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Der Wahnsinn hat zwei Kufen - Blog - Die schnellsten 120 km/h der Welt

Wir können auch anders! Rennautos waren gestern, Bob fahren ist der neue Kick. Formel 1 des Winters? Stellen wir im Selbstversuch auf die Probe...
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Man verzeihe mir die Ausdrucksweise, aber: Leck mich am Ar...! Nie haben sich 120 km/h so unglaublich schnell angefühlt. Motorsport-Magazin.com war mal wieder für euch auf Tour. Diesmal aber anders. Anders verrückt. Verrückt, das bedeutet in diesem Fall: Bob fahren! Gemeinsam mit den Förderpiloten der Deutsche Post Speed Academy hatten wir die Chance, Geschwindigkeit mal in einer ganz anderen Form kennen zu lernen.

Rennautos sind schnell, das haben wir unseren bisherigen Live-Erlebnissen er- und mitfahren dürfen. Beim Gas geben in die Sitze gepresst werden, in der Kurve kleben als fahre man auf Schienen und so. Alles schön, alles gut. Aber alles kein Bob fahren! Noch nie in meinem Leben kam mir etwas so irrwitzig schnell vor wie zwölf Kurven verteilt auf 1,2 Kilometer; auch genannt 'Deutsche Post Eisarena Königssee'.

Bob-Spaß mit den Jungs der Speed Academy - Foto: Speed Academy

Versuch einer Streckenanalye

Schlangenkurve, Turbodrom, Echowand - legendäre Kurven am Königssee und den meisten zumindest durch ein bekanntes TV-Format vertraut, bei dem vermeintliche Promis auf Woks in die Eishölle stürzen. Normalerweise lieben wir Motorsport-Freaks ja ausufernde Streckenbeschreibungen, bei denen wir jede einzelne Kurve haargenau vom ersten bis zum letzten Bremspunkt sezieren.

Wahnsinn! Eine Bob-Runde am Königssee: (01:00 Min.)

Ein Versuch nach meiner Bob-Runde im Eislabyrinth am Königssee: Start, geradeaus, Kurve, Kurve, Kurve, schnell, hoch, runter, Überschlag (gefühlt!), Kurve, Steilwand, Kurve, Schluss. Besser bekomme ich die Runde, die gerade mal 54 Sekunden dauert, nicht mehr zusammen. Wohl aber die Analyse nach dem 'Rennen': zitternde Knie, kurze Atemnot, leichte Orientierungslosigkeit, Adrenalin pur.

Formel 1 des Winters?

Am Abend vor dem Event hatte ich noch gewagt zu lästern: "'Formel 1 des Winters' nennen die das? Ja nee, is' klar..." 54 Sekunden und 12 Kurven später sowie Kräften von mehr als 5 g ausgesetzt, muss ich sagen: Ich hatte ja keine Ahnung! Hiermit möchte ich mich offiziell bei den André Langes und Manuel Machatas dieser Welt entschuldigen in der vagen Hoffnung, noch mal irgendwann eine schnelle Runde im Rennschlitten mitdrehen zu dürfen.

Absolute Höchstleistungen im Bobsport - Foto: Speed Academy

Mit Menzel geht's abwärts

Bei meinem Erlebnis der etwas anderen Art hatte ich übrigens einen prominenten Leidensgenossen an meiner Seite: Christian Menzel, Nordschleifen-Vollgastier und früherer DTM-Pilot. Genau genommen saß Christian direkt vor mir, als wir im Dreier-Gespann, gesteuert von Königssee-Veteran Eric Dengler, in die Tiefe schießen. Damit ich mir nicht wie ein völliges Weichei vorkomme, darf ich an dieser Stelle sagen, dass auch Christian mehr als beeindruckt war von der rasanten Abfahrt. Und der weiß, was Speed bedeutet...

"Dafür revanchiere ich mich bei dir auf der Nordschleife", richtet Christian noch einen freundlichen Gruß an Eric, den Bob-Meister. Der sagt: "Wir hätten noch gut 5 Sekunden schneller fahren können." Menzels Kurz-Analyse unserer Bob-Fahrt könnte trotzdem nicht treffender sein: "Wahnsinn!" Mehr fällt mir an dieser Stelle auch nicht dazu ein...


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