MotoE

MotoE: Massive Sicherheitsvorkehrungen am Sachsenring

Ein neuerliches Flammeninferno will sich die MotoE beim Debüt am Sachsenring auf jeden Fall ersparen. Dafür wird einiges unternommen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoE sorgte im Frühjahr zum ersten Mal für große Schlagzeilen. Als in Jerez beim ersten Test Motorräder, Team-Equipment und Ladestationen abbrannten, interessierten sich die MotoGP-Fans zum ersten und bislang letzten Mal in großer Zahl für die Elektro-Rennserie, wie die Zugriffszahlen auf unsere Artikel klar belegen.

Am Sachsenring kommt es endlich zum ersten Rennen der MotoE. Das Debüt ist für Sonntag, 10.00 Uhr über acht Runden angesetzt. Wie sich im Paddock zeigt, haben die Veranstalter massive Sicherheitsvorkehrungen vorgesehen, damit es nicht erneut zu einem Feuerinferno wie in Jerez kommen kann.

ePaddock von der Boxengasse getrennt

Die "ePaddock" genannten Boxenanlagen der MotoE befindet sich am Rande des Paddock 2, in dem die Teams ihre Hospitalities aufgestellt haben. Die Ladestationen befinden sich in einem davon getrennten Bereich, vor den Anlagen steht ein einsatzbereiter Feuerwehrwagen samt Feuerwehrmann, der das Geschehen stets im Auge hat. Selbst im Falle eines Vollbrandes können Flammen dadurch nicht auf die in der regulären Boxengasse abgestellten MotoGP-Maschinen übergreifen.

Auch für Zwischenfälle im Rennen wurde ein eigenes System ausgeklügelt. So erklärte MotoE-Boss Nicolas Goubert am Donnerstag, dass nicht an der Strecke gelöscht wird, falls eines der Elektromotorräder nach einem Crash in Flammen aufgeht. Stattdessen wird das havarierte Bike noch im brennenden Zustand von der Strecke geborgen und abtransportiert.

Hintergrund dieser Aktion ist, dass brennende Batterien nur sehr schwierig zu löschen sind. Die am Donnerstag präsentierte Methode ist die schnellste Lösung. "Eine derartige Bergung soll nicht länger als 20 Minuten dauern. Fünf Einsatzkräfte werden das brennende Motorrad in einen spezifischen Trailer ziehen. Das Motorrad wird dann in eine Sicherheitszone gebracht", erläuterte Goubert.

Hier wird das Vorgehen bei einem MotoE-Brand besprochen - Foto: Motorsport-Magazin.com

Spanische Spezialfeuerwehrmänner

Dadurch ersparen sich die Veranstalter auch Säuberungsarbeiten, da keine Löschrückstände auf der Strecke zu beseitigen sind, die durch eine Löschaktion direkt am Unfallsort auftreten würden. All das soll ein möglichst reibungsloses Durchführen des Zeitplans ermöglichen. Als Einsatzkräfte kommen spanische Feuerwehrmänner zum Zug, weshalb man im Paddock am Donnerstag auch einige Personen mit dem berühmten "Bomberos"-Schriftzug auf der Jacke erspähen konnte.

Die MotoE setzt also alles daran, einen Rückschlag wie beim Jerez-Test zu verhindern. Aufgrund der Folgen des Brandes mussten damals die ersten beiden Saisonrennen in Jerez und Le Mans abgesagt werden und ein neuer Testtermin im Juni gefunden werden. Der Kalender wurde ebenfalls angepasst, sodass der MotoE World Cup nun neben den Rennen auf dem Sachsenring und in Spielberg zwei Doppel-Events in Misano und Valencia vorsieht.


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