IDM

Drei Siege, zwei Podestplätze und zwei Top-Ten-Plätze gaben Anlass zum Feiern - Revanche in Oschersleben

Für die Teams Van Zon-Remeha-BMW und Van Zon-alpha Technik-BMW powered by Herpigny ging es am vergangenen Wochenende in die Motorsportarena von Oschersleben.

Motorsport-Magazin.com - BMW-Pilot Erwan Nigon hatte beste Erinnerungen an die Strecke von Oschersleben. "Während meiner Zeit in der Langstrecken-Weltmeisterschaft konnte ich hier schon zwei Mal das Acht-Stunde-Rennen gewinnen", berichtet der Franzose. "Auch in der IDM war ich hier schon erfolgreich. Im letzen Jahr habe ich hier die Plätze 1 und 2 geholt."Im Abschlusstraining machte es der aktuelle IDM-Superbikemeister nochmals richtig spannend. Zwanzig Sekunden sollte das Training noch gehen, als plötzlich der Franzose mit einer rekordverdächtigen Runde von 1.25,830 auf den ersten Startplatz rauschte. Die Konkurrenz konnte gegen diese Top-Zeit nichts mehr ausrichten.

Markus Reiterberger reiste mit bester Laune in die Motorsportarena. Der 19-jährige Bayer bereitet sich derzeit auf seine Prüfung zum Motorradmechaniker vor und musste in den letzten Wochen kräftig die Schulbank drücken. Am Freitag konnte sich der BMW-Pilot dann beim freien Training so richtig austoben und legte mit der schnellsten Rundenzeit vor. "Ich war zuletzt vor drei Jahren hier", erzählt er. "Da musste ich mir erst ein gutes Basis-Set-up erarbeiten. Nach dem ersten Tag hatte ich noch ein wenig Chattering."Die Abstimmung seiner BMW S 1000 RR passte ihm dann auch im Zeittraining gut und am Ende wurde es mit Rang 4 ein Platz in der ersten Startreihe.

Obwohl Erwan Nigon im ersten Rennen als Zweiter über die Ziellinie preschte, wurde er nur als Elfter gewertet. Die Rennleitung hatte nach einer Überprüfung der Videos einen Frühstart des Franzosen entdeckt und ahndete diesen Fehler mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden. Markus Reiterberger hielt sich aus gefährlichen Zweikämpfen raus und eroberte den zweiten Platz. "Das war ein spannendes Rennen", berichtete er nach der Siegerehrung. "Und Spass gemacht hat es auch. Mein Start war nicht so optimal, was mich ehrlich gesagt, ein wenig verwundert hat. Dann habe ich mir die Jungs um mich rum angeschaut und hatte gut zu tun, um an der Spitze dran zu bleiben. Am Ende bin ich sogar vor auf Platz 1 gefahren. Aber ich hatte über die Distanz wohl meinen Vorderreifen zu sehr beansprucht und musste einen grossen Bogen fahren."

Im zweiten Rennen gab es für Erwan Nigon kein Halten mehr. Er liess seinen Gegnern schlicht kein Chance, fuhr einen Vorsprung von über drei Sekunden heraus und verwies seine Markenkollegen Damian Cudlin und Markus Reiterberger auf die Plätze 2 und 3. "Ich wollte ganz einfach gewinnen", stellte Nigon klar. "Denn in der Meisterschaft geht noch was. Die Aktion von heute morgen tut mir leid, aber ich hatte keinen Vorteil dadurch. Jetzt feiere ich meinen ersten Sieg auf Pirelli. Das freut mich besonders und mir geht es jetzt besser."Zufrieden zeigte sich Markus Reiterberger. "Zweimal auf dem Podest, so kann´s weiter gehen", plante der Teenager seine Zukunft.

