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SRO E-Sport GT Series: Wildcard-Fahrer siegt, Lind bester Profi

Wildcard-Fahrer Arthur Kammerer siegt bei der E-Sport GT Series in Monza. Insgesamt 75 Piloten nahmen an dem Charityevent in Assetto Corsa Competizione teil
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Inzwischen kennen Motorsport-Fans das Prozedere ja. Eine echte Rennserie wurde abgesagt, stattdessen sind die Piloten virtuell unterwegs. Anders ist es auch bei der SRO Charity Challenge kaum. Abgesehen davon, dass man den Kalender nicht genau reproduziert. Denn der Auftakt der GT World Challenge stand ursprünglich Mitte April in Monza auf dem Programm und wurde dann aus bekannten Gründen abgesagt.

So lange wollte die SRO offensichtlich nicht auf ihr erstes Sim-Racing-Event warten und so veranstaltete die GT-Organisation am 29. März auf dem Autodrome Nazionale Monza die E-Sport GT Series Charity Challenge auf der Plattform Assetto Corsa Competizione. Bei dem Wettkampf stand nicht in erster Linie der Erfolg im Vordergrund, sondern der gute Zweck. Die Einnahmen für Antrittsgebühren und die gesammelten Spenden werden für den WHO-Hilfsfonds gegen Covid-19 eingesetzt.

Das Feld setzte sich aus echten Rennfahrern und Sim-Profis zusammen. Außerdem nahmen zehn Wildcard-Fahrer, die sich über ein Time Trial in Assetto Corsa Competizione qualifiziert hatten, teil. Darunter die späteren Top-3 des Event: Arthur Kammerer, Mike Nobel und Nils Naujoks.

Starterliste

Jonny Adam Ben Anderson Aurelien Panis Michael Benyahia
Enzo Bonito Colin Braun Davide Brivio Alex Buncombe
Darren Burke Andrea Capoccia Jonathan Cecotto Corrado Ciriello
Ezequiel Companc Alvio Constantini Manuel Darin Giovanni De Salvo
Derek DeBoer Ryan Dexter Warren Dexter Daniele Di Amato
Luigi Di Lorenzo Fabrizio Donoso Christian Engelhart Mason Fillippi
Christopher Froggatt David Fumanelli Simon Gachet Stefano Gattuso
Luca Ghiotto David Greco Tim Heinemann Bryan Heitkotter
Chris Hoeke Max Hofer Jaroslav Honzik Amir Hosseini
Simone Iaquinta Daniel Juncadella Daiel Keilwitz Jack Kethley
Martin Kodric Tim Kohmann Kodi Nikola Latkovski Amos Laurito
Pavel Lefterov Edoardo Liberati Dennis Lind Kang Ling
Moritz Löhner Nicolas Longuet Luca Loslo Josh Martin
Tomas Mejia Miguel Molina Romain Monti Colin Mullan
Sam Neary Michael O´Brien Furkan Özcan Gergo Panker
Kamil Pawlowski David Perel Cristian Perocarpi James Pesek
Axel Petit Martin Plowman Juuso Puhakka Carlos Rivas
Matt Samuel Amaud Santamato Danilo Santoro Kevin Siclari
Giorgio Simonini Mertcan Solak Andy Soucek Kevin Stuck
David Tonizza Kevin Tse Alec Udell Nicolas Varrone
Aristotelis Vasilakos Matthieu Vaxiviere Tiziano Brioni Andre Franke (WC)
Arthur Kammerer (WC) Lukas Kreuzer (WC) Kristiyan Lozanov (WC) Eamonn Murphy (WC)
Nils Naujoks (WC) Mike Nobel (WC) Tobias Pfeffer (WC) Samuel Ratz (WC)
Luca Tozzato (WC)

So groß wie das Feld, das an dem Rennen teilnahm, so breit war auch das Event angelegt. Insgesamt über vier Stunde Live-Übertragung sowie ein Zeitplan der am Rennsonntag über neun Stunden umfasste, standen auf dem Programm. In zwei einstündigen Semifinal-Läufen mit je der Hälfte der Teilnehmer wurde das Feld des Finalrennens bestimmt, für das sich 40 Piloten qualifizierten.

Semifinale 1: Ferrari-Sim-Racer gewinnt, Dennis Lind auf P11

In der Qualifikation für das Semifinale hatten die Piloten 15 Minuten Zeit, um eine schnelle Rundenzeit zu erreichen. Der Schnellste in der Qualifikation für das erste Halbfinale war der Sim-Racer Amir Hosseini. Ihm folgten Ferrari-F1-ESports-Fahrer David Tonizza und Arthur Kammerer. Auf Rang vier folgte mit Dennis Lind der beste echte Rennfahrer. Die Top 5 rundete Axel Petit aus.

