IMSA / Rennbericht

Audi gewinnt in Sebring

Nach problemlosen zwölf Stunden haben Frank Biela, Marco Werner und Emanuele Pirro den Langstreckenklassiker von Sebring gewinnen können.
von Fabian Schneider

Motorsport-Magazin.com - Nach 364 Runden auf dem Flugplatzkurs in Sebring haben Marco Werner, Emanuele Pirro und Frank Biela den ersten Saisonsieg für Audi in der American Le Mans Series holen können. Im R10 mit dem bekannten Dieselmotor konnte das Team mit der Startnummer zwei den Langstreckenklassiker von Amerika mit einem deutlichen Vorsprung gewinnen.

Der R10 TDI des Modelljahres 2007 lief bei seinem Renndebüt auf der extrem harten Strecke während der gesamten zwölf Stunden ohne das geringste technische Problem. Den einzigen außerplanmäßigen Boxenstopp verursachte ein Reifenschaden, durch den der Siegerwagen in der zweiten Stunde des Rennens zwei Runden verlor. Zudem wurden zwei Zeitstrafen und eine Stop-and-Go-Strafe gegen das siegreiche Audi Team verhängt.

Habe nicht an den Sieg geglaubt
Frank Biela

Für Frank Biela war es der vierte Erfolg in Sebring. Damit stellte der Deutsche den Rekord seines Markenkollegen Tom Kristensen sein. "Natürlich ist es schön, den Sebring-Rekord von Tom eingestellt zu haben. Ich bin sehr glücklich. Nach dem Problem im Warm-up und dem Reifenschaden gleich am Anfang des Rennens habe ich nicht mehr so recht an den Sieg geglaubt. Es ist einfach super, dass es so ausgegangen ist", berichtet Biela nach dem Rennen.

Für den anderen Audi, in dem neben Kristensen Allan McNish und Rinaldo Capello unterwegs waren, lief das zwölf Stunden lange Rennen dagegen nicht nach Plan. Zwei Wechsel des Anlassers und ein Batteriewechsel warfen die Nummer eins weit zurück. Immerhin belegte man den vierten Gesamtrang und holte mit dem zweiten Platz in der P1-Klasse wichtige Punkte für die Meisterschaft. "Natürlich wollten wir gewinnen, deshalb ist es enttäuschend, dass wir die Probleme hatten. Aber auch dieses Mal haben die Mechaniker alles getan, damit wir weiterfahren konnten – auch wenn es nicht mehr für ganz nach vorne gereicht hat. Vom Anlasser abgesehen lief das Auto perfekt", so Kristensen nach dem Rennen.

Eine kleine Überraschung gab es in der P2-Kategorie. Dort konnte der neue Acura den Porsche RS Spyder hinter sich lassen. Bryan Herta, Dario Franchitti und Tony Kanaan fuhren ein fehlerfreies Rennen und lagen lange in Schlagdistanz zum führenden Audi. Allerdings setzen 90 Minuten vor dem Ziel technische Probleme ein, wodurch der ARX-01A mehrere Runde auf die Spitze verlor. Die Schwierigkeiten wurden Andretti Green Racing beinahe zum Verhängnis, den von hinten kam der zweite Acura immer näher. Letztlich mussten sich Adrian Fernandez und Luis Diaz mit dem dritten Gesamtrang zufrieden geben.

Erst auf der fünften Position beendete der beste Porsche den Saisonauftakt. "Mit der Bestzeit im Qualifying und der schnellsten Rennrunde in der Klasse LMP2 hat der neue RS Spyder bei seinem ersten Renneinsatz seine Konkurrenzfähigkeit unter Beweis gestellt", sagte Porsche-Sportchef Hartmut Kristen. "Leider haben uns ärgerliche Elektrikdefekte um den verdienten Lohn unserer Arbeit gebracht."

Im spannendsten Duell des gesamten Rennens musste sich Titelverteidiger Jörg Bergmeister im Kampf um den Sieg in der Klasse GT2 erst auf den letzten Metern vor dem Ziel geschlagen geben. Mit nur 0,202 Sekunden Rückstand belegte er nach vielen Führungswechseln zusammen mit Johannes van Overbeek und Marc Lieb im neuen Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports den zweiten Platz. Geschlagen wurden sie nur von Jamie Melo und Mika Salo, die in ihrem Ferrari 430 GT zum Klassensieg fuhren. Gleiches gelang Oliver Gavin, Olivier Beretta und Max Papis in der GT1-Kategorie. Erst im letzten Rennabschnitt konnten sie sich gegen ihre Teamkollegen in der zweiten Corvette durchsetzen und zum Sieg fahren.

Das Ergebnis in Sebring (Top-10)

1. Biela/Pirro/Werner (Audi R10 TDI) 364 Rd. in 12:01.14,838 Std.
2. Herta/Franchitti/Kanaan (Acura/Honda) - 6 Rd .
3. Fernandez/Diaz/Martinez (Lola-Acura/Honda) - 8 Rd.
4. Capello/Kristensen/McNish (Audi R10 TDI) - 11 Rd .
5. Dumas/Bernhard/Castroneves (Porsche) - 13 Rd.
6. Brabham/Johansson/Dayton (Acura/Honda) - 18 Rd.
7. Beretta/Gavin/Papis (Chevrolet) - 23 Rd .
8. O'Connell/Magnussen/Fellows (Chevrolet) - 23 Rd.
9. Wallace/Leitzinger/Lally (Porsche) - 24 Rd.
10. Dyson/Smith (Porsche) - 31 Rd.


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