Arie Vos mit bestem IDM-Resultat, Doppelsieg für Bastien Mackels

"Den ersten Startplatz hole ich mir schon noch", versprach Bastien Mackels vom Team Van Zon-alpha Technik-BMW powered by Herpigny. Im ersten Training war der Belgier in der IDM Superstock, die gemeinsam mit der Superbike-Klasse ausgetragen wird, noch auf Rang 2 unterwegs. "Ja okay, Oschersleben ist jetzt nicht meine Lieblingsstrecke", gab er zu. "Ich mag die schnellen Strecken einfach lieber. Aber ich bin hier im Vorjahr schon ein Rennen zur belgischen Meisterschaft gefahren, kenn mich also aus. Im ersten Training haben wir noch am Set-up gearbeitet, da ich meine Linie noch nicht wie gewünscht halten konnte und ich bin nur mit dem Rennreifen gefahren."Im zweiten Training passte dann die Einstellung und Mackels holte die Pole-Positon in der IDM Superstock und seine insgesamt achtschnellste Zeit reichte sogar zu einem Platz in der zweiten Startreihe.

In den beiden Rennen zeigte der Belgier wieder eine saubere Leistung und holte sich zwei Siegerpokale ab. "Im ersten Eck war´s total voll", beschreibt er sein erstes Rennen. "Deswegen musste ich zurückstecken. Anschliessend konnte ich meinen direkten Konkurrenten Daniel Sutter zwar überholen, musste mich aber dann wieder zurückfallen lassen, weil ich unter gelber Flagge an ihm vorbei gegangen bin. Und das ist nicht erlaubt. Aber später hat es dann doch noch mit dem Sieg geklappt."Für das zweite Rennen hatte Mackels das Überholmanöver bei Sutter ursprünglich für eine der letzten Kurve geplant. Doch im Shell-S geriet dieser mit einem Überrundeten aneinander und Mackels kam unbeschadet vorbei. "So schmeckt der Sieg nicht ganz so gut", meinte er anschliessend. "Leider wurden keine blauen Flaggen gezeigt, so dass wir den langsamen Fahrer ziemlich überrascht haben."

Nach seinem erfolgreichen IDM-Wochenende im belgischen Zolder ging es für den IDM-Superbike-Piloten Arie Vos gleich nach Hause. Denn in seinem Heimatort Oss fand wenige Tage später ein Lauf zur Niederländischen Meisterschaft statt und Vos ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, sich vor seinen heimischen Fans mit einem Sieg zu präsentieren. "Für richtige Testfahrten bleibt mir im Moment keine Zeit", verriet er in Oschersleben. "Aber das Wetter ist plötzlich schön geworden und seit dem ist in meinem Motorradgeschäft in Oss total viel los."Nach den beiden Qualifyings zum IDM-Lauf in Oschersleben positionierte sich Vos mit Startplatz 7 in der zweiten Startreihe.

Mit den Plätzen 8 und 4 lieferte der Niederländer dann das beste Ergebnis seiner IDM-Karriere ab. Schon im ersten Rennen legte er einen fulminanten Start hin, so dass er kräftig in der Spitzengruppe mitmischte. Gegen Rennende musste er dann ein wenig abreissen lassen. "Ich hatte zum Schluss mein Vorderrad nicht mehr ganz unter Kontrolle", gab er zu. "Daher musste ich meinen Fahrstil umstellen und das war sehr anstrengend."Nicht weniger anstrengend war am Sonntagnachmittag das zweite Rennen, aber dafür um einiges erfolgreicher. "Mein Start war super", erzählt er. "Leider war ich dann in der ersten Kurve zwischen Damian Cudlin und Markus Reiterberger eingeklemmt und musste zurückstecken. Nach dieser Aktion war ich irgendwo auf Platz 8 oder 9 unterwegs und musste mich wieder nach vorne arbeiten. Das Motorrad war vom Handling super. Am Ende hat zwar der Grip etwas nachgelassen und ich bin etwas vorsichtiger gefahren, aber das Ergebnis ist toll.

Bereits in einer Woche geht es mit den Rennen auf dem Red Bull Ring schon weiter im Programm der SUPERBIKE*IDM.


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