Das Rennwochenende in Magny-Cours ist für mich nicht perfekt gelaufen. Im zweiten Rennen habe ich einen Fehler gemacht und so wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft verschenkt. Es hätte durchaus besser laufen können, aber wenn mal ein Fehler passiert, ist das auch kein Weltuntergang. Ich habe später noch die schnellste Runde gefahren und weiß, dass das Auto schnell ist. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft gewinnen können.

Somit gehe ich positiv in das nächste Rennen in Mugello. Dort können wir wieder ganz vorne mitfahren. Nichtsdestotrotz hätte es in Magny-Cours besser laufen können. Der Unfall mit Tom Dillmann hätte nicht sein müssen. Ich bin ihm am Ende der langen Geraden ins Auto gefahren, weil er die Tür zugemacht hat. Im ersten Rennen war ich dagegen einfach zu langsam. Ich bin hinter den beiden ASM-Fahrern hergefahren, die schneller waren als ich. Als sich Romain Grosjean gedreht hat, war ich etwas zu weit weg und er konnte seine Position verteidigen. Wenn ich unter gelb nicht gebremst hätte, wäre ich sicher vorbeigekommen.

Aber bei gelben Flaggen muss man einfach langsam machen. Das haben uns die Rennkommissare bereits in Brands Hatch ausdrücklich gesagt. Damals hat sich Edoardo Mortara nicht daran gehalten und hat eine Strafe bekommen, das wollte ich in Magny-Cours unbedingt vermeiden. Die beiden ASM-Piloten haben nicht gebremst und es sollte erst gar keine Strafe geben. Das habe ich nicht verstanden. Erst als sich mehrere Leute beschwert haben, wurden sie für das zweite Rennen um fünf Plätze strafversetzt. Bisher wurde ASM nie bestraft, irgendwie wurde es langsam Zeit dafür. Grosjean hat schon zwei Mal Unfälle gebaut und kam immer unbeschadet davon.

Warum Grosjean so aggressiv fährt, kann ich nicht verstehen. Mir soll es auch egal sein, denn wenn er sich dreht, ist das nur gut für mich. Man muss zwar immer versuchen zu gewinnen, aber er versucht einfach zu viel. Wenn man um die Meisterschaft fährt, ist es viel wichtiger in die Punkte zu fahren, als ein gutes Resultat aufs Spiel zu setzen. Am Besten ist immer, wenn man von der Pole Position aus vorne weg fährt.

Im ersten Rennen wurde Buemi Dritter, Foto: F3 EuroSerie
Im ersten Rennen wurde Buemi Dritter, Foto: F3 EuroSerie

Dass unsere Rennen schon früh am Morgen stattfanden, war nicht unbedingt ein Vorteil. Am Ende des Tages ist man richtig müde, denn man bleibt den ganzen Tag beim Team und arbeitet am Auto. Wenn man fährt, ist es dann aber kein Problem mehr. Man gibt einfach alles. Um 8:50 Uhr sind natürlich noch nicht so viele Teamchefs aus der Formel 1 an der Strecke und schauen zu. Ich habe trotzdem versucht, meinen Kontakt mit Red Bull so gut wie möglich zu pflegen.

In Mugello wird es wieder wichtig sein, so viele Punkte wie möglich zu holen. Wir werden versuchen das Rennen zu gewinnen, das ist ganz klar unser Ziel. In der Pause vor dem Wochenende werde ich jede freie Minute trainieren und probieren zusammen mit den Ingenieuren das Auto nach vorne zu bringen und auf Mugello optimal vorzubereiten.