Die Fahrer der GP2 Serie ließen es in Spa-Francorchamps ruhiger angehen. Keine heftigen Kollisionen, keine spektakulären Zwischenfälle. Trotzdem war der 18. Saisonlauf in Belgien nicht unbedeutend für die Meisterschaft. Nach 26 Runden standen allerdings zwei Fahrer ganz vorne, welche mit dem Ausgang im Kampf um den Titel nichts mehr zu tun haben. Nicolas Lapierre gewann in Spa vor Luca Filippi.

Alle Augen konzentrierten sich am Start auf das Duell zwischen Lucas di Grassi und Timo Glock. Doch diese Geschichte erledigte sich innerhalb von wenigen Sekunden. Während der Brasilianer einen fabelhaften Start erwischte und sich hinter Nicolas Lapierre auf dem zweiten Rang einreihen konnte, würgte Glock den Motor ab und blieb stehen. Das gleiche Schicksal ereilte auch Bruno Senna, Andreas Zuber und Kazuki Nakjima - alle drei in unmittelbarer Nähe des Deutschen.

Für Timo Glock war das Rennen damit schon in der Anfangsphase ruiniert. Mit mehr als einer Minute Rückstand hatte der iSport-Plot keine Aussicht mehr auf eine Zielankunft unter den ersten Acht, denn im Gegensatz zum Rennen im königlichen Park von Monza verlief der Lauf in den belgischen Ardennen zwar abwechslungsreich, aber ohne Zwischenfälle.

Nicolas Lapierre konnte seine Führung auch bei den obligatorischen Boxenstopps verteidigen. Ganz anders dagegen Lucas di Grassi. Der ART-Fahrer wurde zwar von seiner Mannschaft in Windeseile abgefertig, wurde dann aber von Luca Filippi und Adam Carroll abgefangen, die schon etwas früher stoppten. Mit warmen Reifen hatten die beiden keine Mühe, den Tabellenzweiten zu schnappen. Nur mit Glück kam Di Grassi noch auf das Siegerpodest. Sechs Runden vor dem Ziel drehte sich Carroll im Windschatten von Filippi von der Strecke. Der Brite kam in der schnellen Pouhon zu weit auf den inneren Randstein.

Nicht nur an der Spitze wurde überholt. Auch im Mittelfeld wurde mächtig attackiert. Besonders beliebt machte sich das Durango-Duo. Zunächst räumte Roldan Rodriguez den Dänen Chris Bakkerud ab, einige Umläufe später drehte sein Teamkollege Karun Chandhok Sébastien Buemi in der La Source um. Lange Gesichter gab es auch bei Trident und Campos. Ricardo Risatti humpelte mit einem losen Hinterrad um die Strecke, welches er schließlich in der Boxeneinfahrt verlor. Giorgio Pantano musste das Rennen sogar beenden. Sein Getriebe streikte.

Fünf Strahlemänner gab es auf den Rängen vier bis acht. Javier Villa und Mike Conway verpassten zwar das Podium, holten sich nach einigen schlechten Rennen jedoch wieder Punkte. Hinter Andy Soucek beendeten Karun Chanhok Ho-Pin Tung den Lauf auf den Plätzen sieben und acht. Für Soucek und Tung waren es die ersten Punkte in der laufenden Saison. Tung darf zudem im Sprintrennen von der Pole-Position starten.

In der Meisterschaft ist der Vorsprung von Timo Glock zusammengeschrumpft. Lucas di Grassi durfte sich sechs Punkte gutschreiben lassen. Für den Tabellenführer sprang nur der Zähler für die schnellste Rennrunde heraus. Drei Rennen vor dem Saisonende liegen die beiden Kontrahenten nur noch sechs Punkte auseinander.