"Richtig scheiße", verlief das Moto3-Wochenende am Balaton Park für Leo Rammerstorfer. Zum dritten Mal in Folge blieb er ohne Punkte und erlebte dort eines der schwersten Rennwochenenden seiner noch jungen Grand-Prix-Karriere. Der 21-Jährige aus Linz kündigte daraufhin an, in Brünn wieder zu den Basics zurückkehren zu wollen. "Keine Experimente mehr", lautete das Motto - und das zahlte sich im Tschechien-GP beinahe schon aus.
Gleich zweimal schrammte Rammerstorfer im 5,4 Kilometer langen Automotodrom nur knapp am Einzug ins Q2 vorbei. Zunächst im Training am Freitag, dann im Q1 am Samstag. "Ich hatte im Qualifying keine perfekte Runde. Da hätte ich vielleicht sogar das Potenzial gehabt, ins Q2 zu kommen", freute sich der Österreicher gegenüber Motorsport-Magazin.com . Letztlich wurde es Platz neun im Q1 - gleichbedeutend mit Startplatz 23, der durch Strafen für die Konkurrenz sogar zu Startplatz 21 wurde.
"Schade und unnötig" - Longlap-Strafe bringt Leo Rammerstorfer aus der Bahn
Eigentlich eine tolle Ausgangslage für den Tschechien-GP, wäre da nicht ein Zwischenfall im FP2 am Samstagmorgen gewesen. Dort bummelte Rammerstorfer nämlich auf der Ideallinie und behinderte Cormac Buchanan auf einer schnellen Runde. Die Stewards kannten keine Gnade und brummten dem SIC58-Piloten eine Longlap-Penalty auf. "Schade und unnötig. Im FP2 war das ein Bisschen für den Arsch", haderte Rammerstorfer anschließend mit sich selbst.
Im Grunde war die Longlap-Penalty im Rennen am Sonntag dann nämlich auch der Anfang vom Ende. "Ich habe eigentlich eine gute Longlap absolviert, habe in der Runde gerade mal 1,8 Sekunden verloren", blickte der gebürtige Linzer zurück. Aber: "Dann habe ich mir gedacht, dass ich die Gruppe vor mir vielleicht nochmal einholen kann, wenn ich jetzt pushe. Ich bin auch starke Zeiten gefahren, aber dann war es wohl doch etwas zu viel."
Zu Beginn von Runde sieben stürzte Rammerstorfer in Kurve eins und beendete den Tschechien-GP damit im Kiesbett. "Ich bin vielleicht etwas übermotiviert hineingefahren", analysierte und lachte anschließend: "Eigentlich hat der Papa betont, dass ich nicht stürzen soll, aber das hat sich leider nicht ganz umsetzen lassen." Damit geht das Warten auf die nächsten WM-Punkte also erstmal weiter, aber die Stimmung hat sich im Vergleich zum Ungarn-GP vor zwei Wochen deutlich aufgehellt: "Mir ist es sowieso lieber, dass ich stürze, während ich schnell bin, wie wenn ich nicht stürze und hinterher fahre."
Trendwende geglückt: Leo Rammerstorfer will in Assen weiter Gas geben
Ausschlaggebend für das "relativ gute Wochenende" in Brünn war der eingangs angesprochene Taktikwechsel. "Ich habe nach Balaton gesagt, dass ich nicht mehr so viel ändern und den Fokus wieder auf mich legen will. Das ist der Schlüssel, glaube ich. Dass ich mich nicht jede Session wieder auf etwas Neues einstellen muss. Das hat dieses Wochenende gut funktioniert", freute sich Rammerstorfer über die Trendwende. In den nächsten Tagen soll darauf aufgebaut werden: "Mit Assen kommt jetzt eine Strecke, die der Honda auch wieder gut liegen sollte. Es braucht diesmal keinen Reset, ich will dort einfach wieder Gas geben."
Gas geben darf in Assen (26. bis 28. Juni) auch wieder Marco Bezzecchi, nachdem er am Sonntag zusehen musste. Unser Markus glaubt, dass die Hammerstrafe gegen den Aprilia-Piloten auch eine Chance für ihn sein könnte:



diese Moto3 Nachricht