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Wer siegt an Australiens Motorsport-Berg?

Nach dem Vorjahr ist klar: Die 12 Stunden von Bathurst haben das Zeug, eines der besten Rennen des Jahres zu werden. Und so liest sich auch die Starterliste.
von Yannick Bitzer

Motorsport-Magazin.com - Es ist ein Jammer, dass die Australier so seltsame Tages- und Nachtzeiten sich angeeignet haben. Sei es der jährliche Formel-1-Saisonauftakt, Grand-Slam-Tennis oder die Radsport-Attraktion Tour Down Under: Während die meisten Europäer feste schnarchen, finden auf dem kleinsten aller Kontinente einige der spannendsten Sportereignisse statt. Für das kommende Wochenende einen Vorrat an Kaffee und Cola anlegen sollten Fans des GT- und Langstrecken-Rennsports: Auf dem berühmtesten Rundkurs des Landes, dem Mount Panorama Circuit, steigt das 12-Stunden-Rennen von Bathurst.

Wer die Veranstaltung schon im Vorjahr verfolgt hat, der weiß ganz genau, warum für die Nacht von Samstag auf Sonntag schlafen verboten ist. Der packende Zweikampf um den Sieg, welchen Lokalmatador Craig Lowndes und der junge Dassendorfer Maximilian Buhk sich damals lieferten, war nur einer von vielen Höhepunkten eines durchweg verrückten Rennens. Und dass Lowndes letztlich im Ferrari des 2013 tödlich verufallten Dänen Allan Simonsen gewann – das passte wunderbar zur Magie, welche den Mount Panorama Circuit bereits seit seiner Eröffnung vor fast 80 Jahren zu umgeben scheint.

Bathurst-Promo für 2015: (03:42 Min.)

Nur ein Titelverteidiger für Ferrari

Ganz so lange gibt es das "Bathurst 12 Hour" natürlich noch nicht. Im Jahr 1991 wurde der Halbtags-Dauerlauf zum ersten Mal ausgetragen, und zwar als eine Art Langstrecken-Pendant zum sogenannten Bathurst 1000, dem bis heute wichtigsten Autorennen Australiens. Zwischen 1995 und 2006 fand das 12-Stunden-Rennen nicht statt; Anfang der Nullerjahre wurde allerdings zweimal über die Distanz von 24 Stunden gefahren. Lange Zeit war die Veranstaltung Tourenwagen vorbehalten, doch seit 2011 können auch GT3-Fahrzeuge sowie wesentlich exotischere Renner zugelassen werden.

Die Teilnehmerliste für die diesjährige Auflage liest sich derweil ausgezeichnet: 54 Autos sind angemeldet worden, darunter 29 GT3-Wagen von neun verschiedenen Herstellern (Aston Martin, Audi, Bentley, Ferrari, Lamborghini, McLaren, Mercedes-Benz, Nissan und Porsche). Mit Maranello Motorsport sind auch die Titelverteidiger wieder dabei, wenngleich ohne Craig Lowndes. Lediglich Ex-Formel-1-Pilot Mika Salo wird auch heuer für die Mannschaft aus Melbourne ins Lenkrad greifen. Unterstützt werden soll er dabei von V8-Supercars-Fahrer Tony D'Alberto und dem ehemaligen "Stig" Ben Collins.

M-Sport-Bentley erstmals in "Oz"

Fehlen wird neben Lowndes leider auch der Neuseeländer Shane van Gisbergen, der im vergangenen Jahr in Bathurst auf McLaren 12C einen neuen GT-Rundenrekord aufstellte (2:03,8506 Minuten). Grund für die Abstinenz ist, dass die Stammpiloten der australischen V8-Tourenwagen-Meisterschaft bei den offiziellen Testfahrten der Serie im Sydney Motorsport Park in Eastern Creek ans Werk müssen. Aus Europa und den USA werden jedoch die üblichen Verdächtigen nach Australien reisen, darunter Maximilian Buhk und Stefan Mücke sowie Laurens Vanthoor, Oliver Gavin und Patrick Long.

Den Kampf um den Sieg verschärfen wird in diesem Jahr die Bentley-Abordnung M-Sport. Erstmals wird das GT3-Dickschiff der Briten auch in Bathurst laufen. Buhk, nunmehr Bentley-Werksmann, wird die Truppe aus Cockermouth dabei fahrerisch anführen. Einen Favoriten für das Rennen gibt es jedoch mitnichten. Zwar sind nur elf der 29 GT3-Gespanne reine Profipaarungen, doch auch in der Amateurwertung sind zahlreiche starke Fahrer vertreten. Wer Geld setzten möchte, kann dies noch bis Samstag, 19:50 Uhr unserer Zeit, tun – dann nämlich wird das Rennen in Bathurst starten.

Zeitplan für das Bathurst-Wochenende (MEZ)

Training 1: Donnerstag, 22:15 bis 23:15 Uhr
Training 2: Freitag, 01:25 bis 02:25 Uhr
Training 3: Freitag, 03:35 bis 04:35 Uhr
Training 4: Freitag, 06:15 bis 07:15 Uhr
Training 5: Freitag, 21:45 bis 22:45 Uhr
Qualifikation 1: Samstag, 02:55 bis 03:55 Uhr
Qualifikation 2: Samstag, 04:05 bis 04:25 Uhr
Rennen: Samstag, 19:50 bis 07:50 Uhr


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