In einem chaotischen Rennen holte sich Jules Bianchi seinen zweiten Sieg in der Formel 3 EuroSerie. Nach drei herftigen Unfällen und drei Gelbphase wurde der Franzose nach zehn Runden zum Sieger erklärt. Neben ihm durften Koudai Tsukakoshi und Nico Hülkenberg das Hockenheimer Podium erklimmen. Über den Titel des Vizemeisters durfte sich Edoardo Mortara freuen.
Bereits am Start fiel die erste Vorentscheidung im Kampf um die Vizemeisterschaft: Christian Vietoris versuchte, sich auf der Außenbahn an seinem Teamkollegen Mika Mäki vorbeizupressen, kam jedoch mit den linken Reifen auf die Wiese. Eine unmittelbare Folge war ein Ausbrechen des Hecks und eine Kollision mit dem unschuldigen Stefano Coletti. Besser machten es Bianchi und Tsukakoshi, die aus der ersten Reihe starteten und die Führung übernehmen konnten. Dahinter folgten Jean-Karl Vernay und Hülkenberg, der von dem Durcheinander in der ersten Runde profitierte und vier Positionen gewann.
Nur für eine halbe Runde sollte das Rennen wieder freigegeben werden. James Jakes kollidierte bei der Anfahrt zur Spitzkehre mit dem vor ihm fahrenden Mäki und krachte in die innere Begrenzung. Nach dem heftigen Einschlag hatte der Brite Glück, keinen seiner Kollegen zu treffen - er schoss direkt zwischen Renger van der Zande und Erik Janis durch das Feld, überstand den Unfall aber augenscheinlich unverletzt.
Noch vor der zweiten Gelbphase machte Hülkenberg eine weitere Position gut. Der Emmericher schnappte sich vor der Spitzkehre den drittplatzierten Vernay und lag beim erneuten Neustart hinter dem Japaner Tsukakoshi. Der erste Angriff in der Haarnadelkurve blieb noch erfolglos, bis zum zweiten musste er sich gedulden: nur eine Runde später kam Peter Lux im Safety-Car zu seinem dritten Einsatz. Auslöser war ein heftiger Unfall von Stephane Richelmi, der in der Nordkurve nach einem Fahrfehler frontal und mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel einschlug.
Ein Neustart erfolgte nicht mehr. Die Rennleitung entschied sich, das Rennen fünf Minuten vor dem Ablauf der maximalen Zeit für einen Abbruch. Als Sieger wurde Jules Bianchi gewertet, das Podium komplettierten Koudai Tsukakoshi und Nico Hülkenberg. In die Punkte schaffte es neben Jean-Karl Vernay und Renger van der Zande auch Edoardo Mortara. Der Italiener profitierte von den Unfällen und überholte zudem Erik Janis.
Womöglich wird es wegen des vorzeitigen Abbruchs nur die halbe Punktzahl geben. Somit würde auch das Ergebnis der Berufungsverhandlung bezüglich der Gewichtsunterschreitung von Christian Vietoris am Freitag keine Auswirkungen auf die Gesamtwertung und die Vizemeisterschaft mehr haben. Andernfalls könnten die Platzierungen noch wechseln...

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