Hosseini erwischte auch den besten Start. Tonizza hingegen wurde schon vor Kurve 1 von Kammerer geschnappt und verlor auf der ersten Runde auch noch diese Position an Dennis Lind. Im zweiten Umlauf eroberte sich der Ferrari-eSports-Pilot den dritten Platz zurück. Für den Lamborghini-Fahrer Lind nahm das Rennen allerdings eine negative Wendung, als er sich einen Fehler in der Ascari-Schikane leistete und auf die 29. Position zurückfiel.

In der 11.Runde holte sich Tonizza auch den zweiten Rang von Kammerer zurück und schloss zu Hosseini auf.

Nach mehreren erfolglosen Manövern versuchte es Tonizza 14 Minuten vor Schluss mit der Brechstange außen in der ersten Schikane, drehte allerdings am Ausgang Hosseini um. Hosseini hatte Glück im Unglück. Er hielt trotz des Drehers noch die zweite Position. David Tonizza kam dank des zweifelhaften Manövers zu einer Führung von vier Sekunden und kam ohne Strafe durch. David Tonizza brachte den Sieg nach Hause. Andre Kammerer und Tiziano Brioni komplettierten das Podium. Hosseini musste kurz vor Schluss sehr stark verlangsamen, da er sich beim Treibstoff verkalkuliert und wurde bis auf die 10. Position durchgereicht.

Dennis Lind beendete nach seinem Ausflug ins Kiesbett in der Anfangsphase seine Aufholjagd im Ziel noch auf der 11.Position. Der Fahrer, der in diesem Jahr in die japanische Super-GT-Serie wechselte, wurde damit der beste Profi.

Den Finaleinzug verpasste unter anderem Williams-ESports-Junior Jack Kethley, den ein technisches Problem mit den Bremsen zur Aufgabe zwang.

Semifinale 1: Top 20, qualifiziert für das Finale

1. D. Tonizza
2. A. Kammerer
3. T. Brioni
4. L. Kreuzer
5. A. Petit
6. A. Laurito
7. K. Pawlowski
8. A. Hosseini
9. C. CIriello
10. L. Tozzato
11. D. Lind
12. S. Gachet
13. J. Honzik
14. M. Solak
15. A. Rizzoli
16. S. Gattuso
17. D. Brivio
18. M. Hofer
19. D. Pasquali
20. E. Companc

Semifinale 2: Bonito gewinnt für Ferrari

Für das zweite Halbfinale hatte Tobias Pfeffer den ersten Startplatz erobert. Auf Platz 2 qualifizierte sich Giorgio Simonini vor Enzo Bonito, Luca Losio und Nils Naujoks. Der bestplatzierte Rennfahrer war Matteo Cairoli auf Rang 16.

Tobias Pfeffer konnte am Start seine Führung verteidigen. Dahinter reihten sich Simonini, Losio, Bonito und Naujoks ein. In Runde 2 verbremsten sich sowohl Simonini als auch Losio, die sich erst auf den Plätzen 4 und 5 einreihten. Nujoks und Bonito positionierten sich auf P2 und P3. Kurze Zeit später ging Bonito an Nujoks vorbei.

Im zweiten Rennen gingen es die Fahrer lange Zeit ruhiger an wie im ersten Halbfinale. Bonito war zwar schneller als der Führende, kam aber an Pfeffer trotz zahlreicher Versuche nicht vorbei. Dann wurde es doch actionreicher. Matteo Cairoli wurde in Parabolica im Kampf um Platz 10 gedreht, verlor aber nur wenige Positionen und konnte weiterfahren. Zur Rennmitte nahm dann der Kampf um die Führung richtig Fahrt auf, Ferrari-Pilot Bonito startete Runde für Runde einen Überholversuch gegen Pfeffer, ihm fehlte aber der Topspeed und der Deutsche blieb vorne. Stattdessen überholte Naujoks den Italiener und versuchte im selben Manöver auch noch Pfeffer hinter sich zu lassen, was aber in einem Dreher von Naujoks endete. Der Mercedes verlor mehrere Positionen, kämpfte sich aber bis ins Ziel wieder bis auf die fünfte Postition nach vorne.

20 Minuten vor Rennende gelang es Bonito nach unzähligen Versuchen doch noch, sich an Pfeffer vorbeizumanövrieren, er wurde aber nur eine Runde später wieder vom Mercedes ausgekontert. Zehn Minuten vor Rennende gelang dem Ferrari dann schließlich das Siegesmanöver.

