewegte. Als in Runde 26 die Chevrolet-Fahrer in die Boxengasse abbiegen wollte, erwischte es Jamie McMurray, der bei der Anfahrt schwer getroffen wurde. Er wurde unglücklich von Rookie Erik Jones berührt und Jeffrey Earnhardt raste in den Chevrolet von McMurray, dessen Rennen damit beendet war. McMurray nahm den Unfall auf seine Kappe. Kyle Busch war ebenfalls leicht involviert. Earnhardt Junior, Elliott, Kyle Larson und drei weitere fuhren in die Boxengasse, als die Ampel auf Gelb wechselte und eine Bestrafung war die Folge.

Nach einer sehr langen Caution mit elf Pace-Car-Runden führten beim Restart die beiden Penske-Piloten Logano und Keselowski vor sechs weiteren Ford-Fahrern. Fünf Runden vor Ende der ersten Stage sorgte Paul Menard nach Reifenschaden für die zweite Gelbphase. Einige Top-Fahrer machten einen Boxenstopp. Dabei holte sich Earnhardt Junior eine Strafe ab. Für eine Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. Keselowski gewann den Restart und holte sich nach 55 Runden den sechsten Stage-Sieg mit zehn Bonuspunkten. Logano hatte alle Angreifer geblockt und wurde knapp Zweiter vor Ryan Blaney, Stenhouse, Johnson, Clint Bowyer, Michael McDowell, Kurt Busch, Trevor Bayne und Kasey Kahne.

Stage 2: Ryan Blaney gewinnt die Stage vor Brad Keselowski

Beim Start zur zweiten Stage über 55 Runden führte nach den Boxenstopps Kahne vor Matt Kenseth und Kyle Busch. Kenseth erwischte den besseren Start und ging in Führung. In Runde 64 schoss Hamlin an die Spitze. Danica Patrick lag an sechster Position. In Runde 67 folgten die ersten Boxenstopps mit Leader Hamlin. Johnson wurde bei der Einfahrt am Heck getroffen. In Runde 69 führte sensationell zwei Runden lang der schwergewichtige Brendan Gaughan. Anschließend lag Matt DiBenedetto ohne Boxenstopp in Front.

Dann meldete Hamlin ein loses Rad und er musste einen Extra-Stopp einlegen. Als er in seiner Box stand gab es in Runde 81 Gelb wegen Debris. Das war sein Glück, denn er kam ganz knapp vor DiBenedetto wieder auf die Strecke und verlor keine Runde. Es folgten die nächsten Boxenstopps und Reparaturarbeiten bei Johnson. Beim Restart führte nun Stenhouse vor Kurt Busch und Logano. Anschließend kämpften Kurt Busch und Blaney um die Führung.

Zehn Runden vor Stage-Ende führte Blaney vor Elliott und Keselowski hatte sich auf Rang drei vorgearbeitet. Nach 110 Runden gab es die nächsten Bonuspunkte für Stage zwei. Blaney gewann knapp vor Keselowski. Es war der vierte Stage-Sieg für Blaney. Platz drei ging an Bowyer vor Elliott, Kurt Busch, Austin Dillon, Johnson, Harvick, Kyle Busch und Hamlin.

Viele Gelbphasen in der letzten Stage

Nach den Boxenstopps ging es mit der letzten Stage über 78 Runden weiter. Gaughan war auf der Strecke geblieben und führte erneut das Rennen an. Austin Dillon und Hamlin hatten nur zwei frische Reifen aufziehen lassen und gewannen dadurch das Rennen in der Boxengasse. Vierter war Blaney beim Restart vor Keselowski, der Funkprobleme beklagte. Hamlin und Blaney gingen anschließend in Führung. Der nächste Leader war Elliott, während dahinter in drei Reihen um jede Position gekämpft wurde. Gaughan lag immer noch in den Top-5.

60 Runden vor Rennende hatte Earnhardt Junior Platz zwei vor Truex übernommen. Schafft Earnhardt seinen elften Restrictor-Plate-Sieg? Dann würde er mit seinem Vater gleichziehen. Acht Fahrer konnte sich anschließend etwas absetzen. Hamlin führte das Verfolgerfeld an und schaffte den Anschluss in Runde 140. Es folgte Single-File-Racing in den nächsten Runden. In Runde 145 kamen fast alle Fahrer zum Service in die Boxengasse. Eine Runde später kam der nächste Pulk.

Nun führten vier Toyota-Fahrer. Kyle Busch, Hamlin und Kenseth in ihren Gibbs-Toyota, sowie Truex als Vierter. Dann griff Logano an und übernahm die Führung. Ab Runde 150 führten vier Ford-Fahrer. Dann gab es einen leichten Kontakt zwischen Earnhardt Junior und Bayne. Bayne hatte einen Reifenschaden und das Pace Car sammelte zum sechsten Mal das Feld ein. Erneut machten einige Fahrer einen Boxenstopp.

'Big One' mit fünf Playoff-Fahren

Big One - Foto: NASCAR

Beim Restart hatte Leader Logano noch 33 Runden vor sich. In der Restart-Runde krachte es im hinteren Feld gewaltig. Bowyer, Cole Whitt, Aric Almirola, A.J. Allmendinger und Michael McDowell beklagten Kaltverformungen. Keselowski kam erneut zum Service, um seine Funkprobleme zu beheben. Erneut gewann Logano den Restart. Es wurde unruhig im Feld. In vier Reihen versuchten die Piloten sich zu positionieren. Dann landete Joey Gase in Runde 164 in der Mauer und es gab zum achten Mal Gelb.

