Als Timo Glock am Samstag erstmals in diesem Jahr das GP2-Podium von Silverstone betreten durfte, hatte er fast das Gefühl "abzuheben". Noch vor dem Start des zweiten GP2-Laufes am Sonntag schlug seine Stimmung jedoch ins Gegenteil um. Für Timo bedeutete dies das Gaspedal zwischen die Zähne zu nehmen und eine spektakuläre Aufholjagd zu starten!

Schon der Start war für Timo aufreibend: Erst blieb sein Teamkollege Ernesto Viso auf dem Weg in die Formationsrunde stehen. Danach erwischte es beim Start zur zweiten Einführungsrunde Alexandre Premat, der direkt vor Timo starten sollte und somit auch den Deutschen dazu zwang stehen zu bleiben. Seine Reifen "klebten" praktisch am Asphalt fest. Nach dem tollen Ergebnis vom Samstag hieß dies: Ab nach hinten und sich in den 23 Runden durch das Feld nach vorne arbeiten.

Mit entsprechender Wut im Bauch legte Timo los wie die Feuerwehr: Bereits in der ersten Runde konnte er zehn Plätze gutmachen! Nach zwei Umläufen befand er sich schon auf Platz 11.

Für den zweiten Deutschen ging es nicht mit ganz so schnellen Schritten voran: Michael Ammermüller musste nach seinem Ausfall gestern ebenfalls von hinten ins Rennen gehen, fiel jedoch nach 5 Runden nach einer Kollision mit Teamkollege Neel Jani aus. Der Unfallhergang ist schnell erklärt: Michael fuhr dem Schweizer beim Anbremsen ins Heck und drehte beide raus.

Für Timo Glock war dies jedoch perfekt: Die folgende Safety Car Phase brachte das Feld wieder zusammen und bot ihm die Möglichkeit der Spitzengruppe von Rang 8 weiter auf die Pelle zu rücken.

Den Vordrang des Ex-Champ-Car-Piloten stoppte die kurzzeitige Neutralisation nicht: 13 Runden vor Schluss fand er sich als Sechster in den Punkten wieder!

Dann jedoch der nächste Dämpfer: Nach einem kleinen Fahrfehler fiel er von Platz 6 auf 9 zurück. Timo drehte sich hinter Giorgio Pantano weg, da er sich seinen linken Vorderreifen "ruiniert" hatte. Seinem Speed tat dies aber keinen Abbruch: Seine Rundenzeiten bewegten sich sofort wieder auf einem Topniveau. Als erstes bekam dies sein Teampartner Viso zu spüren - ihn überholte er schon zum zweiten Mal.

Sein letztes 'Opfer' sollte der Malaysier Fauzy werden. Dennoch blieb die furiose Aufholjagd des jungen Deutschen unbelohnt: Mit dem undankbaren 7. Rang landete er direkt hinter dem letzten Punkteplatz. Trotz des kleinen Dämpfers macht das Silverstone-Wochenende also Mut für den Rest der Saison. Bis zum nächsten Rennen in Magny Cours Mitte Juli wird dann auch seine Zukunft geklärt sein. Denn bislang war Timos Auftritt für iSport eine einmalige Aktion.