Für Nico Hülkenberg läuft momentan alles nach Plan. Am Donnerstag wurde der Berufung seines Teams gegen die Disqualifikation von Zandvoort stattgegeben - so reiste er als Führender der F3-EuroSerie nach Brands Hatch an. Im ersten Rennen am Samstag lag er auf Kurs für Platz 2, doch dann erhielt sein Teamkollege Jules Bianchi eine Durchfahrtsstrafe und fiel von Platz 1 auf Platz 7 zurück. Damit erbte Hülkenberg den Sieg und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Neben Bianchi erhielten auch Cheng, Plowman und Breen eine Durchfahrtsstrafe, weil sie in einer Gelbzone zu schnell fuhren.

"Gewinnen ist immer super und deswegen bin ich mit diesem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Hülkenberg. "Zu Beginn war Jules Bianchi zu schnell für mich, ich konnte ihm nicht folgen. Später profitierte ich von seiner Durchfahrtsstrafe und übernahm Platz eins. Einmal in Führung, fuhr ich das Rennen kontrolliert zu Ende."

58 kurze Runden warteten auf die Fahrer der Formel 3-EuroSerie in Brands Hatch. Bevor ein relativ ereignisloses Rennen seinen Lauf nahm, ging es am Start zur Sache: der Vierplatzierte Sam Bird kam ins Schleudern und drehte sich ins Grün, dabei hatte Nico Hülkenberg Glück, nicht mit ins Aus gerissen zu werden. Der Deutsche verteidigte seinen zweiten Startplatz und ging hinter Jules Bianchi als Zweiter in die folgenden Runden - bis zu dessen Strafe.

Den nächsten Zwischenfall gab es gleich darauf: Stefano Coletti probierte ein überoptimistisches Überholmanöver gegen Oshima, stach innen rein und drehte beide Autos parallel um. Coletti konnte weiter fahren, für Oshima sollte einige Runden später nach einem Abflug Schluss sein. Auch Basil Shaaban erfreute sich nicht lange am Rennen. In einer Gelbzone geriet er neben die Strecke und musste seinen Boliden abstellen.

Den letzten Zwischenfall des Rennens lieferten sich zwei ART-Piloten: Jules Bianchi und James Jakes kamen aneinander und der übermotivierte Bianchi schoss sich und seinen Teamkollegen ins Kiesbett. Beide lagen in aussichtsreicher Position auf den Plätzen 6 und 7, die ihnen Topstarte für das 2. Rennen am Sonntag beschert hätten.

Neben Sieger Hülkenberg standen Koudai Tsukakoshi und Yann Clairay auf dem Podium. "Ein zweiter Platz ist ein gutes Ergebnis, auch wenn Hülkenberg wieder vor mir gelandet ist", sagte der Japaner. "Am Start probierte ich, an ihm vorbeizukommen, dabei berührten wir uns leicht. Dann versuchte ich, ihn außen zu überholen, aber das hat leider nicht funktioniert. Mit einem guten Start morgen sollte für mich noch ein Podestplatz möglich sein."

Auch Clairay war zufrieden. "Ich hatte einen sehr guten Start und habe direkt zwei Plätze gewonnen", so der Mann von SG Formula. "Anschließend profitierte ich noch vom Startunfall von Sam Bird. Gegen Ende des Rennens kämpfte ich immer mehr mit meinem untersteuernden Auto und dem Druck von Mortara, konnte mich gegen ihn aber durchsetzen." Platz 4 ging an den zwischenzeitlichen Meisterschaftsführenden Edoardo Mortara, vor Christian Vietoris und Renger van der Zande.