Bonito brachte den Sieg im zweiten Qualifikationsrennen nach Hause, Pfeffer landete auf Rang 2, gefolgt von Mike Nobel, Lozanov und Santoro. Matteo Cairoli positionierte sich als bester Pro-Fahrer auf Rang 12.

Semifinale 2: Top 20, qualifiziert für das Finale

1. E. Bonito
2. T. Pfeffer
3. M. Nobel
4. K. Lozanov
5. D. Santoro
6. N. Naujoks
7. L. Losio
8. G. Simonini
9. C. Hoeke
10. A. Capoccia
11. A. Franke
12. M. Cairoli
13. E. Murphy
14. K. Latkovski
15. D. Perel
16. L. Ghiotto
17. M. O'Brien
18. S. Ratz
19. B. Heitkotter
20. A. Soucek

Finale: Kammerer gewinnt nach umstrittener Strafe

Amir Hosseini sicherte sich im Finale die Pole Position. Ihm folgten auf den Startpositionen 2 und 3 Nils Naujoks und Luca Tozzato. Die Top 5 rundeten Arthur Kammerer und Axel Petit ab. Der beste echte GT-Fahrer war Dennis Lind auf dem 18. Rang.

Am Rennstart hielt Hosseini die Führung. Naujoks, Tozzato, Kammerer und Petiti fixierten zwischenzeitlich für den Moment eine Mercedes-Fünffachführung. Nach einem Fehler rutschte Tozzato allerdgins auf die siebte Position zurück.

Die beiden Semifinal-Sieger David Tonizza und Enzo Bonito starteten nur von den Rängen 9 und 10. Doch der Ferrari war bereits im Halbfinale im Qualifying schwächer unterwegs gewesen als im Rennen. Weshalb man von Bonito und Tonizza eine Aufholjagd erwarten konnte. Während sich Tonizza langsam nach vorne arbeitete und zu Rennende den vierten Platz belegte, zerstörte Bonito sein Rennen schon früh. In Runde 3 drehte er sich nach einer Berührung in Kurve 1. Eine Runde später machte er an derselben Stelle ein etwas zu optimistisches Manöver und verursachte erneut einen Unfall. Von Rang 22 aus waren seine Chancen auf eine Spitzenosition damit schon früh erledigt.

Nach 20 Minuten kam es zur entscheidenden Rennsituation: Naujoks versuchte außen in der Curva Grande die Führung zu übernehmen, Hosseini versuchte seinen Verfolger zu abzudrängen, wurde rechts hinten touchiert und in die Wand befördert. Die Rennstewards reagierten mit einer 15-Sekunden-Strafe gegen Naujoks.

Durch den Unfall und die Strafe gegen Naujoks befand sich Arthur Kammerer, der auf der Strecke auf Rang 2 unterwegs war, plötzlich in der besten Ausgangslage für den Sieg. Außerdem konnte Lamborghini-Pilot Mike Nobel auf der dritten Position nicht mit dem Wild-Card-Teilnehmer mithalten und musste sich gegen Petit, Tonizza und Brioni verteidigen.

Naujoks fuhr gegen Rennende eine schnellste Rennrunde nach der anderen und baute seinen Vorsprung auf über acht Sekunden aus.

Kammerer schien auf dem Weg zum Sieg zu sein. Doch wie schon in den Semifinal-Rennen brach die Pace des Mercedes gegen Rennende zunehmend ein. Mike Nobel nahm Kammerer eine Zehntel um die andere ab und ging mit lediglich 0,4 Sekunden Rückstand über die Ziellinie. Arthur Kammerer gewann damit das Rennen.

Tonizza ließ währenddessen Axel Petit hinter sich, crashte allerdings nur eine Kurve vor dem Ziel. Obwohl er Petit noch hinter sich halten konnte, verlor er damit zu viel Zeit auf Naujoks, der trotz seiner 15-Sekunden-Strafe auf dem Podium Platz nehmen durfte.

Dennis Lind platzierte sich als bester echter Fahrer auf Platz 10. Lange Zeit war der Däne auf Kurs zur sechsten Position, fiel jedoch nach einem Fehler in der Ascari-Schikane noch weiter zurück.

Endergebnis:

1. Arthur Kammerer
2. Mark Nobel
3. Nils Naujoks
4. David Tonizza
5. Axel Petit
6. Luca Tezzato
7. D. Santoro
8. T. Brioni
9. L. Losio
10. Dennis Lind


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