BMW hat seine Erfolgsgeschichte bei den 24 Stunden vom Nürburgring am 13. Juni 2004 um ein Kapitel erweitert. Am Ende eines der härtesten Langstreckenrennen der Welt überquerten die beiden BMW M3 GTR mit den Startnummern 42 und 43 die Ziellinie auf den Plätzen eins und zwei. Der Sieg ging an den GT-Sportwagen mit den drei deutschen Fahrern Jörg Müller (Hückelhoven), Dirk Müller (Burbach) und Hans-Joachim Stuck (Ellmau).

Duncan Huisman (NDL), Pedro Lamy (PRT) und Boris Said (USA) machten im Auto mit der Startnummer 43 auf Platz zwei den siebten Doppelerfolg von BMW auf der legendären Nordschleife perfekt.

"Das ist ein phantastisches Ergebnis", schwärmte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, der das Rennen via GPS und Datenübertragung aus Montréal verfolgte, wo am selben Wochenende der Formel-1-Grand-Prix von Kanada ausgetragen wurde. "Ein riesiges Kompliment an das Team und die Fahrer, die trotz schwierigster Bedingungen immer kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Entscheidungen getroffen haben."

Die Witterungsverhältnisse, unter denen der Triumph von Team BMW Motorsport zustande kam, waren alles andere als einfach. Von der ersten Runde an sorgten zum Teil sintflutartige Regenfälle immer wieder für Betriebsamkeit in der Boxengasse. Die Einsatzmannschaft von Schnitzer Motorsport profitierte jedoch von der jahrelangen Erfahrung des Teammanagers Charly Lamm (Freilassing) und arbeitete fehlerlos, sodass beide Fahrzeuge den Langstrecken-Klassiker ohne technische Probleme erfolgreich beenden konnten.

"Bei uns ist alles perfekt gelaufen", kommentierte Lamm die Leistung des Teams. Jörg Müller ergänzte: "Es war optimal. Wir hatten nicht eine Berührung mit einem anderen Auto und fast immer die richtigen Reifen drauf." Schlussfahrer Dirk Müller sagte nach dem strapaziösen Rennen, das den Piloten sowohl körperlich als auch in punkto Konzentration alles abverlangte: "Als ich die Ziellinie überquert habe, war das Gänsehaut-Feeling pur." Routinier Stuck bestätigte: "Es war das psychisch anstrengendste Rennen, bei dem ich je angetreten bin. Aber es hat trotzdem gigantischen Spaß gemacht."

Für den 53-Jährigen war es bereits der dritte Sieg auf der Nordschleife – und das in einer Zeitspanne von 34 Jahren. 1970 hatte Stuck in einem BMW 2002 ti die erste Auflage des 24-Stunden-Rennens gewonnen. Am Steuer des BMW 320d war er zudem 1998 beim ersten Sieg eines Diesel betrieben Autos dabei. Nun ließ Stuck mit seinen beiden Teamkollegen den Premieren-Erfolg eines GT-Fahrzeugs folgen.

Der 500 PS starke BMW M3 GTR erwies sich auf dem Nürburgring einmal mehr als Erfolgstyp. Das GT-Coupé war ursprünglich entwickelt worden, um in der American Le Mans Series Siege zu sammeln. Diese Vorgabe erfüllte der bullige M3 GTR vom ersten Einsatz im Jahr 2001 an. Jörg Müller gewann damals die Fahrermeisterschaft, BMW Motorsport siegte im Teamklassement, und BMW sicherte sich den Markentitel.

Trotz der erfolgreichen Vergangenheit des bewährten Einsatzfahrzeugs wartete das Team BMW Motorsport auf der Nordschleife mit zahlreichen Neuerungen auf. So wurde zum ersten Mal die mobile Datenübertragung GPRS (General Packet Radio Services) eingesetzt, um aus den beiden BMW M3 GTR laufend Kontrolldaten empfangen zu können. In der Vergangenheit tappten die BMW Renningenieure im Dunkeln, wenn die Autos im hinteren Teil der 24,427 Kilometer langen Strecke unterwegs waren. Diesmal war die Mannschaft um den erfahrenen Rennstrategen Lamm durchgängig über Betriebszustände und die genaue Position der Autos informiert.

"Ein solcher Marathon ist eine ungeheure sportliche und technische Herausforderung", hatte Theissen vor dem Start des Rennens gesagt. Das Team BMW Motorsport hat diese Aufgabe bravourös gemeistert. Mit dem insgesamt 17. Gesamtsieg konnte BMW zudem seine Stellung als mit Abstand erfolgreichste Marke in der Eifel eindrucksvoll untermauern.