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Formel E: Vandoorne gewinnt virtuellen Formel-E-Titel

Stoffel Vandoorne setzt sich im Finale der virtuellen Formel-E-Meisterschaft gegen Pascal Wehrlein durch. Oliver Rowland gewinnt das Finalrennen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Stoffel Vandoorne ist der Meister in der virtuellen Formel-E-Meisterschaft. Der Mercedes-Pilot setzte sich in einem spannenden Zweikampf gegen Pascal Wehrlein durch. Die entscheidende Situation im Finalrennen ereignete sich schon auf der ersten Runde, als eine Kettenreaktion einen Dreher von Pascal Wehrlein verursachte. Auf dem Weg zum Titel auf der Simracing-Plattform rFactor2 war Vandoorne bei einem Rennen siegreich. Am Ende trennten ihn 24 Punkte von dem Mahindra-Piloten.

Den Sieg beim letzten Rennen der Meisterschaft sicherte sich Oliver Rowland, der damit Rang 3 in der Meisterschaft belegt. Maximilian Günther wurde auf die vierte Meisterschaftsposition verwiesen, da er nach zwei Auftaktsiegen viel Pech hatte und häufig in nicht selbst verschuldete Kollisionen geriet.

Ausgangslage: Vandoorne gegen Wehrlein

Vor dem letzten Rennen der Meisterschaft betrug der Unterschied zwischen den beiden Meisterschaftsfavoriten gerade einmal 14 Punkte. Da es beim finalen Rennen doppelte Punkte zu vergeben gab, hatten also beide Piloten noch die Möglichkeit mit einem Sieg den Titel aus eigener Kraft klarzumachen. Maximilian Günther hatte zwar auch noch die theoretische Chance auf den Titel. Aber mit 47 Zählern Rückstand hätte er einen Sieg gebraucht, während Vandoorne und Wehrlein beinahe leer ausgehen müssten.

Wie schon gestern traten auch heute wieder zwei Wildcard-Piloten an, die bisher noch bei keinem Rennen an den Start gegangen waren. Bei Virgin Racing debütierte die WSeries-Piloten Alice Powell und bei Mahindra wurde Jerome D'Ambrosio von Sam De Jonghe vertreten.

Das Finalrennen fand auf dem Flughafenkurs von Berlin-Tempelhof statt. Beim ersten Rennen, das in dieser Saison in der deutschen Hauptstadt ausgetragen wurde, war Oliver Rowland erfolgreich.

Qualifying: Rowland auf Pole, Wehrlein vor Vandoorne

Im der Qualifying-Session setzte sich der Sieger des ersten virtuellen Formel-E-Events in Berlin, Oliver Rowland, durch. Pascal Wehrlein platzierte sich auf Rang 2 und war damit direkt vor Stoffel Vandoorne, der Rang 3 belegte. Maximilian Günther, der auf Rang 3 liegend in der Gesamtwertung nur 16 Punkte Vorsprung auf Rowland hatte, qualifizierte sich auf dem vierten Rang. Edoardo Mortara belegte die fünfte Position.

Rennen: Unfall stoppt Wehrleins Ambitionen

Oliver Rowland hielt beim Start die Führung. Doch hinter ihm wurde es chaotisch. Sebastien Buemi, der sich auf die vierte Position gesetzt hatte, touchierte im Startgetümmel das Heck von Stoffel Vandoorne, der dadurch Pascal Wehrlein drehte. Wehrlein fiel bis auf die 16. Position zurück. Da Vandoorne auf der 2. Position unterwegs war, musste Wehrlein mindestens bis auf den vierten Platz kommen, ein beinahe aussichtsloses Unterfangen in dem 15-Runden kurzen Rennen.

Bis zu Rennhälfte hatte sich der Mahindra-Pilot bis auf die 12. Position vorgearbeitet und hatte auch noch mit Beschädigungen an seinem Fahrzeug zu kämpfen. Vandoorne gab sich währenddessen mit der zweiten Position zufrieden, kontrollierte seinen Platz und versucht gar nicht erst Druck auf Oliver Rowland aufzubauen. Da Günther auch nicht mit Vandoorne mithalten konnte, änderte sich auf den ersten Positionen im restlichen Rennverlauf kaum etwas.

