Etwas ungewöhnlich war der erste Tag der Formel 3 EuroSerie in Pau schon: weit und breit keine DTM, kein Porsche Carrera Cup und auch keine Kleinwagen der Marken Seat und Volkswagen. Stattdessen fanden sich die 30 teilnehmenden Fahrer inmitten einer Weltmeisterschaft wieder, zudem bereicherten die Kollegen der Formula Master das Fahrerlager. Außerdem gab es, anders als gewohnt, heute gar kein Qualifying, sondern nur zwei freie Trainingssitzungen. Einen werden diese Umstände ganz sicher nicht gestört haben: Christian Vietoris. Der 19-jährige Mücke-Pilot drehte in beiden Sessions die schnellste Runde und konnte die Kontrahenten am Ende des Tages um beinahe eine halbe Sekunde hinter sich lassen.
"Die Strecke liegt mir einfach. Mir macht jede Runde unheimlich Spaß und es fühlt sich gut an ans Limit zu gehen", so der Gerolsteiner nach seiner Bestzeit von 1:12.354 Minuten. "Besser kann ein Wochenende eigentlich gar nicht anfangen. Zwar konnten wir nicht viel probieren, weil wir heute kaum Zeit hatten, aber trotzdem liegt das Auto gut und ich konnte viele Runden fahren." Alleine im zweiten Training absolvierte Vietoris auf der knapp drei Kilometer langen Strecke 17 Runden. Für das morgige Qualifying sollten die heutige Resultate allerdings kaum Bedeutung haben. "Für morgen ist Regen angesagt, da kann wieder alles anders aussehen. Wir müssen einfach mal schauen was geht."

Mit 0,496 Sekunden hatte Edoardo Mortara zwar einen beträchtlichen Rückstand auf Vietoris, aber mit Platz zwei stellte der Tabellenführer aus Italien erneut unter Beweis, dass auch in Pau mit ihm und Volkswagen zu rechnen ist. Momentan teilt sich der Signature-Pilot den ersten Platz in der Gesamtwertung mit Mika Mäki - auch auf dem Stadtkurs liegen die beiden Nachwuchsfahrer eng beisammen: Mäki war im Training nur unwesentlich langsamer als Mortara und wurde als Fünfter klassiert. Zwischen den beiden Piloten aus Finnland und Italien konnte sich neben Jules Bianchi auch Nico Hülkenberg platzieren. Der Emmericher steigerte sich am Nachmittag stark und fuhr mit einer Zeit von 1:12.940 Minuten die drittschnellste Runde des Tages.
Bis auf Hülkenberg sah es für die anderen deutschen Teilnehmer, wie schon in Mugello, alles andere als gut aus. Im zweiten Training, in dem mit Abstand die schnellsten Zeiten gefahren wurden, schafften es Michael Klein, Maximilian Götz und Jens Klingmann nicht unter die besten 15. "Der heutige Tag war für mich nicht sehr aussagekräftig", berichtete der erfahrene Götz im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Im ersten Training hatte ich Probleme mit dem Auto und viele sind schon mit neuen Reifen gefahren, ich dagegen habe noch nicht gepusht." Das zweite Training war für den Volkswagen-Pilot schon nach wenigen Runde beendet: "In meiner sechsten Runde habe ich die Leitplanke touchiert und der Querlenker war verbogen." An eine schnelle Reparatur und eine Weiterfahrt war nicht zu denken, stattdessen verlor Götz 20 Minuten Streckenzeit. "Bis dahin lag ich unter den besten Drei. Mein Teamkollege Martin Plowman beendete das Training als Zehnter, daher bin ich mir sicher, dass wir unter normalen Umständen in die Punkte fahren können."
Einen soliden Eindruck hinterließ Neueinsteiger Robert Wickens. Der Kanadier, zuletzt in der A1 Grand Prix Meisterschaft unterwegs, kam in seinen ersten beiden Formel 3-Trainings jeweils auf Platz 15. Auch der Rückstand von einer Sekunde war nicht sonderlich groß, denn abgesehen von Vietoris lagen die ersten 22 Piloten innerhalb von nur einer Sekunde.

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