Auch in Zandvoort werden Nico Hülkenberg und Mika Mäki in der ersten Startreihe stehen. Wie schon am Norisring belegten der ART-Pilot und sein finnischer Gegenspieler aus dem Team von Peter Mücke die ersten beiden Plätze im Qualifying. "Es war nicht einfach, weil ich mehr Grip auf der Strecke erwartet hätte. Ich denke, dass wegen des Windes viel Sand auf die Bahn geweht wurde und dass es deshalb rutschig war", sagte Hülkenberg nach dem Zeittraining. Mit 1:32.087 Minuten fuhr der Emmericher die bisher beste Zeit des Wochenendes und ließ Mäki acht Hundertstel hinter sich. Letztlich war die Arbeit in der Boxengasse entscheidend: "Mit dem ersten Reifensatz lag mein Auto noch nicht so gut, mit dem zweiten haben wir die Abstimmung besser an die Streckenverhältnisse anpassen können."

Mika Mäki freut sich auf seine zweite Chance innerhalb von nur zwei Wochen. Am Norisring lieferte er sich ein kurzes Duell mit Hülkenberg, landete dann im Schöller-S in der Mauer. "Wenn wir es wieder wie am Norisring machen und nur den Unfall weglassen, wäre ich sehr zufrieden", erklärte der Finne im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Der Start wird wieder entscheidend, ich will meine Position in der ersten Kurve auf jeden Fall verteidigen. Danach kann es in der Schikane nochmals brenzlig werden." Dass er sich am Ende der 30 Minuten geschlagen geben musste, hatte einen einfachen Grund. Ein Ausritt von Jean-Karl Vernay hatte gelbe Flaggen zur Folge. "Ich war im ersten Sektor schon etwas schneller, musste dann aber abbremsen. Durch die Gelbphase war aber auch mein zweiter Platz gesichert, denn die anderen durften auch nicht mehr schneller fahren."

Mika Mäki lauert auf Platz zwei, Foto: F3 EuroSeries
Mika Mäki lauert auf Platz zwei, Foto: F3 EuroSeries

Besonders bitter traf die nötige Tempoverminderung den zweiten von drei deutschen Piloten, Christian Vietoris. "Ich kann nicht zufrieden sein, obwohl unser Auto gut genug war", erzählte der Mücke-Pilot. Fast acht Zehntel Rückstand waren gleichbedeutend mit dem zehnten Rang. "Wir haben zu lange in der Box gewartet, außerdem haben wir zwischendurch Zeit beim Wiegen verloren." So blieben letztlich nur wenige Runden auf dem zweiten Reifensatz, dazu kamen die gelben Flaggen im hinteren Teil der Strecke. "Schon wieder ein Wochenende, an dem nicht alles perfekt läuft. Und noch dazu ist das Überholen hier in Zandvoort nicht leicht. Am Samstag kämpfe ich um eine gute Ausgangsposition für das zweite Rennen."

Gemischte Gefühle gab es bei Jules Bianchi. Der Franzose überzeugte mit schnellen Sektorzeiten, wurde aber nur Dritter. "Mein Auto war phantastisch. Ich bin die schnellste Zeit im ersten und auch im zweiten Sektor gefahren, aber leider nicht in der gleichen Runde. Deshalb stehe ich nicht auf der Pole Position", so der Teamkollege von Hülkenberg. "Dennoch bin ich glücklich, denn besser als heute war ich im Qualifying noch nie." Gar nicht zufrieden war Renger van der Zande, der sich als bester Lokalmatador für den elften Startplatz qualifizierte. "Ich hätte gerne für die Sponsoren, meine Familie und alle anderen Holländer einen besseren Job gemacht. Jetzt hoffe ich auf Regen. Die anderen sind zwar dann nicht langsam, aber so habe ich vielleicht einen Vorteil, denn ich kenne mich auf der Strecke gut aus.