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IndyCar Mid-Ohio 2019: Scott Dixon siegt im Strategie-Thriller

Beim IndyCar-Rennen in Mid-Ohio war die große Frage: Zwei oder drei Stopps? Scott Dixon gewann nach Thriller-Finale auch dank großartigem Reifen-Management.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - IndyCar-Champion Scott Dixon hat beim Lauf auf dem Mid-Ohio SportsCar Course in Lexington seinen zweiten Saisonsieg 2019 eingefahren! Der Chip-Ganassi-Fahrer setzte sich in einem Strategie-Thriller nach 90 Runden durch. Dixon erwies sich dabei als Meister in der Disziplin Reifen-Management, indem er die weichen Reds in bester Formel-1-Manier konservieren konnte. Für Chip Ganassi Racing wurde es ein Doppelsieg, denn Rookie Felix Rosenqvist wurde nach furioser Fahrt Zweiter.

Der Start: Power stand auf der Pole und behielt am Start die Spitze vor Rossi, dahinter reihten sich Newgarden, Pagenaud und Bourdais ein. Im Hinterfeld wurde es in den ersten Ecken bereits ganz eng, unter anderem musste Sato nach einer Kollision durch das Kiesbett, und die beiden Schmidt-Peterson-Boliden von Hinchcliffe und Ericsson suchten die Box für Reparaturarbeiten auf.

Der Rennverlauf: In der Anfangsphase des Rennens änderten sich die Positionen vorne nicht, Power und Rossi setzten sich aber minimal vom restlichen Feld. Pagenaud und Bourdais gingen in Runde 13 an die Box und setzten somit auf drei Stopps. Nach seinem Service wurde Bourdais im Zweikampf von Herta gedreht und verlor so Boden und Positionen. An der Spitze büßte Rossi in Runde 18 auf abbauenden weichen Reifen P2 gegen Rosenqvist ein, einen Umlauf später zog Dixon nach.

Rosenqvist machte schnell die Lücke zu Power wett, biss sich am Australier aber die Zähne aus. Erst in Runde 25 kassierte der Rookie Power auf der Außenbahn. Sofort klebte Dixon Power am Heck. Rossi, Rosenqvist, Power und Dixon kamen schließlich zwischen Runde 27 und 29 herein und versuchten somit eine Zwei-Stopp-Strategie. Newgarden, Pagenaud und Hunter-Reay übernahmen nun die Spitzenplätze. Nach dem Stopp kam es zu einem beinharten Duell zwischen Power und Dixon, bei dem der Penske-Pilot nach mehreren Umläufen nachgeben musste.

Bis zur 40. Runde suchten die meisten Dreistopper zum zweiten Mal ihre Crews auf, unter anderem Newgarden, Pagenaud und Bourdais. Bei Newgarden gab es Probleme am Tankstutzen, wichtige Sekunden gingen flöten. Newgarden verlor eine Position an Hunter-Reay und musste sich zudem mit allen Mitteln gegen Pagenaud zur Wehr setzen. An der Spitze lagen nun wieder die Zweistopper Rosenqvist, Pigot, Dixon, Power und Rossi.

Bei Rosenqvist, der über zehn Sekunden Vorsprung hatte, und bei Pigot stellte man offenbar die Strategie um - beide kamen gegen Halbzeit schon zum zweiten Mal herein. Der Schwede nahm das Rennen als Vierter vor Rossi wieder auf und lag damit einige Sekunden vor allen regulären Dreistoppern. Rosenqvist kam danach Power immer näher und rang ihn in Runde 54 in einem tollen Rad-an-Rad-Duell über mehrere Kurven nieder. Ganassi-Teamkollege Dixon lag als Führender auf weichen Reifen knapp 15 Sekunden vor Rosenqvist.

Ab Runde 58 kamen zunächst nacheinander die Zweistopper Rossi, Dixon und Power zum zweiten und letzten Service. Damit übernahm Rosenqvist wieder die Spitze vor Hunter-Reay und Newgarden, die ihrerseits allesamt nochmal an die Box mussten. Die Dreistopper folgten wenige Runden später. Die Reihenfolge danach: Dixon führte mit knapp neun Sekunden Vorsprung auf Rosenqvist, weitere elf Sekunden dahinter lag die Verfolgergruppe bestehend aus Hunter-Reay, Newgarden, Power, Rossi und Pagenaud.

Die Schlussphase: In den letzten 20 Runden machte Rosenqvist auf frischeren Reifen Jagd auf Teamkollege Dixon. Der Schwede kam dabei bis auf 1,5 Sekunden heran, musste sich dann in den letzten Runden aber durch den Überrundungsverkehr kämpfen. Das schaffte er, und in der letzten Runde ritt Rosenqvist harte Attacken, die Dixon mit beinharten Mitteln abwehren konnte. In der Verfolgergruppe konnten sich Hunter-Reay und Newgarden lösen und den dritten Platz unter sich ausmachen. Hunter-Reay setzte sich durch, nachdem Newgarden in der letzten Runde noch abflog.

Die Top-10 im Ziel:
1. Scott Dixon
2. Felix Rosenqvist
3. Ryan Hunter-Reay
4. Will Power
5. Alexander Rossi
6. Simon Pagenaud
7. Spencer Pigot
8. Colton Herta
9. Graham Rahal
10. Sebastien Bourdais

Das sagt Sieger Dixon: "Das war verrückt! Mir tut es aber auch ein wenig leid für Felix. Ich konnte nicht mehr machen, die Reifen waren am Ende. Wir waren auf dem zweiten weichen Reifensatz ein wenig zu aggressiv, das waren aber auch keine neuen Reifen mehr. Meine Crew hat einen phänomenalen Job abgeliefert in Sachen Strategie und Abstimmung für das Rennen. Gegen den Teamkollegen zu kämpfen war sehr hart, und wenn es nicht mein Teamkollege gewesen wäre, dann glaube ich, hätte man mich rausgedreht. Felix wird seine Siege noch holen. Uns hilft dieser Sieg sehr im Hinblick auf die Meisterschaft."

Die Gesamtwertung nach Rennen 13 von 17: Newgarden kam nach der Kollision gegen Hunter-Reay in der letzten Runde nicht mehr aus dem Kiesbett und wurde noch als 14. gewertet. Damit bleibt er in der Gesamtwertung zwar vorne, doch die Konkurrenz konnte wertvolle Punkte gutmachen. Newgarden hat nun 504 Punkte auf dem Konto, Rossi als erster Verfolger 488. Auch Pagenaud (457) und Dixon (442) haben noch Titelchancen. Power (356) bleibt auf Gesamtrang fünf.


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