Das Grinsen Marco Simoncellis reichte fast um die gesamte Lockenpracht herum. "Ja, diese Poleposition ist fantastisch für mich, insgesamt auch, wie sie überhaupt zustande kam", freute sich der Italiener, der nächstes Jahr an der Seite von Marco Melandri bei Gresini Honda in der MotoGP an den Start gehen wird.

Der Weg zur Pole war für Simoncelli mit einigen Tücken behaftet. "Wir haben zum Schluss einen neuen Reifen montiert, der nicht funktionierte", analysierte er den Auslöser des Fast-Desasters. "Also verlor ich zwei Runden und ich musste noch mal in die Box. Ich fuhr wieder raus mit noch ein wenig mehr als zwei Minuten Trainingszeit übrig. Und ich fuhr also sofort mit Vollgas los und musste richtig Dampf machen. Dann versuchte ich, Alex Debon zu überholen und als ich bremste, sehr spät bremste, wusste ich nicht, ob ich die Kurve überhaupt schaffen würde." Dass er doch rum kam, ist bekannt.

Morgen gutes Rennen abliefern: Hiroshi Aoyama, Foto: Ronny Lekl
Morgen gutes Rennen abliefern: Hiroshi Aoyama, Foto: Ronny Lekl

Für den WM-Leader Hiroshi Aoyama war der zweite Rang nicht schlimm. Im Gegenteil. Er rechnet sich auch von diesem Startplatz sehr viel aus. Aber zunächst glaubte er sich selbst im Besitz von Startplatz eins. "Als ich meine beste Rundenzeit machte, dachte ich, dass ich die Pole habe", erklärte der Japaner. "Ich sah auf den Monitoren erst noch meinen Namen ganz oben und dann war Marco um so vieles schneller als ich. Aber Platz zwei ist gut und ich hoffe, dass wir morgen ein gutes Rennen abliefern können. Ich werde mein bestes geben."

Hector Barbera war einerseits enttäuscht, dass er die Poleposition nicht holen konnte, andererseits aber sehr zufrieden mit seinem Motorrad. "Alles ist in Ordnung, das Bike funktioniert perfekt und ich will morgen auf jeden Fall um den Sieg kämpfen", sagte der Spanier nach der Qualifikationssitzung. Sein Landsmann Alex Debon hoffte noch auf einen letzten Trieb durch Polesetter Marco Simoncelli, konnte sich aber in seiner letzten Runde nicht verbessern. Dafür freute er sich über andere Sachen. "Ich bin glücklich, dass wir das Setup hier ordentlich hinbekommen haben", erklärte Debon. "In der letzten Runde spürte ich, dass Marco näher kam und da wollte ich einfach Druck machen und selbst auch eine schnelle Runde hinlegen. Aber Marco war nicht zu stoppen. Gratulation an ihn. Morgen werden wir sehen, was bei mir geht."