Der 24-Jährige aus Lichtenfels beendete das Samstagsrennen auf dem zweiten Platz hinter Lewis Hamilton - nachdem er vom fünften Startplatz aus losgefahren war.
Tabellenführer Nelson Angelo Piquet überholte er schon in der ersten Kurve mit einem spektakulären Manöver auf der Außenbahn. Danach schloss er schnell auf Adam Carroll und Alexadre Premat auf. "Carroll hielt uns ein bisschen auf. Aber man kann in Silverstone nur schwer überholen. Ich bekam hinter den beiden ziemlich schnell Untersteuern und merkte, dass meine Bremsen zu heiß wurden, wenn ich zu lange dicht hinter denen fuhr - das Pedal begann schon weich zu werden. Deswegen ließ ich mich zur Sicherheit wieder etwas zurückfallen. Aber dann war unsere Strategie perfekt, und mein Team hat an der Box eine super Arbeit abgeliefert. Der Stopp dauerte nur 5,8 Sekunden."
Damit brachte die iSport-Mannschaft Timo an Carroll vorbei. Wenig später musste Premat eine Durchfahrtstrafe antreten, weil er bei seinem Pflichtstopp zu schnell in der Boxengasse gefahren war. Das brachte Glock auf den zweiten Platz nach vorne.
In der Endphase des Rennens folgten zwei Safety-Car-Phasen, die es Timo jeweils erlaubten, zum führenden Hamilton aufzuschließen. "Beim ersten Neustart wollte ich versuchen, an ihm vorbei zu kommen. Aber dann geriet ich in der Copse-Kurve mit zwei Rädern auf den Randstein. Das Auto wurde unruhig, und bis die Reifen sich wieder erholt hatten, war Hamilton weg. Beim zweiten Neustart kam er mit wesentlich mehr Traktion aus der Zieleingangskurve als ich; mein linker Hinterreifen hatte schon ziemlich abgebaut, deswegen konnte ich ihm nicht mehr folgen. Also verteidigte ich den zweiten Platz."
Trotz der nicht mehr vollzogenen Schlussoffensive nahm Timo die Erkenntnis mit: "Hamilton ist zu schlagen. Er hat mir vor allem in den Passagen Zeit abgenommen, in denen Traktion gefragt ist. Da müssen wir fürs Rennen am Sonntag noch zulegen - dann bin ich mal gespannt, was da noch gehen kann. Auf jeden Fall freue ich mich schon aufs zweite Rennen."
Ein solches Gefühl war Timo in der laufenden GP2-Saison lange fremd. "Aber im neuen Team habe ich mich schon nach fünf Minuten gefühlt, als würde ich schon das ganze Jahr über dort fahren. Hamilton sitzt schon das ganze Jahr über in seinem Auto und weiß genau, was sein Wagen wann macht. Ich bin da längst noch nicht am Ende meiner Entwicklung angekommen. Wenn ich mich ein bisschen besser eingeschossen habe, kann ich mich noch steigern und Hamilton herausfordern. Ich hoffe, dass ich damit schon am Sonntag den Anfang machen kann."



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