Jetzt waren es noch 18 Runden bis zum Ziel. Logano konnte die Führung verteidigen und Larson übernahm Rang zwei. Dann schoss Rookie Suarez in Front. Dann gab es den zu erwartenden 'Big One' in Runde 172. Insgesamt 13 Fahrer waren involviert, davon fünf Playoff-Fahrer. Stenhouse, Truex, Kurt Busch, Kyle Busch, David Ragan, McDowell, Landon Cassill, Kenseth, Patrick, Austin Dillon, Harvick, Gaughan und Gase sorgten für eine Rotphase. Es dauerte, bis der Schrottplatz wieder wie eine Rennstrecke aussah.

Sieben Fahrer machten anschließend eine Boxenstopp. Mit Hamlin und Keselowski waren zwei Playoff-Fahrer darunter. Suarez führte beim Restart vor Logano, Bayne, Elliott und Larson. 19 Fahrer befanden sich in Runde 177 noch in der Führungsrunde. Einige Unfall-Opfer konnten mit Rundenrückstand und reichlich Tape das Rennen fortsetzen. Kurz vor der dritten Kurve übernahm in der Restart-Runde Elliott die Führung. Eine Runde später knallte es erneut in Runde 178. Blaney, erneut Harvick und Logano, der den Unfall durch einen Richtungswechsel ausgelöst hatte, flogen von der Strecke. Es gab zum zweiten Mal Rot.

Brad Keselowski gewinnt das Demolition-Derby

Der letzte Restart mit Brad Keselowski und Ryan Newman in Front - Foto: LAT Images

Jetzt waren nur noch fünf Playoff-Fahrer in der Führungsrunde. Suarez führte in Runde 180 vor Elliott und Earnhardt Junior. Die Spannung war kaum noch zu überbieten. Dann ging Larson kurz in Führung. Elf Fahrer kämpften um den Sieg. In Runde 182 gab es den nächsten 'Litte One' mit den drei führenden Fahrern. Es erwischte Suarez, Elliott und Larson. Außerdem flog Chris Buescher in die Mauer. Es gab zum dritten Mal Rot. Larson konnte allerdings das Rennen fortsetzen.

Es gab noch Boxenstopps bei einigen Fahrern auf den hinteren Positionen. Playoff-Fahrer Keselowski führte das Feld in die letzten drei Runden. Ryan Newman belegte plötzlich Platz zwei vor Earnhardt. Playoff-Fahrer Hamlin folgte auf Rang vier und der dritte verbliebene Playoff-Pilot war Larson auf Rang 10. Nur 13 Fahrer waren beim Restart noch auf der Strecke. Hamlin schob Newman in Front und zog dann an Newman vorbei. Newman konterte sofort und Keselowski übernahm Rang zwei.

In der letzten Runde zog Keselowski noch in Kurve vier an Newman vorbei und gewann das chaotische Rennen. Dritter wurde Bayne vor Logano, der acht Positionen gewinnen konnte. Almirola überquerte die Ziellinie als Fünfter und flog auch noch ab. Es folgte Hamlin auf Platz sechs vor Earnhardt Junior und Kahne. Gaulding schaffte sensationell einen neunten Platz vor Ragan.

31. Saisonlauf: 49th Annual Alabama 500

Talladega Superspeedway, Talladega, AL
Round of 12 (Playoff 5/10)
Ergebnis: Top-10, 188 Runden (Stages: 55/55/78)

1. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 59/19 Punkte
2. #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 35/- Punkte
3. #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing, 36/2 Punkte
4. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 42/9 Punkte
5. #43 Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 32/- Punkte
6. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 32/1 Punkte
7. #88 Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 30/- Punkte
8. #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 30/1 Punkte
9. #83 Gray Gaulding (Toyota) BK Racing, 28/- Punkte
10. #38 David Ragan (Ford), Front Row Motorsports, 27/- Punkte

PLAYOFF Gesamtstand Top-16: Rennen 5/10 (31/36)
Playoff-Punkte Rennen 1 - 31: Sieg (5 Punkte), Stage-Sieg (1 Punkt)
Bonus-Punkte Gesamtstand nach Rennen 26: Top-10 (15-10-8-7-6-5-4-3-2-1) Punkte)

Round of 12:
1. (1) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 3.120 Punkte (30/19/15)
2. (10) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 3.101 Punkte (15/6/5)
3. (2) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 3.096 Punkte (20/4/10)
4. (3) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 3.089 Punkte (10/5/2)
5. (5) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 3.088* Punkte (5*/2/6)
6. (4) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 3.087* Punkte (0/2*/4)
7. (11) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 3.076 Punkte (5/4/0)
8. (7) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 3.074 Punkte (15/1/1)
9. (6) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 3.067 Punkte (20/13/8)
10. (9) #22 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 3.066 Punkte (0/3/2)
11. (12) #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 3.052 Punkte (10/0/0)
12. (8) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 3.045 Punkte (0/0/3)
Round of 16 (ausgeschieden):
13. (14) #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2.104 Punkte (5/0/0)
14. (15) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 2.103 Punkte (5/0/0)
15. (13) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 2.099 Punkte (5/0/0)
16. (16) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.089 Punkte (5/0/0)
*Hamlin (Darlington): Sieg (5 Bonuspunkte) für Playoffs wurde aberkannt
*Elliott (Chicagoland): Stage-Sieg (1 Bonuspunkt) für Playoffs wurde aberkannt


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