Die Qualifikation vor der GP2-Extravaganza auf dem Stadtkurs von Monaco hielt, was die meisten Auguren sich von ihr versprachen: Aufgrund der vielen Starter und der mit dem jugendlichen Draufgängertum im Starterfeld direkt verbundenen Unfälle wurde sie zu einer Lotterie. Timo Glock zog in der hektischen Verlosung nur den 17. Startplatz. "Ich erwischte rundenlang keine freie Runde, weil immer Rot oder zumindest Gelb war", verweist der Odenwälder auf die mannigfaltigen Abbrüche und temporären Langsamfahr-Gebote wegen Abflüge. "Erst ganz am Ende klappte es noch mal. Da konnte ich mich noch vom 20. auf den 17. Rang vorkämpfen. Aber mehr war nicht drin, weil meine Reifen da schon stark abgebaut hatten."

Das bestätigt ein Blick auf die einzelnen Sektorzeiten - und ein Vergleich derselben mit den Werten aus dem morgendlichen Freien Training, in dem Timo noch Achter gewesen war: "In allen Sektoren konnte ich mich gegenüber meiner Zeit aus dem Freien Training um zwei bis drei Zehntelsekunden verbessern - nur im letzten Sektor erzielte ich lediglich die gleiche Zeit wie am Morgen, weil die Reifen da nicht mehr da waren." Gemeinsam mit Renningenieur Frank Coppuck nutzte Glock den Freitagnachmittag dazu, das Set-Up zu verfeinern und eine Rennstrategie auszuklamüstern. "Wir mussten uns irgendwas zurechtpfrimeln, um im Rennen nach vorn zu kommen.

Das geht über eine Abstimmung, bei der das Auto konstant bleibt - und über eine Strategie beim Timing der Boxenstopps, die sich von den anderen unterscheidet. Entweder ganz früh reinkommen - oder, wenn alle anderen früh stoppen, möglichst lange draußen bleiben. Wir müssen uns in eine Lage bringen, im Rennen flexibel zu sein. Denn es bringt nichts, dieselbe Strategie zu verfolgen wie alle anderen. Dann bleibt man auf der extrem engen Strecke unweigerlich hinter irgendeinem hängen. Überholen ist hier nämlich nur mit sehr viel Risiko möglich."