Oliver Rowland brachte den Sieg über die Linie, sicherte sich damit seinen zweiten Saisonerfolg und dank der doppelten Punkte auch Meisterschaftsrang 3. Stoffel Vandoorne reichte der zweite Platz zum Titelgewinn in der virtuellen Formel-E-Meisterschaft. Maximilian Günther kam auf Rang 3 über die Linie, verlor aber dennoch seine Podest-Platzierung im Saisonergebnis. Edoardo Mortara belegte die vierte Position, Sebastian Buemi wurde Fünfter. Dahinter folgten James Calado, Nyck De Vries und Felipe Massa. Pascal Wehrlein überquerte die Linie nur als Neunter und wurde durch eine nachträgliche Strafe sogar noch aus den Punkten geworfen. Kelvin Van der Linde sicherte sich so den neunten Platz. Der letzte Punkt ging an Andre Lotterer.

Stoffel Vandoorne sagte über seinen Titelgewinn: "Ich bin sehr glücklich, diese Meisterschaft für mich entschieden zu können. Es war ein schwieriger Tag. Der Start war sehr chaotisch, ich bin gut weggekommen und war neben Wehrlein in Kurve 1. In der zweiten Kurve wurde ich dann von hinten getroffen und drehte deshalb Pascal. Es wäre natürlich besser gewesen, wenn wir es uns auf der Strecke ausgefochten hätten. Aber ich war auch bei einigen Rennen unglücklich und deshalb war es ein verdienter Titel für uns. "

Wehrlein sagte nach dem Rennen: "Am Ende des Tages ist es ein Spiel, also komme ich schon damit klar. Ich habe alles getan was ich konnte, ich hatte einen guten Start und wurde dann von hinten getroffen und von da an konnte ich nichts wirklich machen und die Sache war erledigt. "

In der Teammeisterschaft sicherte sich dank Stoffel Vandoorne Mercedes den Titel. Rang 2 sicherte sich Nissan E.Dams vor Mahindra, BMW und Venturi.

Rennergebnis

Position Fahrer
1. Oliver Rowland
2. Stoffel Vandoorne
3. Maximilian Günther
4. Edoardo Mortara
5. Sebastien Buemi
6. James Calado
7. Nyck De Vries
8. Felipe Massa
9. Kelvin Van der Linde
10. Andre Lotterer

Endstand, Fahrermeisterschaft

Position Fahrer Punkte
1. Stoffel Vandoorne 154
2. Pascal Wehrlein 130
3. Maximilian Günther 118
4. Oliver Rowland 122
5. Edoardo Mortara 59
6. Robin Frijns 50
7. James Calado 41
8. Neel Jani 35
9. Antonio Felix Da Costa 30
10. Sebastien Buemi 29

Team-Meisterschaft

Position Fahrer Punkte
1. Mercedes Benz EQ 172
2. Nissan E.Dams 151
3. Mahindra Racing 132
4. BMW iAndretti Motorsport 119
5. Rokit Venturi Racing 77

Challenge-Grid: Kevin Siggy gewinnt Titel

Im Challenge-Grid, das vor allem aus Sim-Racer bestand, wurde das Finalrennen als "The Winner takes it all"-Event ausgetragen. Die besten 24 Piloten der sieben Meisterschaftsläufe hatten sich für das Finale qualifiziert und der Punktestand bestimmte die Startaufstellung.

Das Rennen wurde bestimmt von den beiden Piloten, die aus der ersten Reihe ins Rennen starteten: Kevin Siggy und Lucas Müller. Siggy musste die Führung auf der ersten Runde hart verteidigen, konnte sich aber anschließend von dem Deutschen lösen und kontrollierte das Rennen von der Spitze. Das Ziel erreichte Kevin Siggy mit einem Vorsprung von knapp über einer Sekunde auf Lucas Müller. Petar Brljak erreichte das Ziel als Dritter, dahinter folgten Peyo Peev und Joshua Rogers auf den Plätzen 4 und 5.

Für Kevin Siggy, der bereits die Qualifikationsmeisterschaft für sich entscheiden konnte, kann sich durch den Titelgewinn unter anderem auf eine Fahrt in einem echten Formel-E-Wagen im Rahmenprogramm eines Rennens der Elektroformel-Serie freuen.

Challenge-Grid, Rennergebnis Finalevent

1. Kevin Siggy
2. Lucas Müller
3. Petar Brljak
4. Peyo Peev
5. Joshua Rogers

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