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Macau GP 2018: Mercedes gewinnt Pole-Krimi gegen BMW

Raffaele Marciello beschert Mercedes die Pole Position im Qualifying zum GT World Cup in Macau. DTM-Abwanderer Augusto Farfus stellt seinen BMW in Reihe 1.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Krimi um die Pole Position beim GT World Cup in Macau! Raffaele Marciello beschert Mercedes in letzter Sekunde den ersten Startplatz für das prestigeträchtige Rennen auf dem berühmten Stadtkurs. Der Italiener setzte sich mit seiner letzten schnellen Runde gegen BMW-Werksfahrer Augusto Farfus durch.

Großer Erfolg für Mercedes in der chinesischen Sonderverwaltungszone: Hinter Pole-Setter Marciello belegten Maro Engel und Macau-Dauersieger Edo Mortara die Startplätze drei und vier. Marciello war in 2:16.800 Minuten der schnellste der 15 Piloten auf dem 6 Kilometer langen Stadtkurs.

Damit verdrängte er Farfus von der Spitze, der kurz zuvor mit einer 2:17.357 auf Pole-Kurs lag. Der Brasilianer hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass er 2019 nicht mehr in der DTM antreten wird. Stattdessen will sich Farfus künftig auf die WEC- und GT-Programme von BMW konzentrieren.

Der Brasilianer, der im vergangenen Jahr von Startplatz sechs losgefahren war und der letztendlich Vierter wurde, blieb bescheiden, als er feststellte: "Ich habe im letzten Jahr den gewünschten Podestplatz knapp verpasst. Deshalb wäre ich glücklich und zufrieden, wenn es diesmal mit dem Podium klappt. Das wäre auch ein schönes Geschenk zum Abschied von Charly Lamm."

Der Teamchef, der mit seiner erfolgreichen Mannschaft in Macau so oft gewonnen (13 Siege zwischen 1980 und 2009) hat wie kein anderes Team oder Fahrer, zieht sich nach dieser Saison auf eigenen Wunsch aus der verantwortlichen Position bei der oberbayrischen Mannschaft aus Freilassing zurück, um sich stattdessen mehr seinem Privatleben - das bisher viel zu kurz gekommen ist - zu widmen. Seinen Job als Teamchef übergibt Karl Lamm wie berichtet an Herbert Schnitzer Junior (37).

Marciello war natürlich äußerst happy, dass es ihm gelungen ist, in seiner letzten Runde und als die Zeit bereits abgelaufen war, die bis dahin geltende Bestzeit von Farfus noch zu unterbieten. Bei dem perfekten Timing schaffte Marciello zwar nicht eine einzige Sektor-Bestzeit, dafür aber vier persönliche Bestzeiten in allen vier Sektoren sowie den Topspeed von 280,5 km/h. Marciello: "Es war sicher ein Vorteil, die fast perfekte Runde ohne Verkehr absolvieren zu können."

Vorjahres-Sieger Engel kann sich vom dritten Startplatz gute Chancen ausrechnen. Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:17.422 Minuten führte er seinen Mercedes-AMG GT3 auf den dritten Startplatz. Der frühere DTM- und Formel-E-Pilot führte das Klassement lange Zeit vor Markenkollege Mortara an, bis Marciello und Farfus nach vorne preschten und die erste Startreihe übernahmen.

Macau-Monster Mortara musste sich mit dem vierten Startplatz begnügen. Der Macau-Formel-3-Sieger von 2009 und 2010 sowie Sieger der GT-Klasse in den Jahren 2011 bis 2013 sowie 2016 erzielte seine persönliche Bestzeit in 2:17.431 Minuten und nimmt das Qualifikationsrennen am Samstag aus der zweiten Reihe in Angriff.

Die weiteren Plätze sicherte sich das Porsche-Duo Earl Bamber und Laurens Vanthoor. Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge Porsche: "Wir stehen nach dem Qualifying nicht ganz dort, wo wir uns erwartet hätten. Es fehlten am Ende zwei oder drei Zehntel zur zweiten Startreihe, zu Startplatz zwei auch nicht viel mehr. Dem Polesitter muss man großen Respekt zollen - eine starke Runde. Aus der dritten Startreihe in ein solches Stadtrennen gehen zu müssen, ist sicherlich nicht optimal. Es wird auf dieser Grundlage ein schwieriges Qualifyingrennen für uns."

Robin Frijns war auf Platz sieben der bestplatzierte Audi-Fahrer. Der Niederländer verunfallte in der Schlussphase mit seinem Audi R8 LMS, zog sich beim Einschlag in die Leitplanken aber keine größeren Schäden zu. Seine Audi-Kollegen Christopher Haase und Dries Vanthoor fuhren auf die Startplätze acht und neun.

So geht es weiter

Für die 15 Piloten im GT World Cup geht es am Samstag um 06:05 Uhr deutscher Zeit mit dem Qualifikationsrennen weiter. Der Lauf, der über die Startaufstellung für das Hauptrennen am Sonntag entscheidet, führt über die Distanz von 12 Runden. Die Entscheidung über den neuen GT-Weltmeister fällt schließlich am Sonntag. Eurosport überträgt das Hauptrennen der GT-Kategorie (05:25 Uhr deutscher Zeit) live im Fernsehen.

Macau GT World Cup: Top-10 Qualifying

Fahrer Hersteller Rundenzeit
1 Raffaele Marciello Mercedes 2:16.800
2 Augusto Farfus BMW 0,557
3 Maro Engel Mercedes 0,622
4 Edo Mortara Mercedes 0,631
5 Earl Bamber Porsche 0,917
6 Laurens Vanthoor Porsche 1,048
7 Robin Frijns Audi 1,242
8 Christopher Haase Audi 1,779
9 Dries Vanthoor Audi 1,894
10 Mathieu Jaminet Porsche 2,449

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