MotoGP-Superstar Valentino Rossi präsentierte am Mittwoch in Tavullia sein nahezu rundum erneuertes Moto3-Rennteam SKY Racing Team VR46. Neben den neuen KTM RC 250 GP-Rennmaschinen bekommen die Piloten Romano Fenati sowie Neuzugang Andrea Migno ebenfalls neue Crewchiefs an die Seite gestellt.

In der erst zweiten Saison des aus einer Kooperation von Rossi und SKY Italien entstandenen Rennstalls will das Team einen deutlichen Sprung nach vorne machen. Dass dies angesichts von vier Siegen und zwei weiteren zweiten Rängen (allesamt für Fenati) nicht einfach wird, ist vor allem dem neunfachen Motorrad-Weltmeister Rossi bestens bewusst:

"Wir sind letzte Saison unwahrscheinlich gut gestartet und hatten bereits nach sechs Rennen drei Siege auf dem Konto. Das hatte wahrlich niemand erwartet, und die zweite Saisonhälfte wurde dann auch deutlich schwieriger für uns. Dennoch müssen wir uns immer an vergangenen Erfolgen messen und nach Verbesserungen streben", verriet der aktuelle Vize-Weltmeister der MotoGP.

WM-Favorit? Hoffnungen ruhen klar auf Fenati

Die Hoffnungen ruhen dabei einmal mehr auf Fenati, der bereits im Vorjahr riesiges Potential offenbarte - allerdings auch Fehlern und Inkonstanz zum Opfer fiel: "Die letzte Saison brachte uns viel Licht, aber leider auch einiges an Schatten. Jetzt bin ich sehr gespannt, was für uns dieses Jahr möglich ist. Das neue Motorrad ist eine Evolution von 2014, also ziemlich ähnlich. Wenn wir 100% herausholen können, sollten wir mindestens so viel Spaß haben wie vergangene Saison."

Romano Fenati feierte in der Moto3 2014 vier Siege -
Romano Fenati feierte in der Moto3 2014 vier Siege -Foto: Milagro

Neben Fenati, der nach seinem fünften Rang im Vorjahr im Anschluss an den Aufstieg mehrere Topfahrer als einer der heißesten WM-Favoriten gilt, bestreitet Andrea Migno seine erste volle Saison in der Moto3. Der Italiener bestritt bereits die letzten sieben Rennen des Jahres 2014 als Ersatzfahrer für Arthur Sissis bei Mahindra.

Mit Pablo Nieto, der nach drei Saisons im Laglisse-Team 2013 Moto3-Weltmeister wurde, steht Rossi ein erfahrener Teamchef zur Seite. "Wir werden alle unser Bestes geben müssen, damit wir Fenati und Migno in die Position bringen können, damit sie um Siege fahren können. Romano muss Kontinuität und Konstanz finden, Andrea muss alle Strecken lernen und hauptsächlich Spaß auf dem Motorrad haben. Momentan stehen wir bei 75 Prozent, aber unsere KTM hat Potenzial. Wichtig ist, dass wir in Katar vorn dabei sind."

Rossi: Aus schwierigen Zeiten 2014 gelernt

Rossi selbst ist sich sicher, dass das Team einen großen Sprung nach vorne machen kann und wird: "Wir hatten einen Traum-Einstand, haben dann aber erfahren müssen, dass die Moto3-WM ein hartes Pflaster ist. Aus den schwierigen Zeiten haben wir aber viele Dinge gelernt, die uns 2015 weiterhelfen können. Wir wollen permanent mit beiden Fahrern mindestens in die Top-10, und das können wir schaffen."

Vor allem im Bereich der Technik und der Anleitung seines jungen Piloten Migno will Rossi verstärkt Hand anlegen. Ansonsten bevorzugt es der Superstar, wie immer Sonntags das Rennen seines Teams von der Boxenmauer zu genießen: "Für mich ist es ein Weg, um mich zu entspannen, vor allem so kurz vor meinen eigenen Rennen. Ich sauge dann schon die Atmosphäre in mich auf".

Sollte dem Team tatsächlich ein weiterer Sprung gegenüber dem Vorjahr gelingen, darf sich Rossi schon einmal auf einige entspannte Sonntage einstellen...