Die Testfahrten in Valencia waren wettertechnisch eher ein Reinfall. Konntest du trotzdem etwas mitnehmen von dort?
Stefan Bradl: Ich konnte ein gutes Gefühl vom Kopf her und auch vom Körper her mitnehmen, das war einmal wichtig. Ich habe mich draufgesetzt, bin am ersten Tag im Regen raus gefahren und habe mich eigentlich sofort wieder wohl gefühlt. Ich habe gleich gewusst, wo es langgeht und nach drei Monaten Pause war mir das persönlich wichtig. Deswegen war das Testen nicht ganz für die Katz, sondern hat sich schon rentiert. Am zweiten Tag sind wir dann ein paar Runden im Trockenen gefahren und ich habe mich eigentlich recht wohl gefühlt. Natürlich waren wir von den Zeiten her deutlich langsamer, aber das hatte auch seinen Grund. Ich habe mich aber eben auf dem Motorrad gut gefühlt und darauf kann man aufbauen.

Nach so einem Test über Kräfteverhältnisse zu sprechen ist natürlich müßig, aber die Aspar-Leute haben doch recht stark ausgesehen...
Stefan Bradl: Ja, das ist sicher ein konkurrenzfähiges Team, das weiß man ja schon aus den vergangenen Jahren. Simon und Smith sind auch klare Favoriten für ganz vorne. Aber sie werden nicht die Einzigen sein, die ganz vorne mitfahren, da wird es mehrere geben - und da zähle ich mich auch dazu.

Dich muss auch bestärken, dass du Smith voriges Jahr einige Male auf der Strecke geschlagen hast.
Stefan Bradl: Das spielt sicher eine Rolle, aber das war voriges Jahr. Dieses Jahr wird alles wieder neu gemischt und da wird man sehen. Ich glaube aber, dass ich nicht unbedingt schlecht aussehen werde.

Am Freitag wird die Maschine anders aussehen, Foto: Sutton
Am Freitag wird die Maschine anders aussehen, Foto: Sutton

Wie sieht jetzt dein weiterer Fahrplan aus bis zum Saisonstart?
Stefan Bradl: Am Freitag ist die Teamvorstellung in Hockenheim. Wenn es das Wetter zulässt, werden wir dort ein paar Demonstrationsrunden mit der RSA fahren. Laut Wetterbericht wird es schneien, aber vielleicht können wir für die Fotografen drei, vier Runden fahren und dann wieder einpacken. Hauptsächlich wird die Mannschaft für die Fernsehteams, Fotografen und Presseleute vorgestellt.

Dann haben wir leider wieder eine lange Pause bis zum nächsten Test Mitte März in Portugal; das sehe ich nicht so gerne. Ich bedauere ein wenig, dass die Saison dieses Jahr so spät losgeht. Voriges Jahr waren wir um diese Zeit in Spanien schon voll am Testen und haben das Motorrad eingestellt, dieses Jahr verzögert sich das etwas.

Wie versuchst du dich nun abseits der Strecke vorzubereiten?
Stefan Bradl: Hauptsächlich steht da natürlich die Fitness im Vordergrund. Man muss fit in die Saison gehen und da arbeite ich eng mit meinem persönlichen Konditionstrainer zusammen. Wir haben einen guten Plan, den haben wir voriges Jahr schon durchgezogen und dieses Jahr werden wir das verstärkt machen. Darauf werden wir aufbauen und den Körper fit halten. Dann werden sicher noch ein paar Pressetermine anstehen, bevor es losgeht, aber nichts Großes. Ich freue mich darauf, wenn die Saison startet, das erste Rennen ist und ich wieder voll dabei bin. Ich kann es kaum erwarten.

Momentan wird überall vom Sparen gesprochen und auch bei den Tests wird gespart. Fändest du es mit Blick auf die Saison richtiger, mehr zu testen?
Stefan Bradl: Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man mehr zum Testen gehen würde. Da ist aber auch immer die Sache mit dem Wetter. Fakt ist, wenn die anderen Teams um Welten mehr Testtage hätten als wir, dann wäre klar, dass auch wir öfter testen würden. Wenn aber die Konkurrenz im Rahmen bleibt und es auf plus/minus zwei, drei Testtage gleich bleibt, dann macht das nicht viel aus. Hätte die Konkurrenz viel mehr, dann würden wir uns sicher was überlegen, aber momentan finde ich es ganz OK, wenn wir so aufgestellt sind wie die Konkurrenz.