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Audi holt Doppelsieg in Sebring

Beim Saisonstart feierte Audi einen unangefochtenen Doppelsieg bei den 12h von Sebring.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die Erfolgsstory des Audi R8 geht weiter. Zum Auftakt der Sportwagen-Saison 2005 feierte Audi beim 12-Stunden-Rennen in Sebring (USA) vor einer Rekordkulisse von 180.000 Zuschauern den sechsten Doppelsieg in Folge. Audi stellte damit den aus dem Jahr 1981 stammenden Rekord von sechs aufeinander folgenden Doppelsiegen einer Marke ein. Seit seinem Debüt im März 2000 ist der Audi R8 in Sebring ungeschlagen.

"Diese Siegesserie zeigt, dass Audi auch auf der Rennstrecke Vorsprung durch Technik unter Beweis stellt", erklärte Prof. Dr. rer. nat. Martin Winterkorn. Der Vorsitzende des Vorstands der AUDI AG gab den seit 1952 ausgetragenen Langstreckenklassiker um 10:45 Uhr Ortszeit als Ehrenstarter mit der grünen Flagge frei. Was folgte, war eine eindrucksvolle Demonstration überlegener Technik und Zuverlässigkeit: Zwölf Stunden lang liefen die beiden Audi R8 des Teams ADT Champion Racing trotz enorm hohen Tempos ohne das geringste technische Problem und ohne außerplanmäßige Boxenstopps.

In der Anfangsphase wechselten sich die Audi Piloten an der Spitze mit dem schnellsten MG Lola ab. Auf der Material mordenden Strecke in Florida war aber besonders die sprichwörtliche Zuverlässigkeit des Audi R8 entscheidend. Technische Probleme warfen die Verfolger immer weiter zurück, so dass die beiden Audi R8 im Ziel einen Vorsprung von 20 Runden auf den drittplatzierten MG Lola hatten.

Auch Team-intern schenkten sich die Audi Mannschaften nichts: Immer wieder wechselte die Führung zwischen den beiden R8. Auch zwei nach Kollisionen gegen den Audi #2 verhängte Stop-and-Go-Strafen und ein vorgezogener Fahrerwechsel beim Audi R8 #1 brachten keine Vorentscheidung. Mehrere Safety Car-Phasen und das identische Tempo sorgten dafür, dass beide Fahrzeuge stets in Schlagdistanz zueinander blieben.

In der Schlussphase des Rennens ging es um Zehntelsekunden. Die etwas Glücklicheren waren schließlich Tom Kristensen, JJ Lehto und Marco Werner, die dem Team ADT Champion Racing den ersten Sieg beim "Heimspiel" in Sebring schenkten. Frank Biela, Allan McNish und Emanuele Pirro komplettierten mit lediglich 6,365 Sekunden Rückstand den Doppelsieg des größten Audi Händlers der USA.

Für Tom Kristensen war der Sieg ein ganz besonderer: Nach Olivier Gendebien, Phil Hill, Mario Andretti, Hans-Joachim Stuck und Frank Biela ist der Audi Werksfahrer erst der sechste Pilot, dem drei Sebring-Siege gelangen.

Stimmen nach dem Rennen

Tom Kristensen (Team ADT Champion Racing Audi R8 #1):
Das war ein großartiges Rennen für beide Audi Teams, und das macht den Sieg noch süßer. Ich freue mich sehr, Teil des ersten Sebring-Siegs von Champion zu sein. Ich weiß, wie viel das Dave Maraj bedeutet. Ich habe die meist Zeit mit Allan gekämpft, es war wirklich sehr eng. Am Ende war entscheidend, dass wir einen Tankstopp verkürzt haben. Das hat mich vor Allan gebracht, und ich konnte ihn trotz kalter Reifen hinter mir halten. Ich hatte eine Runde lang mächtig zu kämpfen, aber es hat sich gelohnt.

JJ Lehto (Team ADT Champion Racing Audi R8 #1):
Ein Rennen kann nicht härter sein, als es heute war. Es war bis zum Schluss derart eng. Dieser Sieg ist für Dave Maraj. Wir waren in den letzten Jahren immer so dicht dran, sind aber jeweils nur Zweiter geworden. Nun haben wir sogar einen Doppelsieg geschafft. Champion Racing hat fantastisch gearbeitet. Beide Autos waren so stark, das Team hat heute einen unglaublichen Job gemacht.

