Motorsport / Interview

Einsatz und Kampfgeist werden nicht belohnt - Dennis Marschall zeigt spektakuläres Rennen

Nach einem spannenden Spitzenduell sprangen für Dennis Marschall im Audi Sport TT Cup auf dem Nürburgring nur die Plätze 5 und 13 heraus.

Motorsport-Magazin.com - Rückkehr an den Ort des Erfolges! Am Wochenende war der Nürburgring Schauplatz der fünften Saisonstation des Audi Sport TT Cup. Dennis Marschall reiste mit guten Erinnerungen in die Eifel. Beim ersten Auftritt des Audi-Markenpokals im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring hatte der 20-Jährige seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Genau das wollte Marschall wiederholen. Trotz beeindruckender Pace und einem spektakulären Duell um den Sieg in Rennen 1 war das Rennglück nicht auf seiner Seite. Der Eggenstein-Leopoldshafener kam als 5. und 13. ins Ziel. In der Meisterschaft hat er auf Gesamtrang zwei immer noch alle Chancen auf den Titel.

Du hast im ersten Rennen für 13 Runden um den Sieg gekämpft im wohl spannendsten Lauf der Geschichte des Audi Sport TT Cup. Wie hast du das Rennen aus dem Cockpit erlebt?
Das Rennen war wirklich unglaublich! Von Startplatz zwei aus war ich sofort am Führenden dran und habe ihm die ganze Zeit Druck gemacht. Mein Speed war wirklich gut und ich hatte die beste Pace des gesamten Feldes. Wäre ich an ihm vorbeigekommen, hätte ich das Rennen easy gewonnen. Leider hat Sheldon van der Linde an der Spitze etwas viel geblockt - meinem Gefühl nach teilweise auch unfair. Letztlich kam es zu mehreren Berührungen zwischen uns und schließlich haben wir uns sogar gegenseitig von der Strecke befördert. Danach war mein Auto leider nicht mehr optimal und ich wurde bis auf Rang fünf durchgereicht - ihm ging es da nicht besser. Am Schluss habe ich ihn sogar nochmals überholt und bin vor ihm ins Ziel gekommen.

Im Mai war Marschall auf dem Nürburgring noch siegreich - Foto: Alexander Trienitz

Im zweiten Lauf am Sonntag war die Ausgangslage mit Startplatz zwei erneut super, aber...
Ja, leider gibt es wieder ein Aber! Ich hatte mir Wiedergutmachung vorgenommen und das klappte am Start mega. Ich bin sofort an die Spitze gegangen, die Freude war jedoch kurz. In der zweiten Kurve war es rutschiger als erwartet, ich bekam Übersteuern und habe mich gedreht. Ich hätte das Auto abfangen können, aber leider konnte ein Konkurrent im Getümmel der ersten Runde nicht mehr ausweichen. Ich mache dem anderen Fahrer keinen Vorwurf, ich habe in dieser Situation einfach die Bedingungen falsch eingeschätzt und eins kam zum anderen.

Trotzdem ist es dir gelungen, das Rennen nochmals aufzunehmen und immerhin acht wichtige Punkte mitzunehmen...
Dafür muss ich zunächst ein großes Dankeschön an die Audi-Mechaniker loswerden! Sie haben mir wirklich sehr geholfen. Der Dämpfer und das Rad hatten etwas abbekommen. Da es zahlreiche Ausfälle gegeben hatte, sahen wir aber immer noch eine Chance auf Punkte. Leider hat die Reparatur während der Rennunterbrechung etwas länger als die erlaubten drei Minuten gedauert, weshalb ich noch mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde. Trotzdem kam ich auf Rang 13 ins Ziel und holte acht Punkte, weil einige Gaststarter vor mir nicht punkteberechtigt waren.

In der Meisterschaft liegst du aktuell auf Rang zwei. Hast du den Titel weiterhin fest im Visier?
Auf jeden Fall! Natürlich ist der Kampf um die Meisterschaft durch das Wochenende nicht einfacher geworden. Ich hatte mir vorgenommen, meinen Vorsprung auf Sheldon zu vergrößern. Das ist mir zwar gelungen, aber leider wurde ich in der Gesamtwertung von einem anderen Fahrer überholt und liege mit 17 Punkten Rückstand auf Rang zwei. Nichtsdestotrotz gibt es noch viele Punkte zu holen und ich gebe noch lange nicht auf!

In zwei Wochen geht es bereits in die nächste Runde des Titelkampfes. Mit welchen Erwartungen reist du an den Hungaroring?
Das wird mein Debüt auf dieser Strecke. Ich bereite mich mit Videos und Fahrten im Simulator auf das Wochenende vor. Es ist ein flüssiger Kurs mit langgezogenen Kurven. Spannend wird auch, wie sich unser Audi TT cup auf dem neuen Asphalt verhält. Die Strecke soll recht anspruchsvoll für die Reifen sein. Speziell mit unserem Frontantrieb könnte das Rennen wieder ein Reifenpoker werden.


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