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IndyCar St. Petersburg 2018: Wickens-Drama - Bourdais erbt Sieg

IndyCar-Rookie Robert Wickens stand beim Debüt in St. Petersburg 2018 kurz vor dem Sieg. Es folgte ein Drama-Finale. Sebastien Bourdais staubte ab.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - IndyCar-Rookie Robert Wickens geht ein Sensationssieg beim Saisonauftakt 2018 in St. Petersburg auf dramatische Weise durch die Lappen. Wickens diktiert das Geschehen in einem teils chaotischen Rennen. Eine ungestüme Attacke von Alexander Rossi bei einem Restart drei Runden vor Schluss beendet Wickens' Rennen vorzeitig. Rossi verfolgte Wickens zuvor das gesamte Rennen über. Den Sieg erbte schließlich mit Sebastien Bourdais ein alter Bekannter. So lief das Rennen:

Die Startphase: Robert Wickens münzte seine sensationelle Pole-Position sofort in die Führung um, während sich Will Power bei einer Attacke auf den Kanadier verschätzte und sich drehte. Es folgte die erste von insgesamt sieben Cautions im Laufe des Rennens. Beim Restart in Runde fünf setzte sich Jordan King in Front. Doch sein Gastspiel an der Spitze währte nur kurz. Es folgte in Umlauf sieben die nächste Caution, wenige Zeit nach dem Restart gingen zunächst Wickens und dann Alexander Rossi an King vorbei. Beide sollten fortan das Geschehen bestimmen.

Der weitere Rennverlauf: Nach der ersten Stopprunde lag plötzlich Sebastien Bourdais in Führung. Er wurde durch einen frühen Reifenschaden auf eine asymmetrische Strategie gezwungen und sollte am Ende der große Sieger sein. Im Kampf Wickens vs. Rossi konnte sich der kanadische Rookie teils um bis zu fünf Sekunden absetzen, doch immer wieder machten Cautions seine Arbeit zunichte. Das neue, einfachere Aero-Kit sorgte für viele Zwischenfälle, das IndyCar-Feld hatte große Mühe mit den neuen Boliden. Dafür war auch reichlich Action geboten: Mit 366 Überholmanövern in St. Petersburg wurde der bisherige Rekord pulverisiert.

Im letzten Renndrittel war es Bourdais, der wegen seiner alternativen Strategie zuerst an die Box musste. Er schaute in Runde 77 von 110 bei seiner Crew vorbei. Wickens und Rossi hielten in Runde 82 bzw. 83 an ihren Boxen. Danach führte Wickens mit gut drei Sekunden Vorsprung auf Rossi, Bourdais lag als Dritter auf älteren Reifen knapp 15 Sekunden zurück. Rossi hatte am Ende die deutlich bessere Pace als Wickens, kam dem Rookie immer näher. Was folgte, war an Spannung kaum zu überbieten.

Die Schlussphase: Denn am Ende wurde es noch einmal chaotisch: Alleine in den letzten acht Runden gab es nochmal drei Cautions. Beim ersten Restart konnte Wickens Rossis Attacken abwehren, aber nicht mehr beim zweiten Restart drei Runden vor Schluss. Rossi griff Wickens in Kurve 1 an, beide berührten und drehten sich! Der Amerikaner konnte weiterfahren, während Wickens' sensationelle Fahrt ein unverdientes Ende fand. Der Zwischenfall sorgte für die letzte Caution des Rennens.

Die Reihenfolge im Ziel: Sebastien Bourdais staubte durch dieses Drama den Sieg ab. Mit ihm auf das Siegertreppchen kletterten Graham Rahal und Alexander Rossi, der für die Kollision mit Wickens keine Strafe erhielt. James Hinchcliffe und Ryan Hunter-Reay kamen in die Top-5. Die restlichen Plätze in den Top-10 gingen an Scott Dixon, Josef Newgarden, Ed Jones, Marco Andretti und Will Power.


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