Marco Werner (Team ADT Champion Racing Audi R8 #1):
Das war eher ein Krimi als ein Langstrecken-Rennen. Der Druck war enorm. Es war am Ende fast schlimmer, von der Box aus zuzusehen. Aber beim Fahren habe ich das andere Auto ständig im Nacken gespürt. Dieses Mal haben wir alles richtig gemacht. Ich bin stolz, dass wir den Audi R8 zum voraussichtlich letzten Mal in Sebring in die Siegerliste eingetragen haben. Und ich bin stolz, dass es Champion endlich geschafft hat, nachdem man hier so oft Zweiter war.

Frank Biela (Team ADT Champion Racing Audi R8 #2):
Klar wäre es schön gewesen, zu gewinnen, wenn der Sieg schon so greifbar nahe ist. Doch wenn und aber gibt es nicht. Es war ein sehr spannendes, sehr enges Rennen. Für Champion Racing ist es ein super Ergebnis. Wir sind mit dem, was wir hier gezeigt haben, sehr zufrieden. Jetzt bin ich sicher, dass es eine tolle Saison wird. Dieses Rennen hat viel Spaß gemacht.

Allan McNish (Team ADT Champion Racing Audi R8 #2):
Ein spannenderes Rennen bin ich noch nie gefahren. Weniger als sieben Sekunden Abstand nach zwölf Rennstunden und die Tatsache, dass wir nie mehr als 30 Sekunden auseinander lagen, zeigen, wie heiß dieses Rennen war. Das war ein sehr guter Start für Audi und Champion Racing – und das im voraussichtlich letzten Jahr des Audi R8. Jetzt freue ich mich auf Le Mans!

Emanuele Pirro (Team ADT Champion Racing Audi R8 #2):
Was für ein großartiges Rennen! Es ist toll für das Champion-Team, beim Heimrennen einen Doppelsieg geholt zu haben. Für uns war besonders erfreulich, dass das zweite Auto mit der neuen Crew gleich so gut funktioniert hat. Es war ein Rennen mit Glück und Pech auf beiden Seiten. Ich denke, wir haben alle eine gute Leistung gezeigt und alles gegeben. Wir haben die Autos das ganze Rennen hindurch voll ausgequetscht. Und sie haben bis zum Schluss problemlos durchgehalten. Das zeigt, wie gut der Audi R8 ist.

Dave Maraj (Teamdirektor Team ADT Champion Racing):
Endlich haben wir es geschafft! Ich habe großen Respekt vor den drei Fahrern beider Autos. Sie sind toll gefahren. Das Team hat exzellent gearbeitet. Ich denke, wir hätten nichts besser machen können. Und Audi muss ich dafür danken, so großartige Autos zu bauen. Auch im sechsten Jahr ist der Audi R8 noch konkurrenzfähig.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Wir haben ein fantastisches Sportwagen-Rennen gesehen. Dass die beiden besten Autos nach zwölf Stunden weniger als sieben Sekunden auseinander liegen, ist außergewöhnlich. Beide Teams haben tolle Jobs gemacht. Das Team Champion kann auf diesen Erfolg sehr stolz sein. Und Audi kann stolz sein, Autos zu bauen, mit dem man von der ersten bis zur letzten Runde einfach voll fahren kann.

Das Ergebnis in Sebring

1. Kristensen/Lehto/Werner (Audi R8) 361 Rd. in 12:01.49,211 Std.
2. Biela/McNish/Pirro (Audi R8) 6,365 Sek. zur.
3. Weaver/Wallace/Leitzinger (MG Lola) 20 Rd. zur.
4. Brabham/Turner/Ortelli (Aston Martin) 23 Rd. zur.
5. Fellows/O´Connell/Papis (Chevrolet) 24 Rd. zur.
6. Gavin/Beretta/Magnussen (Chevrolet) 38 Rd. zur.
7. Long/Bergmeister/Luhr (Porsche) 40 Rd. zur.
8. Kelleners/Borcheller/Mowlem (Saleen) 43 Rd. zur.
9. Bertolini/de Simone/Barbini (Maserati) 45 Rd. zur.
10. Figge/Dalziel/Empringham (Chevrolet) 46 Rd. zur.



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